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Devisenmarkt Yen und Franken holen weiter auf

05.03.2007 ·  Waren am Devisenmarkt die Schwächen von Yen und Schweizer Franken bis vor kurzem noch das Thema, so hat sich das in den vergangenen Tagen geändert. Beide Währungen holen sowohl gegen den Euro als auch den Dollar deutlich auf.

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Waren am Devisenmarkt die Schwächen von Yen und Schweizer Franken bis vor kurzem noch das Thema, so hat sich das in den vergangenen Tagen geändert. Beide Währungen konnten sowohl gegen den Euro als auch den Dollar deutlich aufholen.

Der Kurs des Yen fiel seit dem 23. Februar von 122,19 Yen je Dollar auf zuletzt 115,70 Yen je Dollar. Gegen den Euro ging es in einer raschen, deutlichen Kursbewegung nach unten von 159,40 auf zuletzt 152,24 Yen je Euro. Nach 1,6271 sind inzwischen nur noch 1,5973 Franken nötig, um einen Euro zu erwerben. Sowohl Euro-Yen als auch Euro-Franken sind unter die mittelfristigen Aufwärtstrends gefallen und machen damit weitere Kursverluste aus Seiten des Euro denkbar.

Franken und Yen erholen sich von der vorgehenden Schwäche

Ob tatsächlich der Abbau der so genannten Carry Trades im Hintergrund steht oder ob die Marktteilnehmer nur auf eine anhaltende Korrektur der zuvor bestehenden Trends spekulieren, spielt zunächst keine Rolle, denn der Effekt ist derselbe: Franken und Yen erholen sich von der vorgehenden Schwäche gegen den Dollar, während der Euro gegen den Dollar stagniert. Das führt in der Konsequenz dazu, dass der lange Zeit vor allem gegen die Währungen mit niedrigen Zinsen überbewertete Euro nun nachgibt.

Inzwischen wird zwar in Japan schon wieder verbal „gegen die schwache Börse und den starken Yen“ interveniert. Allerdings ist eine solche Wechselkursentwicklung nur die Konsequenz einer lange Zeit unter anderem mittels tiefer Zinsen künstlich geschwächten Währung. Sie hatte japanische Anleger ermuntert oder gar gezwungen, auf der Suche nach attraktiven Renditen in Ausland zu blicken. Dieser Effekt wurde verstärkt durch internationale Anleger, die sich günstig in Yen finanzierten und die erlösten Mittel ebenfalls an den internationalen Finanzmärkten anlegten.

Diese Tendenzen und die dadurch ausgelösten Liquiditätsströme führten dazu, dass der Yen abwertete. Ähnliches galt und gilt für die Schweiz. Inzwischen hat sich allerdings das Umfeld zumindest in der Wahrnehmung der Anleger verändert. Mit Blick auf die Vereinigten Staaten ist wieder eine gewisse Wachstumsskepsis aufgekommen. Die Wachstumsschwäche hätte Folgewirkungen weltweit, da ein großer Teil der internationalen Exporte letztendlich in den Vereinigten Staaten landet.

Kursbewegungen entwickeln eine gewisse Eigendynamik

Die Wachstumsschwäche kann sowohl bei den Unternehmen zu fallenden Erträgen und auf der Kapitalmarktseite zu zurückgehenden Renditen führen. Der Kursaufschwung des Rentenmarktes in den vergangenen Tagen spricht für sich. Auf der anderen Seite spricht die Entwicklung in Japan, in China und nicht zuletzt auch in der Schweiz für höhere Zinsen. Insgesamt nehmen gleichzeitig die Ertrags- und Zinserwartungen in den bisher „renditeträchtigen“ Regionen ab, während sie in den anderen Regionen zunehmen.

Die dadurch ausgelösten Risikoreduktions- und Wechselkurskorrekturbewegungen scheinen eine zunehmende Eigendynamik zu entwickeln, die sich sowohl an den Finanzmärkten in breiter Wirkung zeigt: In Kursverlusten an den Börsen, Kursgewinnen an den Rentenmärkten und in der Erholung der bisherigen „Schwachwährungen“. Diese Entwicklung dürfte bis auf weiteres anhalten und Yen und Franken weiter beflügeln.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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