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Edelmetalle Die Notenbanken erhöhen ihre Goldkäufe

 ·  Die Zentralbanken haben im zweiten Quartal ihre Goldnachfrage verdoppelt. Besonders in den Schwellenländern ist der Bedarf groß. Auf der ganzen Welt nahmen die Goldkäufe allerdings ab.

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Die Zentralbanken haben im zweiten Quartal ihre Goldkäufe deutlich erhöht und steigerten ihre Nachfrage nach dem Edelmetall im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als das Doppelte, berichtet der World Gold Council (WGC) in seinem neuen Quartalsbericht. Der WGC ist eine Interessensvertretung der Goldminenindustrie. Dem Bericht zufolge haben Notenbanken und andere offizielle Institutionen im zweiten Quartal 157,5 Tonnen Gold gekauft. Im Vorjahreszeitraum waren es 66,2 Tonnen.

Der WGC berichtet, dass besonders die Notenbanken aus Ländern wie Kasachstan, Russland, Ukraine und Philippinen das Edelmetall nachgefragt haben. Der WGC schätzt, dass die Notenbanken bis Ende dieses Jahres bis zu 500 Tonnen Gold kaufen könnten, wenn der Trend fortdauert. Vergangenes Jahr hatten die Zentralbanken 458 Tonnen Gold erworben.

Deutschland verfügt über zweitgrößte Goldreserven

Die Zahlen belegen die wachsende Bedeutung der Notenbanken auf dem Goldmarkt. In den vergangenen Jahren haben Zentralbanken auf der ganzen Welt ihre Goldreserven stetig erhöht. Hintergrund ist, dass sie in Zeiten wachsender Unsicherheiten an den Finanzmärkten ihre Währungsreserven diversifizieren und Alternativen zu Anlagen im amerikanischen Dollar suchen. Die Vereinigten Staaten verfügen über die größten Goldreserven, gefolgt von Deutschland, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Italien und Frankreich.

Zwar haben die Zentralbanken einen wachsenden Goldbedarf, doch insgesamt ist die Nachfrage nach dem Edelmetall im zweiten Quartal auf der Welt gesunken - und zwar so tief wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Goldnachfrage ist verglichen mit dem Vorjahresquartal um 7 Prozent (das entspricht 76 Tonnen) auf 990 Tonnen gesunken.

Nach Angaben des WGC ist die Nachfrage nach Gold sowohl auf dem Schmuckmarkt, aber auch für den Investmentbereich erheblich gesunken: Die Schmucknachfrage gab um 72,3 Tonnen auf 418,3 Tonnen nach. Der Rückgang im Investmentbereich betrug 88,3 Tonnen auf 302 Tonnen. Der Rückgang hat besonders damit zu tun, dass der Wechselkurs das Gold in Indien, einem der wichtigsten Nachfrageländer, teuer macht. Aber auch in China hat die Nachfrage abgenommen, ebenso in den Vereinigten Staaten. In Europa legte die Nachfrage im Schmuck- und Investmentbereich hingegen von 77,6 Tonnen auf 86,4 Tonnen zu. Ein Wachstum gab es auch in Russland und der Türkei.

Der World Gold Council prognostiziert, dass die Goldnachfrage in Indien dieses Jahr bis auf 650 Tonnen Gold sinken könnte. Im Jahr 2011 betrug die Nachfrage in dem Land 933 Tonnen. Für China erwartet der WGC hingegen einen wachsenden Goldbedarf - in Höhe von 10 Prozent auf 850 Tonnen. Damit könnte China zum weltweit größten Goldmarkt werden.

Debatte über weitere geldpolitische Lockerungen

Marcus Grubb, der Investmentstratege des WGC, sagte, dass er insgesamt von einer wieder wachsenden Nachfrage nach Gold im Verlauf des Jahres ausgehe. Dies hänge jedoch nicht nur von einer Erholung in Indien ab, sondern auch davon, ob Notenbanken in den kommenden Monaten Entscheidungen treffen würden, die für die Goldanlage positiv wären.

Auch der weitere Verlauf der europäischen Schuldenkrise sowie die Diskussion um einen Ausstieg Griechenlands aus dem Euroraum seien entscheidend. Mit Blick auf die Notenbanken gibt es die Debatte, ob es zu weiteren geldpolitischen Lockerungen kommt - zum Beispiel in den Vereinigten Staaten. Sollte sich die Fed dazu entschließen, würde dies die Inflationssorgen der Investoren erhöhen und damit die Attraktivität der Krisenwährung Gold aus Sicht vieler Anleger weiter steigern.

So haben auch am Donnerstag abermals die Spekulationen der Anleger um ein drittes „Quantitative Easing“ der amerikanischen Notenbank Fed dazu geführt, dass der Goldpreis gestützt wurde. Das Edelmetall kostete rund 1605 Dollar je Feinunze (je 31,1 Gramm).

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