23.01.2008 · Die Entwicklungen am Devisenmarkt zeigen deutlich, dass Anleger ihre Risikopositionen abbauen. Hatten sie sich in den vergangenen Jahren in Form der so genannten Carry Trades gezeigt, so ist eine massive Gegenbewegung im Gange.
Das Börsenjahr 2008 begann vielfach mit Kurverlusten und scheint nun immer turbulenter zu werden. Inzwischen scheint selbst die amerikanische Zentralbank nervös geworden zu sein, denn viel anders lässt sich die deutliche Leitzinssenkung außerhalb des normalen Zeitplanes am Dienstag nicht erklären.
Offensichtlich konnte sie die Börsianer nur kurzzeitig beruhigen. Denn zumindest in Europa und Amerika im frühen Handel setzen sich die Börsenturbulenzen in Form von Kursverlusten fort. Die Anleger tendieren offensichtlich dazu, Risiken in Form von Gewinnmitnahmen zu reduzieren. Das inzwischen erreichte Risikoniveau zeigt sich unter anderem am VDax New, der am Dienstag mit 40 Prozent das höchste Niveau seit der vergangenen Baisse erreicht hatte und der am Mittwoch nur knapp darunter liegt.
Yen und Franken werten deutlich auf ..
Auch die Entwicklungen am Devisenmarkt zeigen deutlich, dass Anleger ihre Risikopositionen abbauen. Hatten sie sich in den vergangenen Jahren vor allem in Form der so genannten Carry Trades gezeigt, so ist längst eine massive Gegenbewegung im Gange. Das zeigt sich daran, dass niedrig verzinsliche Währungen wie der japanische Yen und der Schweizer Franken gegen den Dollar und auch den Euro deutlich aufwerten.
Sie waren in den vergangenen Jahren des Kreditbooms und der allgemeinen Euphorie als Finanzierungswährungen genutzt worden und entsprechend unter Druck geraten. Nun gewinnen die gegenläufigen Kursbewegungen immer mehr Dynamik.
Mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 1,0872 Franken je Dollar erreicht die Schweizer Währung gegen den Greenback ein neues Rekordhoch. Da die amerikanische Währung gleichzeitig gegen den Euro etwas Boden gut machen kann, legt der Franken gegen die europäische Einheitswährung sogar 1,43 Prozent zu auf zuletzt 1,5831 Franken je Euro. Das ist der tiefste Stand seit November des Jahres 2006.
.. sowohl gegen den Dollar und den Euro
Beim Yen sehen die Kursbewegungen ähnlich stark aus. Gegen den Dollar legt die japanische Währung am Mittwoch 1,44 Prozent zu auf zuletzt 105,38 Yen. Damit erreicht die japanische Währung das stärkste Niveau seit Mai des Jahres 2006. Euro-Yen fällt sogar um 1,74 Prozent auf zuletzt 153,37 Yen je Euro.
Solche Kursbewegungen sind Resultat der sich im Markt offensichtlich immer stärker durchzusetzenden Meinung, nach der die amerikanische Konjunktur unter anderem aufgrund der Immobilien- und Kreditkrise in eine ausgeprägte Rezession schlittern werde. An Abkoppelungstheorien, nach welchen das Wachstum in anderen Regionen der Welt relativ robust und davon unabhängig bleiben werde, scheinen immer weniger zu glauben. Aus diesem Grund gibt es Tendenzen, im Ausland angelegte Mittel in die heimischen Regionen zurückzuholen. Das gilt vor allem für jene Geschäfte, die auf Kreditbasis getätigt wurden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |