12.12.2008 · Die Nachrichtenlage ist unberechenbar. Das gilt auch für den Devisenmarkt. Bei allen Kursturbulenzen in diesem Markt bleibt jedoch ein Trend relativ robust: Die Aufwertung des Yen gegen den Dollar und viele andere Währungen.
Die Nachrichtenlage ist unberechenbar. Beinahe schon täglich werden die Anleger durch Nachrichten überrascht, die sie nicht erwartet hatten. Aus diesem Grund sind die Kursbewegungen an den Finanzmärkten volatil.
Das gilt auch für den Devisenmarkt. Je nach Stimmung wechseln die Trends rasch. Mit einer Ausnahme: Der Yen wertet weiterhin sehr deutlich auf. Mit einer Aufwertung von mehr als einem Prozent über Nacht erreichte die japanische Währung am Freitag mit einem Kurstief von 88,40 Yen im Tagesverlauf den stärksten Wert gegen den Dollar, seit April des Jahres 1995.
Scheitern des Rettungspakets lässt Anleger wieder in die Defensive gehen
Damals hatte die japanische Währung mit einem Kurs von 82,72 Yen je Dollar auf Wochenbasis den tiefsten Kurs beziehungsweise den größten Wert gegen die amerikanische Währung seit Freigabe der Wechselkurse erreicht. Der kurzfristige Grund für die Kursentwicklung ist offensichtlich. Er lässt sich in Form der Ablehnung des Rettungspaketes für die stark verschuldete und vor allem auch schlecht laufende amerikanische Automobilindustrie finden.
Viele Marktteilnehmer waren davon ausgegangen, dass der amerikanische Staat, ähnlich wie bei den Banken und Versicherungen, mehrere Milliarden Dollar in die drei großen Unternehmen Ford, General Motors und Chrysler investieren würde, um auf diese Weise ihre Existenz und die der gesamten Zulieferer zu sichern. Allerdings wird bei solchen Erwartungen gerne übersehen, dass sich genau diese drei Unternehmen schon seit Jahren in einer Strukturkrise befinden, die sie selbst verschuldet haben, die von der gegenwärtigen Wirtschaftskrise nur noch entscheidend verstärkt wird und aus der es keinen schnellen Ausweg gibt. Genau aus diesem Grund scheint ein geordneter Insolvenzprozess sinnvoller zu sein, als die Erhaltung in der bisherigen Form.
Die Ablehnung als solche führt jedoch dazu, dass die konjunkturellen Krisenzeichen der amerikanischen Wirtschaft wieder sehr deutlich werden. Das bringt Anleger dazu, sich wieder defensiver zu positionieren. Nachdem die amerikanische Währung in den vergangenen Monaten im Rahmen der Reduktion riskanter Positionen kurzfristig von einer gewissen Knappheit hatte profitieren können, geraten nun ihre Schwächepunkte wieder in den Blick. Die liegen im riesigen Leistungsbilanzdefizit, dem stark anschwellenden Budgetdefizit, den riesigen Schulden des Landes, dem stark zunehmenden Finanzierungsbedarf und inzwischen auch in den extrem niedrigen Zinsen und Renditen, die Dollaranlagen noch abwerfen.
Dollarrisiken sind kaum zu verkennen
Angesichts der schwachen Stellung der amerikanischen Konsumenten - sie werden mit der rasch zunehmenden Arbeitslosigkeit, mit schwindenden Vermögen und hohen Schulden konfrontiert - ist eine rasche wirtschaftliche Erholung und sind überdurchschnittliche Wachstumsraten nicht absehbar. Denn in den vergangenen Jahren wurde das globale Wachstum, vor allem aber das amerikanische, durch den Kredit finanzierten Überkonsum gefördert. Diese Entwicklung ist kaum noch wiederholbar - und wenn, dann nur im Rahmen einer inflationären Entwicklung. Dagegen deuten zumindest im Moment alle Anzeichen auf eine Deflation hin.
Die amerikanischen Erzeugerpreise sind im November im Vergleich mit dem Vormonat um 2,2 Prozent gefallen. Auf Jahresbasis lag der Preisauftrieb noch bei 0,4 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energiepreisen dagegen legte der Erzeugerpreisindex im November noch um 4,2 Prozent zu. Dagegen fielen auch die Konsumausgaben um 1,8 Prozent.
Aufgrund der kaum noch vorhandenen Zinsdifferenz zwischen Japan und den Vereinigten Staaten, den schwachen Wachstumsaussichten und den riesigen Finanzprobleme dort dürfte der Yen gegen den Dollar weiter aufwerten können. Denn für japanische oder in Yen finanzierte Anleger ergibt es wenig Sinn, dort investiert zu bleiben. Dafür sind die Währungs- und Kursrisiken angesichts der hohen Volatilität zu groß. Aus diesem Grund tendieren sie dazu, entsprechende Positionen abzubauen oder sie abzusichern. Angesichts geringer Zinsdifferenzen sind Absicherungskosten über Terminkontrakte relativ gering. Solche Strategien tragen jedoch zur Aufwertung des Yen bei.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |