03.12.2008 · Die Kursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten sind schon seit Wochen groß. Am Devisenmarkt lautet die Kernbotschaft der vergangenen Monate: Die Zeit der so genannten Carry Trades ist vorerst vorbei. Der Yen wertet auf.
Die Kursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten sind schon seit Wochen groß. Viele hoffen zwar in den kommenden Monaten auf eine rasche und deutliche Erholung, wie sie in der Vergangenheit immer wieder zu beobachten war. Allerdings haben sich einige grundlegende Vorzeichen geändert.
Am Devisenmarkt lautet die Kernbotschaft der vergangenen Monate: Die Zeit der so genannten Carry Trades ist vorerst vorbei. War es lange Zeit üblich, die Zinsunterschiede zwischen verschiedenen Währungsräumen für Finanzierungs- und Anlagestrategien auszunutzen, so werden solche Strategien aufgrund der geringeren Verfügbarkeit von Krediten und wegen der raschen Veränderung der Zinslandschaft unattraktiver.
Zinssenkungen - Zinsniveaus gleichen sich immer weiter an
Dienten in den vergangenen Jahren Währungen wie der Yen, der Schweizer Franken und auch der Dollar aufgrund der tiefen Zinsen und der abwertenden Währung zur Finanzierung von Investitionen und Anlagen, so sind sie inzwischen unattraktiver geworden.
Da viele Zentralbanken weltweit ihre Zinsen deutlich nach unten schrauben verlieren sie erstens immer mehr ihre Zinsvorteile. Der Markt geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins am Donnertag deutlich senken wird. Viele wären enttäuscht, wenn er nur um 50 Basispunkte auf dann 2,75 Prozent gesenkt würde. Zweitens sind die Wechselkurse in den vergangenen Monaten deutlich volatiler geworden als zuvor. Das heißt jedoch, die Risiken, Verluste einzufahren, haben zugenommen. Was nützt etwa ein Zinsvorsprung Neuseelands vor Japan von 4,6 Prozentpunkten bei einer Laufzeit von drei Monaten, wenn der Neuseeland-Dollar gegen den Yen in gerade einmal vier Wochen um knapp 20 Prozent abwertet?
Und was nützt ein Renditevorsprung amerikanischer Treasuries mit einer Laufzeit von zehn Jahren von 1,37 Prozent gegenüber japanischen Staatsanleihen, wenn der Dollar gegen den Yen in gerade einmal vier Wochen mehr als sieben Prozent abwertet? Mit Blick auf europäische Staatsanleihen sehen die Verhältnisse ähnlich aus. Ein Zinsvorsprung deutscher Bundesanleihen von knapp 1,7 Prozent ist nichts im Vergleich mit einer Abwertung des Euro gegen den Yen in knapp einem Monat.
Dollar-Yen orientiert sich an der Renditedifferenz
Vor dem Hintergrund der Gesamtkonstellation dürfte kaum verwundern, dass Anleger weltweit in den vergangenen Monaten die so genannten Carry Trades abbauten. Alleine das schon führt zur Aufwertung tief verzinslicher Währungen. Japanische Anleger haben die an ausländischen Rentenmärkten investierten Summen inzwischen deutlich reduziert.
Die Restbestände dürften sie gegen Wechselkursveränderungen abgesichert haben. Versicherungen dieser Art sind immer dann interessant, wenn die Zinsdifferenzen gering sind. Das führt beispielsweise dazu, dass sich der Wechselkurs des Yen in den vergangenen Jahren beinahe parallel zur Entwicklung der Renditedifferenz bewegte. Da vieles auf eine deflationäre Entwicklung in den Vereinigten Staaten hindeutet und da die amerikanische Zentralbank sogar unkonventionelle Maßnahmen wie den Kauf von Staatsanleihen im offenen Markt andeutete, um auf diese Weise die Liquiditätsversorgung zu steigern, dürfte die Renditedifferenz zwischen amerikanischen und japanischen Staatsanleihen noch weiter zurückgehen können.
Genau das würde den Yen noch weiter aufwerten lassen. Mit 92,73 Yen je Dollar waren am Mittwoch im Tagesverlauf so wenige Einheiten der japanischen Währung nötig, um einen Dollar erwerben zu können, wie zuletzt im August des Jahres 1995. Der Euro befindet sich gegen den Yen auf dem tiefsten Stand seit September des Jahres 2002.
Welchen Einfluss haben "Carry-Trades" auf die Währungspolitik ?
eberhard munk (ebherhard.munk)
- 03.12.2008, 13:48 Uhr
Endaka! Der starke Yen.
Fionn Huber (fionn)
- 03.12.2008, 15:59 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |