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Edelmetalle : Die wunderbare Welt der Münzen

Gold allein macht manchen doch glücklich Bild: picture-alliance/ ZB

Nachdem der Goldpreis stark gefallen ist, setzen viele Privatanleger unbeirrt auf die Wertanlage in Münzen.

          Der Blick starr geradeaus, der Bart gestutzt und die leichten Locken in den Haaren akkurat frisiert: So hat sich Marcus Aurelius, Kaiser des römischen Imperiums, auf seinen Münzen abbilden lassen. Auch wenn Aurelius schon lang verschieden ist, sein Antlitz hat auf den Münzen überdauert, die er hat prägen lassen.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Wert dieser Münzen ist unterschiedlich: Einige - obwohl aus Silber - bekommt man bereits für weniger als 100 Euro, andere sollen Millionen wert sein.

          Beratung ist wichtig

          So tief müssen Anleger freilich nicht in die Tasche greifen, wenn sie selbst wertvolle Münzen besitzen wollen. Für sie bietet es sich an, in Sonderprägungen zu investieren. Neben dem puren Wert des Edelmetalls in der Münze gewinnen sie durch die Seltenheit an Wert oder auch durch eine besondere Prägung. Die Münzen sind oftmals auch ein Teil der Folklore und zeigen Nationalsymbole: etwa in Kanada das berühmte Ahornblatt, in Australien das Känguru oder in Amerika den Adler (siehe Bildergalerie). Viele Münzen wie der American Eagle waren früher auch gesetzliches Zahlungsmittel, diese Zeiten sind aber lang vorbei.

          Bilderstrecke

          Auch in Deutschland haben Goldmünzen eine lange Tradition: Schon im Kaiserreich wurden Münzen mit dem Abbild der Kaiser gehandelt, später gab es eine Gold-Mark und heute einen Euro mit Eichenblatt oder Adler. Anleger, die sich für solche Münzen interessieren, können sich an Banken und Goldhändler wie Pro Aurum, Westgold oder Euro Change wenden, oft auch über Online-Portale.

          Unerfahrene Anleger sollten sich aber auf alle Fälle beraten lassen. Denn so sind Goldmünzen im Gegensatz zu Silbermünzen von der Mehrwertsteuer befreit. Auch gibt es beim Kauf und Verkauf teilweise deutliche Abschläge: Je kleiner die Münze, desto größer der Abschlag. Die Münzen haben keinen festen Preis, dieser schwankt je nach Goldpreis.

          Goldpreiseinbruch als Kaufgelegenheit

          Bei Anlegern ist die Beliebtheit der Goldmünzen zuletzt rasant gestiegen, nachdem der Goldpreis am 12. April den schlimmsten Absturz seit 30 Jahren erlebte. Viele Anleger haben das offensichtlich als günstige Kaufgelegenheit interpretiert: Die Münzanstalt der Vereinigten Staaten meldete Mitte April bereits 83.500 Unzen Goldmünzen und 2,2 Millionen Unzen Silbermünzen als verkauft. Damit wurden bereits 400 Prozent mehr Goldmünzen abgesetzt als noch im April des vergangenen Jahres. Auch bei den Silbermünzen wurden etwa 50 Prozent mehr abgesetzt als noch im Vorjahreszeitraum.

          Aber nicht nur in Amerika, überall über den Globus verteilt ist die Nachfrage nach den Münzen in die Höhe geschossen. So kann die Anstalt, die den südafrikanischen Krügerrand prägt, keine Bestellungen für den Monat April mehr annehmen, da sie komplett ausgebucht ist. Die Bestellungen haben allein in diesem Monat um etwa 330 Prozent zugelegt. Auch die australische Münzanstalt berichtet davon, dass doppelt so viel Goldmünzen wie normalerweise verkauft werden.

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