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Sonntag, 12. Februar 2012
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Devisenmarkt Wird der Schweizer Franken zum D-Mark-Ersatz?

09.06.2010 ·  Der Schweizer Franken wertet stark auf. Die Schweizer Zentralbank hält mit massivsten Interventionen dagegen. Die wirken aber nicht, sondern laden Spekulanten ein. UBS-Analysten denken, der harte Franken werde zum D-Mark-Ersatz.

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Während der Euro seit Anfang Dezember des vergangenen Jahres gegen den Dollar 20 Prozent abgewertet hat, legt der Schweizer Franken in derselben Periode rund zehn Prozent zu. Mit Kursen von bis zu 1,3743 Franken je Euro hat die Schweizer Währung am Mittwoch im Verhältnis zur europäischen Einheitswährung ein neues Rekordniveau erreicht.

Diese Kursentwicklung ist nicht nur auf die allgemeine Verunsicherung der Anleger und auf die unkonventionellen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zurückzuführen, die Anleger auf der Suche nach sicheren Häfen und aus Sorge über eine inflationäre Entwicklung in den Schweizer Franken treibt. Sondern zum Teil geht sie auch auf verfrühte Interventionen der Schweizer Zentralbank zurück.

Interventionen der Schweizer Zentralbank haben nicht gewirkt

Sie versuchte zunächst mit massiven Käufen, den Kurs auf einem Niveau von 1,43 Franken je Euro gegen einen weiteren Verfall zu schützen. In diesem Rahmen warf sie riesige Frankenbeträge auf den Markt und sammelte alleine im Mai Währungsreserven im Gegenwert von rund 80 Milliarden Franken an. Das war das Dreifache dessen, was in früheren Interventionen monatlich jemals aufgewendet worden war. Die Währungsreserven der Schweiz erreichten zuletzt eine Größenordnung von unerhörten 40 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Allerdings haben diese Interventionen bisher nichts bewirkt. Im Gegenteil, sie stellten förmlich eine Einladung an die Banken und Spekulanten dar, gegen die Zentralbank zu spekulieren. Denn da die Nationalbank nicht lange in diese Dimension intervenieren kann, ohne die Entwicklung der Geldmenge im Binnenmarkt völlig außer Kontrolle geraten zu lassen, war absehbar, dass sie nicht wirken würden. Einzelne Bankinstitute wie etwa J.P.Morgan Chase machen sich sogar lustig über die Strategie der Zentralbank. Die Investmentbank hält jede Erholungsbewegung des Euro gegen den Franken für eine weitere Verkaufsgelegenheit und empfiehlt sogar den Kauf so genannter One-Touch-Optionen mit Ausübungswerten von bis zu 1,25 Franken je Euro.

Währungs-, Gold- und IWF-Reserven in Höhe von 262 Milliarden Dollar machten die Schweizer Zentralbank zu einer der wichtigsten Vermögensverwalterin im öffentlichen Bereich weltweit und machten den Franken zu einer Hartwährung, erklären die Währungsanalysten der UBS. Er werde zum Mark-Ersatz, nachdem die Stärke der Deutschen Mark zu Zeiten der Bundesbank durch hohe Währungsreserven und Goldbestände gesichert worden sei. Die UBS-Analysten gehen davon aus, dass die Schuldenkrise in den Jahren 2010 bis 2020 zu einer dauerhaft starken Nachfrage nach Franken führen werde, da er von vielen Anlegern als Ersatz zur starken D-Mark betrachtet werde.

Wird der Franken zum D-Mark-Ersatz?

Der Franken werde schließlich auch deshalb stark bleiben, weil der Kursrückgang des Euro die deutsche Exportindustrie beflügeln. Diese wiederum werde in ihrem Boom immer mehr hochwertige Güter in der Schweiz einkaufen und auf diese Weise sowohl die Handelsbilanz als auch den Kurs des Franken stärken.

Ob solche Argumente tatsächlich tragen können, wird sich erst noch zeigen müssen. Fakt ist allerdings, dass sich die Schweizer Wirtschaft vergleichsweise robust entwickelt, dass die Schweizer Großbanken ihre Vermögensbestände im Ausland abbauen und Mittel repatriieren und dass nervöse Anleger auf der Suche nach scheinbar sicheren Häfen in den Franken strömen. Zusammen genommen hat das nicht nur zur Aufwertung der vergangenen Wochen geführt, sondern kann sie kurzfristig möglicherweise sogar noch etwas weiter tragen.

Sobald sich die Lage an den Finanzmärkten jedoch etwas beruhigt, dürfte es zu deutlichen Gegenbewegungen kommen. Denn die „Franken-Eurphorie“ ist derzeit sehr ausgeprägt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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