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Edelmetalle Gold - wann kommen die Käufer wieder in den Markt?

18.01.2007 ·  Im Rahmen der allgemeinen Korrektur an den Energie- und Rohstoffmärkten in den vergangenen Monten hat auch der Goldpreis nachgegeben. Die weitere Entwicklung dürfte weiterhin davon abhängen, ob die Anleger wieder zugreifen oder nicht.

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Nach deutlichen Preiszuwächsen von 255,55 Dollar im April des Jahres 2001 bis auf 714,80 Dollar je Unze im Mai des vergangenen Jahres war mit Gold für Anleger nicht viel Staat zu machen. Der Preis ist in den vergangenen Monaten in eine Konsolidierungszone übergegangen.

Eine charttechnische Formation hat sich ausgebildet, aus der der Ausbruch nach oben in den vergangenen Monaten nicht gelungen ist, auch wenn er aufgrund der „Vorgeschichte“ und in Verbindung mit der Entwicklung auf der fundamental-ökonomischen Entwicklung erwartet werden kann. Zumindest dann, wenn man in Dollar rechnet.

Preisentwicklung von Gold weniger konstruktiv als in Dollar

Denn blickt man sich die Preisentwicklung des Edelmetalls in Europa an, so sieht sie weniger positiv aus, da der Dollar in den Jahren 2002 bis 2005 deutlich abgewertet hat und da er sich zumindest bisher nicht nachhaltig vom erreichten Niveau erholen kann. Das dürfte längerfristig auch kaum zu erwarten sein, da die Vereinigten Staaten im Außenhandel Defizite erwirtschaften und gleichzeitig im Verhältnis zum Wachstum des Landes zuviel Geld schöpfen.

Das Ausmaß der Liquiditätsbestände lässt sich alleine schon an den aufgrund der in Asien und vielen Ölstaaten bewusst tief gehaltenen Währungen hohen und weiterhin rasch wachsenden Währungsreserven ablesen. Diese Staaten sind darauf aus, diese Reserven zu diversifizieren. Dazu kann neben anderen Währungen unter anderem auch Gold dienen.

Das ist jedoch nicht alles. Denn in den vergangenen Jahren ist das Edelmetall zunehmend auch auf das Interesse der Anleger gestoßen, die sich indirekt in Form der Auflage neuer Produkte zeigte: Es kam eine größere Anzahl von Zertifikaten und Fonds auf den Markt, deren Anbieter sich eindecken mussten und die auf diese Weise zum Preisanstieg beigetragen haben.

Im laufenden Jahr dürfte nach einer neuen Analyse von GMFS in London die Rally möglicherweise wieder aufleben. Sie begründen ihre Erwartung unter anderem damit, dass die Minenproduktion im laufenden Jahr nur moderat wachsen wird, während gleichzeitig auch das Angebot von Goldschrotten und die Verkäufe von offizieller Seite zurückgehen dürften, heißt es. Überhaupt scheine das Goldangebot in den vergangenen beiden Jahren trotz steigender Preise eher ab- als zugenommen zu haben.

Wann kommen die Käufer wieder in den Markt?

Allerdings haben sich die hohen Preise auf der Nachfrageseite im vergangenen Jahr deutlich bemerkbar gemacht. Denn der Anteil der Nachfrage von Schmuckherstellern an den Gesamtnachfrage ist im vergangenen Jahr auf 59 Prozent gefallen, obwohl er in den zehn Jahren zuvor bei 73 Prozent gelegen hatte im Durchschnitt. Jedoch könnten steigende Einkommen und die zunehmende Gewöhnung an das erreichte Preisniveau dazu führen, dass die Nachfrage von dieser Seite wieder zunehmen könnte, vermuten die Analysten von GFMS. Von Seiten der Industrie nehme sie ohnehin stetig zu.

Auf der anderen Seite fällt der Blick auf die Hedging-Aktivitäten der Unternehmen etwas skeptischer aus. Denn nachdem die Hedge-Bücher im Jahr 1999 delta-angepaßt noch 3.277 Tonnen betragen haben, lagen sie Ende des vergangenen Jahres noch bei 1.334 Tonnen. Das heißt, die Goldproduzenten haben weniger an zuvor gegen fallende Preise leer verkauften Positionen zurückzukaufen. Allerdings könnten sie geneigt sein, Preisschwächen zum Rückkauf zu nutzen. Das kann nicht nur zur Bodenbildung beitragen, sondern aufgrund der konservativen Schätzung eventuell auch positiv überraschen.

Insgesamt machen die GMFS-Analysten weiterhin den Diversifikationsbedarf und den Absicherungsbedarf mancher Anleger gegen einen langfristig schwächelnden Dollar als Hauptmotiv für mögliche Dollarkäufe und das erhoffte Wiederaufleben der Rally aus. Auch wenn die Terminkurve sich im Contango befinde und aufgrund der nach oben gerichteten Struktur zu Terminverkäufen reizen könne.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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