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Devisenmarkt Währungen der Schwellenländer mit Aufwertungspotential

20.01.2004 ·  Die Währungen vieler Schwellenländer gelten als unterbewertet. Etliche davon werden durch Interventionen künstlich niedrig gehalten. Doch das könnte sich 2004 ändern, schreibt Morgan Stanley in einer Studie.

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Volkswirtschaftlich gesehen stehen viele Schwellenländer so gut da wie seit langem nicht mehr. Vor diesen Hintergrund ist es auffällig, daß viele dieser Währungen in jüngster Zeit trotzdem nicht aufwerteten, was nicht zuletzt auf Interventionen zurückzuführen war.

Doch bei der Investmentbank Morgan Stanley äußert man sich sicher, daß diese künstlichen Maßnahmen nicht ewig greifen werden. Sie sieht die Währungen aus Schwellenländern in diesem Jahr tendenziell aufwerten. Ihren Kunden raten die Analysten deshalb, in etlichen Fällen auf steigende Wechselkurse im Verhältnis zum Dollar zu setzen.

Historisch auffällige Charakteristiken

Was für die Währungen der Schwellenländer spricht, sind Charakteristiken in den Zahlungsbilanzen, die historisch praktisch einmalig sind. Alle drei Regionen, sei es nun Asien, Europa oder Lateinamerika, weisen zusammengefaßt Überschüsse in den Handels-, Leistungs- und Zahlungsbilanzen auf.

So hat sich das Defizit in den addierten Leistungsbilanzen der Schwellenländer zu Beginn der neunziger Jahre in Höhe von fast 100 Milliarden Dollar im Jahr 2003 in einen Überschuß von fast 150 Millionen Dollar verwandelt. Das bringt für diese Länder den netten Umstand mit sich, daß ihre Volkswirtschaften weniger anfällig für internationale Schocks geworden sind.

Ebenfalls auffällig ist auch der Trend, daß die Notenbanken der Schwellenländer in großen Summen Devisenreserven mit dem Ziel anhäufen, dadurch die Wechselkurse ihrer Währungen von dramatischen Aufwertungen abzuhalten. Doch nach Einschätzung von Morgan Stanley werden diese Versuche letztlich zum Scheitern verurteilt sein. Schließlich könne man nicht auch gleichzeitig die Inflation im Zaum halten, was aber unabdingbar zur Zielerreichung sei.

Asiatische Währungen müßten eigentlich aufwerten

Die Analysten stellen sich vor diesem Hintergrund in diesem Jahr auf abnehmende Interventionen am Devisenmarkt ein. Selbst China werde vermutlich auf eine etwas flexiblere Handhabung bei der Steuerung der an den Dollar gebundenen Landeswährung Yuan umschwenken. Eine dann mögliche Aufwertung werde aber wahrscheinlich nicht so stark ausfallen, wie derzeit allgemein vom Markt erwartet wird.

Generell wird den asiatischen Währungen aber praktisch unter Berücksichtigung aller Beurteilungskriterien eine Unterbewertung bescheinigt. Nur außergewöhnlich hohe Interventionen von Seiten der Notenbanken hätten im Vorjahr eine Aufwertung verhindert. Bei Morgan Stanley glaubt man, daß sich das in diesem Jahr ändern wird. So dürfte die Erholung der Weltkonjunktur und ein stärkerer japanischer Yen den Widerstand der Vertreter der Notenbanken mildern. Zudem dürften auch die Kosten der Interventionen im Verhältnis zu ihrem Nutzen steigen, was sie für die betroffenen Länder weniger vorteilhaft erscheinen lassen werde.

Auch Zloty und Rubel sind für Morgan Stanley unterbewertet

Bei den asiatischen Währungen sieht Morgan Stanley insbesondere beim Singapur-Dollar und dem taiwanesischen Dollar Chancen für eine Aufwertung im Verhältnis zum Dollar. Zudem berichten die Analysten mit Blick auf Lateinamerika, daß aus ihrer Sicht die Währungen Argentiniens und Brasiliens deutlich unterbewertet sind.

Besondere Erwähnung findet zudem noch die nach ihrem Urteil zu konstatierende Unterbewertung des polnischen Zloty sowie des russischen Rubel. In beiden Fällen könnten Kapitalzuflüsse im Jahr 2004 aber zu einer Aufwertung führen. Als deutlich überbewertet wird letztlich noch der südafrikanische Rand bezeichnet, doch wird darauf hingewiesen, daß hier eine genaue Einschätzung der Lage wegen unzureichender Statistiken schwierig sei.

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