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Edelmetalle Gold: Negative Korrelation mit Euro-Dollar

Der Kauf von Gold, Silber und anderen Edelmetallen mag manchem Anleger nutzlos erscheinen, da diese weder Kupons noch Dividenden abwerfen. Auf der anderen Seite ist der Goldpreis negativ korreliert zum Euro-Dollar-Kurs.

© Global Insight/World Gold Council

Der Kauf von Gold, Silber und anderen Edelmetallen mag manchem Anleger nutzlos erscheinen, da diese weder Kupons noch Dividenden abwerfen. Auf der anderen Seite kann sich die Beimischung zu einem Portfolio dann lohnen, wenn der Preis des entsprechenden Produktes nach oben läuft oder sich anders entwickelt, als die Kurse anderer Finanz- und Vermögenswerte.

Blickt man einerseits auf die Preisentwicklung von Gold in den vergangenen Monaten und auf die simultane Dollarschwäche, so scheint genau das der Fall zu sein. Dieser intuitive Eindruck wird bestätigt durch eine statistische Untersuchung, die Global Insight im Auftrag des World Gold Council anhand der Daten der Jahre 2002 bis 2006 durchführte. Sie zeigt, dass ein negativer Zusammenhang zwischen der Entwicklung des amerikanischen Dollar und dem Goldpreis besteht. Der Korrelationskoeffizient liegt bei minus 0,45.

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Gold - negative Korrelation zum Euro-Dollar-Kurs

Auf dieser Basis kann Gold als eine gewisse Absicherung gegen einen anhaltenden Dollarverfall dienen. Immerhin ist die Korrelation deutlich ausgeprägter als bei anderen Rohstoffen. Diese Erkenntnis dürfte dazu beigetragen haben, dass sich der Goldpreis zwischen dem April des Jahres 2001 und dem jüngsten Hoch bei 768 Dollar je Unze verdreifachte, bevor er in den vergangenen fünf Tagen etwas konsolidierte.

Infografik / Goldbestände bei Indexfonds © World Gold Council Vergrößern

Weitere Preiszuwächse bei Gold leiten sich nicht nur technisch aus dem anhaltenden Aufwärtstrend ab, sondern auch aus der sich andeutenden Zins- und Wechselkurspolitik der Vereinigten Staaten einerseits und den Wechselkursregimes asiatischer Länder andererseits ab. Da der Markt davon ausgeht, dass die amerikanische Zentralbank an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten und eher eine inflationäre Entwicklung als das Abgleiten in eine Rezession in Kauf nehmen wird, dürfte der Dollar in der Defensive bleiben.

Ändern würde sich das erst, wenn sich das amerikanische Leistungsbilanzdefizit weiter reduzieren würde und sich eine Erholung der amerikanischen Konjunktur abzeichnen sollte. Die Hoffnungen dafür dürften angesichts der anhaltenden Krise im amerikanischen Hausbau noch verfrüht sein, auch wenn die Exporte in den vergangenen Wochen deutlich zulegen konnten. Letztlich lässt sich ein inflationärer Boom bei einer ultralockeren Geldpolitik nicht ausschließen. Immerhin könnte die Liquidität direkt und indirekt - über die riesigen Devisenreserven in den Überschussstaaten - in die Börsen und Rohstoffmärkte fließen und auf diese Weise den gefühlten Wohlstand fördern und den Konsum auf hohem Niveau halten.

Investitionsnachfrage trifft mit Industrienachfrage zusammen

Solche und ähnliche Überlegungen haben den Goldpreis in den vergangenen Wochen und Monaten nach oben getrieben. Das lässt sich an den spekulativen Positionen an den Terminmärkten genauso ablesen wie an den großen Goldpositionen, die die verschiedenen Gold-Indexfonds inzwischen angehäuft haben. Nicht nur diese Käufe haben den Preis des Edelmetalls nach oben getrieben. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage aus der Schmuckindustrie aufgrund des weltweit zunehmenden Wohlstandes trotz des hohen Preises im Trend zu. Selbst die Nachfrage aus anderen Industriezweigen - zum Beispiel aus dem Elektroniksektor - zeigt sich aufgrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung dynamisch, während sie im Dentalbereich leicht rückläufig ist.

Gleichzeitig ist die Minenproduktion seit dem Jahr 2001 im Trend rückläufig. Das mag der Intuition widersprechen. Allerdings lässt sich die Entwicklung einerseits durch deutlich gestiegene Kosten und andererseits durch lange Vorlaufzeiten erklären, die Minenprojekte benötigen. Diese Konstellation wurde verstärkt durch das Bemühen vieler Minenunternehmen, ihre Hedgepositionen zu reduzieren. Das zwang sie dazu, per Termin verkaufte Goldbestände zurückzukaufen - mit entsprechenden Konsequenzen für den so genannten Spotmarkt.

War der Goldpreis lange Zeit von Verkäufen der Zentralbanken gedrückt worden, so hat sich auch das in den vergangenen Jahren mit einem Übereinkommen der Banken untereinander geändert: Die Verkaufsaktivitäten wurden koordiniert und damit begrenzt. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten könnte die Verkaufsbereitschaft obendrein deutlich zurückgehen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri

 
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