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Devisenmarkt Won weiterhin im Aufwind

21.04.2006 ·  Seit einer massiven Abwertung in der Asienkrise befindet sich die südkoreanische Währung auf Erholungskurs. Der Won hat nun gegen den Dollar den höchsten Stand seit mehr als acht Jahren erreicht, der Trend zeigt weiter nach oben.

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Hatte sich die Asienkrise in den Jahren 1997 und 1998 besonders ausgeprägt beim südkoreanischen Won in Form von massiven Kursverlusten bemerkbar gemacht, so hat dieser sich in den vergangenen Jahren davon nach und nach wieder erholt.

Der Won befindet sich sowohl gegen den Dollar als auch gegen den Euro in einem Aufwertungstrend. Mit 944,04 Won je Dollar hat die Währung am Mittwoch den höchsten Stand seit dem Jahr 1997 erreicht, weitere Kursgewinne scheinen angesichts des vorherrschenden Trends wahrscheinlich zu sein.

Wirtschaftliche Dynamik in Asien zählt

Diese Erwartung hängt unmittelbar mit dem Wachstum in Asien zusammen, das einerseits von der boomenden Exportnachfrage, andererseits auch von zunehmender Binnennachfrage angetrieben wird. Beim Exportgeschäft profitieren die asiatischen Staaten nicht nur von den interkontinentalen, grenzüberschreitenden Handels- und Dienstleistungstätigkeit, sondern auch von der zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtung in Asien selbst.

Aus diesem Grund dürften sich die asiatischen Staaten zunehmend auch Aufwertungen leisten können, die unter gewöhnlichen Umständen eine normale Folge von Exportüberschüssen sind. Lange Zeit hatte sich die Region jedoch gegen die Aufwertung gesträubt, um die Exportaktivitäten zu schützen. So war der chinesische Yuan lange Zeit fest an der Dollar gebunden und ist selbst nach ersten Liberalisierungsschritten noch lange nicht frei handelbar. Er gilt als deutlich unterbewertet und als Ursache dafür, daß viele asiatischen Staaten - vor allem auch Japan - ihre Währungen mit zum Teil massiven Interventionen künstlich schwächten.

Ziel war es, im Vergleich mit China, aber auch mit dem Rest der Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, beziehungsweise Wettbewerbsvorteile zu halten. Das zeigt sich unter anderem in der fundamental nicht begründbaren Abwertung des Yen gegen den Euro. Angesichts der immer größer werdenden Ungleichgewichte - riesige Leistungsbilanzdefizite in Amerika und gigantische Währungsreserven in Asien - dürfte sich diese Strategie nicht beliebig fortsetzen lassen.

Eine starke Währung hat auch Vorteil

Der Blick auf die Entwicklung des Won zeigt, was bei freien Devisenmärkten mit den Währungen der Region passieren würde. Denn die Währung wertet nicht nur wegen der Exportnachfrage auf, sondern auch aufgrund der starken Nachfrage aus dem Ausland nach den Wertpapieren des Landes. Immerhin befindet sich die Börse Koreas in einem eindrucksvollen Aufwärtstrend. Mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 1.451,21 Punkte hat der Kospi noch am Freitag ein neues Allzeithoch markiert. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwas mehr als elf scheinen die Aktien des Landes zumindest auf Basis der gelieferten Zahlen optisch weiter attraktiv zu sein.

Sollte sich am weltwirtschaftlichen Umfeld nichts dramatisches ändern, dürfte damit der Trend der koreanischen Währung anhalten. Bei steigenden oder hoch bleibenden Rohstoffpreisen bietet eine starke Währung gewisse Vorteile, denn die Preissteigerungen in Dollar schlagen nicht voll auf die heimische Wirtschaft durch.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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