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Devisenmarkt Was ein Nein der Schweden für den Euro bedeutet

27.08.2003 ·  Die Schweden werden sich Mitte September vermutlich gegen den Euro entscheiden. Ein negatives Votum könnte sich als dauerhafte Bürde für die Einheitswährung erweisen, meint Matthew Lynn von Bloomberg News.

Von Matthew Lynn, Kolumnist bei Bloomberg News
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Am 14. September, also in etwas mehr als zwei Wochen, entscheiden die Schweden darüber, ob sie den Euro einführen wollen oder nicht. Umfragen können zwar in die Irre führen, aber momentan läßt sich kaum ein anderes Votum als ein Nein vorstellen.

Was aber bedeutet das für den Euro, wenn die Schweden Nein sagen? Im Grunde genommen wäre das eine ernste Sache. Denn dann sieht es mehr und mehr danach aus, als ob einige Länder wie Großbritannien, Dänemark und Schweden den Euro dauerhaft ablehnen würden.

Ein Nein wäre eine pschologische Belastung für den Euro

Problematisch würde es insbesondere dann, wenn diese drei Länder volkswirtschafltich gesehen weiter besser dastehen sollten als die restlichen Länder auf dem Kontinent. Denn dann könnten die Franzosen, Italiener und Deutschen auf die Idee kommen, sich zu fragen, ob nicht auch die Einheitswährung zumindest zum Teil für die Stagnation verantwortlich zu machen ist, in denen diese Länder zu stecken scheinen.

Und wenn es ganz dumm läuft, fangen auch die osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten an darüber zu grübeln, ob es nicht besser wäre, sich den drei Außenseitern anzuschließen als den zwölf Nationen, in denen der Euro als offizielle Zahlungsmittel fungiert.

Nur noch geringe Aussichten auf ein Ja zum Euro

Noch hofft der schwedische Ministerpräsident Persson zwar darauf, seine Landleute noch von einem Ja überzeugen zu können. Doch bis jetzt ist er mit seiner Überzeugungsarbeit gescheitert. Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Danske Bank kam jedenfalls zu dem Ergebnis, daß 53 Prozent der abstimmungsberechtigten Schweden mit Nein Stimmen wollen und 43 Prozent mit Ja.

Da die Euro-Gegner eine sehr feste Meinung zu haben scheinen, dürfte es Persson auch im Endspurt schwer fallen, noch genügend Wähler von seiner Position zu überzeugen. Es geschehen zwar mitunter Wunder, aber diese sind selten und kommen speziell in dieser Größenordnung nicht sehr häufig vor. Eigentlich muß man derzeit von einer Ablehnung ausgehen, die Frage ist höchstens, wie groß der Vorsprung der Gegner letztlich sein wird.

Vermutlich werden auch die schwedischen Unternehmer einsehen muß, das ihr Einfluß auf die Wähler nur begrenzt ist. Denn obwohl sich Firmen wie Electrolux, Hennes & Mauritz, Volvo oder Ikea über einen Euro freuen würden, hat ihre Kampagne zugunsten des Euros bisher ebenfalls nicht zu einem Stimmungsumschwung geführt.

Negative Aspekte für Schweden vermutlich geringer als für Euro-Land

Das Land selbst und der dortige Aktienmarkt dürften im Falle einer tatsächlichen Ablehnung nicht sonderlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Das restliche Europa wäre vermutlich viel stärker negativ betroffen. Die Währungszone wird über den Beitritt der osteuropäischen Aufnahmekandidaten zwar weiter wachsen. Aber deren Volkswirtschaften sind lange nicht so stark wie etwa die in Großbritannien und Schweden.

Eine Werbung ist die ablehnende Haltung der drei Länder, die sich eigentlich noch freiwillig für den Beitritt entscheiden sollten, jedenfalls nicht. Richtig gefährlich könnte es wie zuvor erwähnt dann werden, wenn sich die Nicht-Euro-Länder nachhaltig besser entwickeln als Euro-Land. Das dürfte die Kritik am Euro schüren und eine ständige Bedrohung für die Währung darstellen.

Das bedeutet aber nichts anderes, als daß man für den Euro solange nicht wirklich optimistisch sein kann, wie die drei Nein-Sager nicht beitreten oder sich ihre Volkswirtschaften schlechter entwickeln.

Der Chart zeigt die Entwicklung der Parität schwedische Krone zum Euro.

Quelle: Bloomberg
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