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Devisenmarkt Währungs- und Aktientrends - nicht sonderlich stabil

07.01.2009 ·  In den vergangenen Tagen lebte der Risikoappetit an den Finanzmärkten rasch und deutlich auf. Allerdings werden entstehende Trends immer wieder durch schwache Zahlen in Frage gestellt. Am Mittwoch durch schwache Arbeitsmarktzahlen.

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Der in den vergangenen Tagen aufgefrischte Risikoappetit der Anleger belebte viele der Strategien neu, die im Rahmen des Kredit getriebenen Booms vor den Kursverlusten der vergangenen Monate besonders erfolgreich gewesen waren.

Das zeigte sich am Devisenmarkt ebenso wie an den Börsen. Während in den vergangenen drei Wochen an den Börsen zyklische-, Energie-, Rohstoff- und Schwellenländerwerte gefragt waren, erholten sich am Devisenmarkt Währungen wie der brasilianische Real, der australische, der kanadische und der Neuseeland-Dollar, sowie der südafrikanische Rand, die türkische Lira und der südkoreanische Won in Ansätzen von den Kursverlusten der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres.

Entstehende Trends können rasch wieder wechseln

Dagegen gab der Yen einen Teil der zuvor erzielten Kursverluste wieder auf, und das Pfund bleibt trotz einer kurzfristigen Erholungsbewegung ebenso schwach wie der russische Rubel, die indische Rupie und die isländische Krone. Das heißt, während die Marktteilnehmer in den vergangenen Tagen vielen Märkten mit einer wirtschaftlichen Erholung rechneten, bleiben sie bei manchen Märkten skeptisch.

Besonders ausgeprägt war der Optimismus in Brasilien. In einer Kombination zwischen Währungsaufwertung und steigenden Kursen an der Börse des Landes konnten europäische Anleger alleine seit Beginn des laufenden Jahres Kursgewinne von bis zu 26 Prozent verbuchen.

Die Kursschwankungen sind jedoch in allen Bereichen relativ groß. Das heißt, die bisher beobachteten Trends sind alles andere als stabil. Das zeigt sich am Mittwoch nach der Bekanntgabe schwacher amerikanischer Konjunkturzahlen: Die MBA Hypothekenanträge sind im Januar um 8,2 Prozent gefallen, der Challenger Stellenabbau-Indikator hat im Dezember mit einem Plus von 275 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahresmonat auf 274.500 angekündigte Stellenstreichungen überraschend stark zugelegt, während die Beschäftigung gemäß dem ADP National Employment Report um 693.000 zurückging.

Das sind schwache Zahlen. Sie dämpften prompt den in den vergangenen Taten gezeigten Optimismus der Anleger. Die Börsen schwächeln daraufhin, während am Devisenmarkt die kurzfristigen Trends der vergangenen Tage wieder Gegenwind erhalten. So gerät der Dollar gegen den Euro ebenso in die Defensive, wie die kurzzeitig erstarkten Währungen, während der Yen Rückenwind erhält.

Angesichts der schwachen konjunkturellen Zahlen weltweit und der düsteren wirtschaftlichen Aussichten dürfte es ratsam sein, immer wieder aufkommende Wetten auf die Wirkung umfangreicher Konjunkturprogramme und lockerer Geldpolitiken mit der notwendigen Skepsis zu betrachten und nicht auf die Stabilität kurzfristig entstehender Trends zu vertrauen.

Überschätzte Gewinnentwicklung?

Laut Morgan Stanley sind die Kursgewinne an den Börsen nur ein Strohfeuer. „Dies ist eine Bärenmarkt-Rally“, sagt Teun Draaisma, der leitende Aktienstratege für Europa, in London der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Sie birgt eher eine Chance zum Verkauf als zum Kauf.“ Zu Gewinnmitnahmen rät auch Karen Olney, Aktienstrategin bei Merrill Lynch in London. Der Trend werde sich drehen und die Kursgewinne aufzehren, schrieb die Expertin in einer Studie.

Die derzeitigen Aktienkurse entsprächen nicht den Gewinnerwartungen, sagt Draaisma. Merrill Lynch und Goldman Sachs Group gehen davon aus, dass die Gewinne der europäischen Unternehmen dieses Jahr um 20 Prozent zurückgehen. Das ist deutlich weniger als das, was der Markt bisher im Durchschnitt erwartet, obwohl die Analysten ihre Schätzungen inzwischen deutlich nach unten revidiert haben.

Nach Ansicht von Neil Dwane, Chief Investment Officer für Europa bei Allianz Global Investors, sind die Schätzungen immer noch zu hoch. „In Bezug auf die Unternehmensgewinne 2009 ist der Markt zu optimistisch“, lautet sein Urteil im Interview mit Bloomberg TV. Die 505 europäischen Unternehmen, die seit der Erholung des MSCI Europe Daten vorgelegt haben und deren Entwicklung Bloomberg verfolgt, verzeichneten im Schnitt einen Gewinneinbruch von 75 Prozent.

Draaisma erwartet für europäische Aktien keine großen Zuwächse. Merrill Lynch und Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Aktienmärkte des Kontinents in den nächsten Monaten sogar neue Tiefstände markieren werden. Für das Gesamtjahr halten sie hingegen ein Plus von 13 oder. 20 Prozent für möglich - vorausgesetzt, die Kreditmärkte erholen sich und der Abschwung verlangsame sich.

Nach einem baldigen Ende der Talfahrt sieht es jedoch nicht aus: Der Einkaufmanagerindex für Europa, den das Analyse Institut Markit Economics ermittelt, sank im Dezember auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung 1998. Und in Deutschland, der größten Volkswirtschaft innerhalb des Euroraums, stieg die Arbeitslosigkeit im Dezember ebenfalls stärker als erwartet.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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