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Devisenmarkt Von der Yen- zur Dollarerholung?

16.01.2008 ·  Der Yen und der Schweizer Franken erholen sich schon seit Tagen von der vorhergehenden Kursschwäche, da Anleger die sogenannten Carry Trades reduzieren. Ähnliches scheint auch beim amerikanischen Dollar denkbar zu sein.

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Die Kursbewegungen am Devisenmarkt waren in den vergangenen Tagen ziemlich ausgeprägt. Sie zeigten sich nicht etwa in neuen Kursrekorden zwischen Euro und Dollar, sondern auch in Form der deutlichen Erholung niedrig verzinslicher Währungen.

So konnte der japanische Yen seit dem 26. Dezember des vergangenen Jahres gegen den Euro mehr als fünf Prozent zulegen auf 157,4 Yen je Euro, der Schweizer Franken wertete gleichzeitig um knapp 3,4 Prozent auf zuletzt 1,6244 Franken je Euro auf.

Yen und Franken erholen sich aufgrund der Kapitalströme

Noch deutlich ausgeprägter fiel die Erholung der im Rahmen der so genannten Carry Trades Jahre lang schwächelnden Währung gegen den kanadischen Dollar („Loonie“), den mexikanischen Peso, das britische Pfund, den südkoreanischen Won, den Neuseeland-Dollar und nicht zuletzt auch gegen den amerikanischen Dollar aus. Gegen den „Loonie“ legte der Yen 10,4 Prozent zu und gegen den amerikanischen Dollar knapp sieben Prozent.

Während sich die Kurserholung der Schweizer Währung fundamental aufgrund der relativ robusten Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz noch einigermaßen erklären lässt, dürfte das mit Blick auf die japanische Konjunktur schwerer fallen. Denn in den vergangenen Wochen verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass die japanische Wirtschaft stagnieren könnte.

Umkehrung der Ströme und Argumente

Wieso sollte die Währung des Landes also gegen den amerikanischen Dollar aufwerten, wo sich doch die amerikanische Konjunktur sehr wahrscheinlich aufgrund der Immobilien- und Kreditkrise schon in einer Rezession befindet? Ähnliches gilt für die Währung Kanadas, Großbritanniens und auch Mexikos. Immerhin machen sich auch in diesen Staaten wirtschaftliche Schwächezeichen bemerkbar.

Möglicherweise kehren sich die Argumente aufgrund der Finanzmittelströme und der -bestände gerade um. So investierten in den vergangenen Jahren viele Anleger aus Ländern mit niedrigen Zinsen im Ausland, um auf diese Weise im Rahmen der Hausse der internationalen Finanzmärkte eine höhere Rendite als zuhause erzielen zu können.

Nun, da diese Renditen nicht mehr oder zumindest nicht mehr im Ausmaß der vergangenen Jahre zu erwarten ist und da die Volatilitäten und damit die Verlustrisiken zugenommen haben, holen diese Anleger ihre Gelder zurück ins eigene Land. Auf diese Weise wird eine Aufwertung des Yen und auch des Schweizer Franken induziert.

Auch beim Dollar möglich?

Eine Analyse der Währungsanalysten der UBS zeigt, dass Währungen wie der Yen, der Franken und die norwegische Krone in der Regel von einem volatiler werdenden Umfeld profitieren, während andere eher in die Defensive geraten. Möglicherweise kann jedoch künftig auch der amerikanische Dollar von Repatriierungsbewegungen profitieren.

Immerhin haben die amerikanischen Vermögensverwalter in den vergangenen Jahren den Anteil internationaler Werte in ihren Depots deutlich erhöht von rund 13 Prozent im März des Jahres 2002 auf bis zu 27 Prozent Ende des vergangenen Jahres. Auf diese Weise konnten sie sowohl vom fallenden Dollar als auch von den boomenden Finanzmärkten im internationalen Bereich profitieren.

Auf diese Weise wurde der Euro gegen den Dollar zusammen mit den entsprechenden Zinserwartungen von Hoch zu Hoch getrieben. Inzwischen haben jedoch die Zinserwartungen zwischen den beiden Währungen möglicherweise ihren Extremwert erreicht. Beinahe jeder realisiert inzwischen, wie schwach die amerikanische Wirtschaft ist und rechnet aus diesem Grund mit deutlichen Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten. Auf der anderen Seite scheint die Wirtschaft in der restlichen Welt bisher relativ robust zu entwickeln und die Europäische Zentralbank sorgt sogar noch für Zinserhöhungserwartungen.

Die Gnade der frühen Schwäche

Sollte sich die konjunkturelle Entwicklung in Europa und in den Schwellenländern deutlicher abschwächen als bisher erwartet und auf diese Weise die Zinserwartungen ad absurdum führen, könnten die ausländischen Anleger zu Gewinnmitnahmen in diesen Regionen neigen und die Erlöse repatriieren. Das alleine könnte schon zu einem deutlichen Umschwung bei der Wechselkursentwicklung führen.

Dieser könnte noch dadurch verstärkt werden, dass die amerikanische Wirtschaft früher als alle anderen geschwächelt hat und deswegen auch wieder früher aus der Krise herauskommen könnte. Immerhin kann sie über den Exportbereich vom schwachen Dollar deutlich profitieren, zusätzlich wird sie sehr wahrscheinlich wieder von sinkenden Zinsen stimuliert.

Zudem würde eine schwächere Weltwirtschaft die Einnahmen der Energie- und Rohstoffstaaten bremsen und auf diese Weise den Diversifikationszwang hinaus aus dem Dollar hinein in andere Währungen mindern. Insgesamt scheint eine Erholungsbewegung des Dollars möglich zu sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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