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Edelmetalle Abwrackprämie treibt Rhodium-Preis

27.04.2009 ·  Das Edelmetall, das zu vier Fünfteln in der Autoindustrie verwendet wird, verteuerte sich in den vergangenen zwei Wochen um mehr als 30 Prozent. Besonders in Asien steigt die Nachfrage. Auf dem wenig liquiden Markt sind große Preissprünge jedoch an der Tagesordnung.

Von Claudia Bröll
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Die Nachfrage nach Rhodium ist wieder erwacht. Das Edelmetall, das zu vier Fünfteln in der Autoindustrie verwendet wird, verteuerte sich in den vergangenen zwei Wochen um mehr als 30 Prozent auf derzeit 1575 Dollar je Unze. Zwischenzeitlich erreichte der Preis sogar knapp 1700 Dollar. Rhodium, das als Nebenprodukt bei der Platinförderung anfällt, hat noch stärker unter der Wirtschaftskrise gelitten als Platin, scheint aber jetzt auch schneller aufzuholen.

Nach einem historischen Höchststand von 10 000 Dollar je Unze Mitte vergangenen Jahres fiel der Preis bis Ende des Jahres auf weniger als 1000 Dollar. Rhodium gilt gemeinhin als das teuerste der Edelmetalle. In der Vergangenheit kostete eine Unze ein Vielfaches von Gold oder Platin. In der Rezession sind die Preisabstände indes deutlich kleiner geworden.

Marktbeobachter erklären den neuerlichen Preisanstieg mit einer höheren Nachfrage in Asien, vor allem in China. Wie bei Platin bescherten außerdem die staatlichen Hilfsprogramme für die Autoindustrie, allen voran die Abwrackprämie in Deutschland, mehr Bestellungen. Im März wurden in Deutschland 40 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als im Monat zuvor. "Die Produzenten von Katalysatoren füllen gerade ihre Rhodium-Bestände auf, um die sehr günstigen Preise zu nutzen", erklärt Ross Norman vom Metall-Informationsdienst The Bullion Desk. Dies allein kann das starke Anziehen des Rhodium-Preises jedoch nicht erklären. Laut des Hanauer Metallhändlers Heraeus landet nur ein Teil des derzeit nachgefragten Rhodiums direkt in der Industrie. Zusätzlich interessierten sich Finanzinvestoren für das seltene Edelmetall. Außerdem hätten viele Händler sofort auf das leichte Anziehen der Preise reagiert und Angebot vom Markt zurückgehalten.

Der Markt für Rhodium ist sehr illiquide und undurchsichtig, daher sind starke Preisschwankungen nicht ungewöhnlich. Nur 25 Tonnen werden im Jahr produziert, der Großteil stammt aus Südafrika, der Rest aus Russland. Der Käuferkreis beschränkt sich auf wenige Abnehmer aus der Industrie, die direkt mit den Minenkonzernen verhandeln und auf Geheimhaltung bedacht sind. An den Metallbörsen findet wenig Handel statt.

Rhodium wird in der Produktion von Katalysatoren für Benzinfahrzeuge verwendet. Außerdem kommt es bei der Herstellung von Flachbildschirmen, Festplatten für iPods und Flugzeugmotoren zum Einsatz. In der Schmuckindustrie gilt der Rohstoff als äußerst exklusives Schmuckmetall.

Noch im vergangenen Jahr hatten Marktbeobachter damit gerechnet, dass sich der Rhodium-Preis bei etwa 10 000 Dollar je Unze stabilisieren könne, weil die verschärften Abgasbestimmungen in vielen Teilen der Welt die Nachfrage nahezu garantierten. Mittlerweile halten Analysten eine baldige Rückkehr zu diesem Rekordpreis aber für unwahrscheinlich. Selbst die Marke von 2000 Dollar werde vermutlich nicht so bald übersprungen werden. "Angesichts der noch nicht ausgestandenen Krise in der Autoindustrie scheint der jüngste Preisauftrieb nicht gerechtfertigt. Daher erwarten wir in der nahen Zukunft keinen Preis von 2000 Dollar und mehr", schreibt Heraeus. Die Bank Standard Chartered prognostizierte noch im Februar einen Anstieg des Rhodium-Preises in der zweiten Jahreshälfte auf durchschnittlich 1500 Dollar je Feinunze und im kommenden Jahr auf 2500 Dollar je Unze. Ähnlich wie Rhodium haben auch Ruthenium und Iridium, zwei weitere Nebenprodukte der Platinproduktion, in den vergangenen beiden Wochen kräftig zugelegt.

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