03.01.2011 · Der Dollar hat in den vergangenen Monaten gegen einige Währungen aufgewertet. Gegen den Yen und Rohstoffwährungen dagegen wertete er deutlich ab. Ihr Anteil an den Weltwährungsreserven nimmt im Trend deutlich und dynamisch zu.
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Pimco ist entgegengesetzter Meinung
Der weltgrößte Bondhändler Pimco, Filiale der deutschen Allianz, teilt dieses jeglicher Logik widersprechende pure Wunschdenken leider nicht. Vielmehr konstatierte Pimco zum Jahresende, dass die Euroschuldenkrise den Status des Dollar als einzig mögliche Reservewährung nur noch gefestigt habe.
Das ist der Dollar-Carry-Trade gegen alle tendenziell höherzinslichen Währungen.
Verkauf von Dollar gegen (Zinsdifferenz in) Rohstoffwährungen wie Aussie-Dollar u.a. lassen den US-Dollar schwächeln, solange Risikobereitschaft reichlich vorhanden ist. Das ist solange der Fall, wie Obama und Bernanke die QE 2 Geldpumpe auf Vollast laufen lassen und keine Störungen zu befürchten sind. In der Tat wird der früher favorisierte Yen-Carry-Trade abgebaut, was Yen-Bedarf erzeugt, da die dort aufgenommenen Kredite zurückgeführt werden müssen. Außerdem ist Japan immer noch hauptsächlich beim eigene Volk verschuldet und daher relativ unabhängig von Auslandgläubigern. Die Schwankungen des großen DCT lassen sich ablesen an denselben der generellen Risikobereitschaft, welche von der Stimmung in den USA abhängt. Die etwa parallel laufenden Schwankungen beinahe aller größeren Währungen zum Dollar bieten nebst Longbond-Yields interessante Einsichten in die Stimmungslage der WallStreeter und sonstiger Investoren. Hinzutreten wird nun nach der Installation der GOP-Mehrheiten in den Kammern des Congress die politische Unsicherheit über die Handlungsfähigkeit von Obama und auch der Fed, die dort verantwortlich ist, nicht bei Nr. 44.
@spethmann Ich glaub auch hier gibt's irgendwo subversive Elemente
die Ihre gut aufgebauten Argumente und in sich schlüssigen Kommentare auf ROT pushen. Machen Sie sich nix draus. Danke für Ihre Ausführungen.
Bitte wundern Sie sich nicht über die negativen Bewertungen. Vermutlich sitzt in Berlin eine kleine Arbeitsgruppe (Finanzministerium oder Adenauerhaus?), die es sich offenbar zur Aufgabe gemacht hat, "nicht hilfreiche" Kommentare auf hellrot zu pushen. Gelegentlich greift diese auch mit eigenen stets auf Regierungslinie liegenden Kommentaren ein, die dann alle hellgrün sind und dadurch auffallen, dass relativ zu den anderen Kommentaren die Anzahl der Bewertungen um das 3 bis 4fache höher ist.
Das "Ministerium für Wahrheit" ist überall!
Kann mal einer der ca. 45 Rotbewertungen
erklären, was er an den excellenten und plausiblen Ausführungen von Dr. Spethmann nicht verstanden hat?
Es wäre nicht schlecht, wenn dieser Artikel in Berlin Beachtung fände (IV)
Neuntens. Folglich wird auch unsere Fähigkeit geschwächt, Kapital zu bilden und im Inland umzusetzen in neue Produkte, Verfahren, Fabriken und Arbeitsplätze. Die Berliner Politiker sonnen sich bei jeder Gelegenheit in den deutschen „Überschüssen,“ leugnen aber die Gefahr der Schwächung der Substanz unserer Volkswirtschaft. Also ist das strukturelle Zurückfallen der deutschen Betriebe gegenüber Wettbewerbern im Weltmarkt nur eine Frage der Zeit. Zehntens. Deutschlands Verbleib im Euro erhöht von Tag zu Tag die Gefahr der qualitativen Fehlallokation. Wir hatten das schon mal in den sechziger Jahren, als wir unter dem „Schirm“ eines Dollarkurses von DM 4.- neue Fabriken im Übermaß bauten, die ab 1970 (Beginn der DM-Aufwertungen um bis zu 200%) Schritt für Schritt wieder stilllegen mussten, weil ihre Kosten einem Weltmarkt-Wettbewerb auf der Basis eines Dollarkurses von (sagen wir) DM 2.- nicht gewachsen waren. Diese Gefahr droht wieder. Facit. Die Aufrechterhaltung des Eurosystems führt nicht nur zum Ausbluten der Volkswirtschaften von „Deutschland & Co,“ sondern verlängert die Agonie von „Griechenland & Co,“ die ohne Rückkehr zu nationalen Währungen und deren drastische Abwertungen im Weltmaßstab nicht wieder wettbewerbsfähig werden
Es wäre nicht schlecht, wenn dieser Artikel in Berlin Beachtung fände (III)
Sechstens. Just diese Fähigkeit muss aber aus Gründen der Logik abnehmen. Denn alle Volkswirtschaften, die zur Gruppe „Deutschland & Co“ gehören (Benelux, Österreich, Finnland, Estland – letzteres mit 2,6% seines BIP nach Holland und Deutschland anteilsmäßig der drittgrößte „Anschaffer“ in der Eurozone) werden vom Doppelsystem EU/Euro tagtäglich zur Bluttransfusion gebeten. Die von mir genannten USD250Mrd sind die jährliche „Bluttransfusion,“ damit die Negativ-Gruppe (nennen wir sie „Griechenland & Co“) im Ausland einkaufen kann. Dieses Volumen erhöht den Lebensstandard von „Griechenland & Co“ und mindert folglich denjenigen der Zahlenden, also von „Deutschland & Co.“. Siebtens. Die unausweichliche Folge dieser Bluttransfusionen ist die Schwächung der Organismen, die das Blut liefern, also der Volkswirtschaften der Gruppe „Deutschland & Co.“ Achtens. Wir Deutschen rutschen folglich im Lebensstandard immer weiter ab. Der IMF hat uns mit USD 40512 nur noch an 19. Stelle. Vor uns liegen heute in Europa Frankreich, Belgien, Finnland, Österreich, Irland, Niederlande (15% über uns!), Schweden, Dänemark, Schweiz (66% über uns!), Norwegen und Luxemburg (150% über uns!). Fortsetzung folgt.
Es wäre nicht schlecht, wenn dieser Artikel in Berlin Beachtung fände (II)
Viertens. Wenn der Euro als „Reservewährung“ zunimmt, muss man hinzufügen, dass der Anteil der DM an den Welt-Währungsreserven höher lag als heute der Anteil des Euro. Darin zeigt sich ganz klar ein qualitativer Rückstand des Euro, die eindeutige sachliche Gründe hat: Der Aussenhandel des Eurozone ist Jahr für Jahr, also strukturell, negativ. Fünftens. Selbst die heutigen rd 26% Euro-Anteil enthalten einen hohen „Hoffnungsfaktor“ (man kann ihn auch als „Verlegenheitsfaktor“ bezeichnen). Dieser besteht in der Erwartung der Eigentümer/Gläubiger, dass die von Deutschland & Co Jahr für Jahr anzuschaffenden Überschüsse im Aussenhandel mindestens die Höhe von USD250Mrd pa behalten. Denn sonst würde sich der Negativsaldo der Eurozone, der bei rd minus USD70Mrd pa liegt, entsprechend erhöhen. Anders gesagt: Wenn eine ausländische Volkswirtschaft in ihren Währungsreserven Euro hält, setzt sie damit auf den Fortbestand der Fähigkeit der Volkswirtschaften von Deutschland & Co, hiergegen jederzeit Sachwerte nach Wunsch des Gläubigers zu liefern. Fortsetzung folgt.
Es wäre nicht schlecht, wenn dieser Artikel in Berlin Beachtung fände (I)
Denn er behandelt die anstehende Thematik sachlich und gründlich. Erstens. „Reservewährung“ ist unter den „Papierwährungen,“ aus denen das gegenwärtige Welt-Währungssystem besteht, diejenige, mit der sich deren Eigentümer/Gläubiger am ehesten zu einem ihm nützlichen Sachwert verhelfen kann. Zweitens. Dass dabei die durch eigene Währungen definierten Rohstoffländer im Vordergrund stehen, bedarf keiner weiteren Erklärung, kommt hierin doch die langsam fortschreitende Erkenntnis zum Vorschein, dass ein Sachwert einem Papierwert vorzuziehen ist: Papiergeld macht weder satt noch treibt es ein Auto. Drittens. Die Stärke des japanischen Yen erklärt sich aus der aussergewöhnlichen Fähigkeit der japanischen Volkswirtschaft, auf fremde Wünsche einzugehen. Von daher der konstante und hohe Überschuss im Aussenhandel. Dahinter tritt die hohe japanische Staatsverschuldung alös Negativfaktor zurück. Fortsetzung folgt.
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