25.02.2008 · Veränderungen in der Risikoneigung beeinflussen die osteuropäischen Wechselkurse. Zloty und Forint gelten dabei als empfindlich für Änderungen in der Risikoaversion, während sich die tschechische Krone davon unabhängig entwickelt.
Die Notierungen der Währungen der drei zentralosteuropäischen Länder Polen, Tschechien und Ungarn werden nicht nur durch hausgemachte Einflussfaktoren bestimmt. Vielmehr beeinflussen Änderungen im Risikoappetit der globalen Investoren die Wechselkurse dieser osteuropäischen Währungen.
Dabei sind klare Trends erkennbar: Demnach hat sich die tschechische Krone zu einem „sicheren Hafen“ entwickelt, während die Empfindlichkeit von polnischem Zloty und ungarischem Forint gegenüber Änderungen der Risikoaversion zugenommen hat, so Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank in einer Studie.
Natürlich reagieren auch die Wechselkurse der zentralosteuropäischen Währungen einerseits auf Änderungen im Risiko der jeweiligen Volkswirtschaften und sind somit von fundamentalen Faktoren dieser Länder abhängig. Andererseits sind sie aber auch empfindlich gegenüber Änderungen im Risikoappetit der globalen Anleger und damit von Faktoren, die außerhalb der betroffenen Volkswirtschaften liegen.
Tschechische Krone entwickelt sich unabhängig von Änderungen der Risikoaversion
Die Analysten bei der Commerzbank haben ein Maß entwickelt, das Änderungen der Risikoaversion auf den globalen Finanzmärkten erfasst. Die Korrelationen dieses Maßes mit Änderungen der Wechselkurse zeigt die Bedeutung von Änderungen der Risikoaversion für die Wechselkurse. Beim Wechselspiel osteuropäischer Währungen mit dem Euro erkennt man, dass die die Korrelationen des polnischen Zloty (0,53) und des ungarischen Forint (0,60) mit dem Index sehr hoch sind. Offensichtlich wird ein großer Teil der Bewegung durch Änderungen der Risikoaversion ausgelöst und nur ein kleinerer Teil durch lokale Nachrichten.
Während die Wechselkurse Anfang des Jahres 2006 noch sehr ähnlich auf Änderungen der Risikoaversion reagierten, verhalten sie sich mittlerweile laut Leuchtmann sehr unterschiedlich: Die gute fundamentale Situation der tschechischen Volkswirtschaft hat dazu geführt, dass die tschechische Krone mittlerweile unabhängig von Änderungen der Risikoaversion ist und damit insbesondere in Zeiten steigender globaler Unsicherheit innerhalb der osteuropäischen Währungen bevorzugt werden sollte.
Risikoabhängigkeit des Zloty sollte bald wieder nachlassen
Die Anfälligkeit des ungarischen Forint gegenüber Änderungen der Risikoaversion hat zugenommen. Angesichts des schwierigen fundamentalen Umfeldes ist dies plausibel, so Leuchtmann. Überraschend ist, dass auch der polnische Zloty - trotz robustem fundamentalem Umfeld - in immer höherem Ausmaß von der globalen Risikoaversion beeinflusst wird.
Allerdings sollte diese Empfindlichkeit des Zloty in nächster Zeit wieder sinken: Hohe ausländische Direktinvestitionen und unverändert hohe EU-Transfers dürften einen Großteil der Kapitalströme unempfindlich gegenüber kurzfristigen Schwankungen der Risikoaversion machen, glaubt der Commerzbank-Experte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |