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Devisenmarkt Währungen in Asien dürften mittelfristig aufwerten

06.03.2007 ·  War es in den vergangenen Tagen zunächst zu einer deutlichen Aufwertung der „Tiefzinswährungen“ gekommen, so zeigt sich am Dienstag eine Gegenbewegung. Allerdings deutet vieles auf eine weitere Aufwertung der asiatischen Währungen hin.

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Nach einer deutlichen Aufwertungsbewegungen im Rahmen des allgemein um sich greifenden Trends zur Reduktion risikoreicher Anlagen ist der Yen im Zusammenhang mit der Gegenbewegung von Montag auf Dienstag wieder in die Defensive gegen Euro und Dollar geraten.

Ein Blick auf die fundamentale Unterbewertung, den Abwertungstrend der vergangenen zwölf Jahre und nicht zuletzt auch auf den Aufwertungsdruck auf die übrigen Währungen Asiens macht jedoch deutlich, dass künftig ein Beitrag zum Abbau der internationalen Handels-, Leistungsbilanz-, Devisen- und Zinsungleichgewichte über die Währungsschiene laufen muss.

Der Yuan befindet sich in einem Aufwertungstrend ...

Da China im Jahr 2005 die eigene Währung nach einem jahrelangen „Peg“ vom Dollar gelöst und inzwischen um 6,5 Prozent auf zuletzt 7,7416 Yuan je Dollar aufgewertet hat und weiter aufwerten dürfte, können sich auch die anderen Länder der Region dieser Bewegung anschließen, ohne Wettbewerbsnachteile zu erleiden.

Das gilt insbesondere auch für Japan, das sich in den vergangenen Jahren über eine durch teilweise massive Interventionen künstlich geschwächte Währung nach dem Platzen der durch eine zu lockere Geldpolitik entstandenen Spekulationsblase auf Kosten der restlichen Welt Wettbewerbsvorteile verschafft und sich auf diese Weise zumindest in Ansätzen saniert hat.

Da sich die Finanzmärkte nach der bis ins Jahr 2003 dauernden Baisse darauf kapriziert hatten, im Umfeld tiefer Renditen an den Rentenmärkte immer höhere Risiken einzugehen und die japanische Zentralbank den Leitzins tief gehalten hat, wanderten immer mehr Anlagegelder auf der Suche nach Rendite ins Ausland ab. Auf diese Weise wurde die Währung des Landes zusammen mit den so genannten „Carry Trades“ und der dadurch ausgelösten Kapitalströme zunächst schwach gehalten, ohne das interveniert werden musste.

Erst in den vergangenen Tagen trat so etwas wie eine Gegenbewegung ein. Sie wurde weniger verursacht durch die jüngste Zinserhöhung der Bank of Japan um 25 Basispunkte auf 0,5 Prozent, als vielmehr durch die Vermutung, die Renditeaussichten an den internationalen Finanzmärkten trübten sich ein. Diese Vermutung oder Befürchtung wird einerseits unterlegt durch rekordhohe Gewinnspannen der Unternehmen. Denn diese werden sich kaum auf dem aktuellen Niveau halten lassen.

... der unter anderem auch von einer latenten Dollarschwäche untermalt wird

Andererseits zeigt die amerikanische Wirtschaft, der bisherige Motor der Weltkonjunktur, Schwächezeichen. Sie lassen sich aus dem deutlich nach unten revidierten Wachstum im vierten Quartal des vergangenen Jahres, den schwachen Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter ebenso ableiten wie aus schwachen Produktivitätszahlen, Hausverkäufen und Auftragseingängen io der Industrie im Januar, die am Dienstag veröffentlich wurden. Gleichzeitig sind die Lohnstückkosten unerwartet stark gestiegen. Das ist keine besonders gute Mischung. Sie dürfte einen Schatten auf zu optimistische Erwartungen legen.

Genau das hatte in den vergangenen Tagen zumindest in Ansätzen zu einer Korrektur der Carry Trades geführt. Sollte sich die Schwäche der amerikanischen Wirtschaft bestätigen, dürfte diese Korrekturtendenz wieder aufleben und den Yen und den Schweizer Franken weiter aufwerten lassen, auch wenn spekulative Gegenbewegungen immer möglich sein werden. In Asien gibt der Yuan die Richtung mit vor.

Alleine schon um die von den auflaufenden Währungsreserven von mehr als 1.000 Milliarden ausgehenden Preiseffekte zu dämpfen, dürfte die Währung mittel- und langfristig weiter aufgewertet werden. Es sei denn, in China liefe etwas schief und verleitete die Anleger zu Versuchen, das investierte Kapital abzuziehen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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