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Freitag, 10. Februar 2012
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Devisenmarkt Vietnamesischer Dong nach Abwertung auf einem Rekordtief

18.08.2010 ·  Vietnam hat überraschend den heimischen Dong abgewertet. Analysten führen den Schritt auf das Leistungsbilanzdefizit und die geringen Devisenreserven zurück.

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Gegenüber dem Dollar verlor die vietnamesische Landeswährung zur Wochenmitte 1,1 Prozent auf 19.320 Dong für einen Dollar. Das war gleichbedeutend mit einem Rekordtief. Damit bewegt sich die Notiz etwas über dem von der Notenbank angekündigten Abwertungsniveau von 18.932 Dong. Wie bisher gibt es ein Währungsband von drei Prozent, innerhalb dem der Dong nach oben und unten schwanken darf.

„Die Idee hinter der Zinssenkung ist es, das Handelsbilanzdefizit anzugehen, dass sich in den vergangenen sieben Monaten fast verdoppelt hat“, erklärt Volkswirt Ho Woei Chen von der United Overseas Bank. „Denn damit gehen Sorgen um die Währung einher und das Defizit hat auch bereits signalisiert, dass der Dong abgewertet werden muss, um die Exporte anzukurbeln und die Importe zu verringern.“

Doppeltes Defizit und geringe Devisenreserven als Schwachstellen

Konkret erhöhten sich die Exporte in den ersten sieben Monaten um 17,5 Prozent, während die Importe um 22,5 Prozent stiegen. Das Leistungsbilanzdefizit kletterte dadurch auf 7,4 Milliarden Dollar, was verglichen mit dem Vorjahr fast einer Verdoppelung entspricht. Und wegen dieser Entwicklung könnte der Druck auf den Dong auch weiterhin anhalten, so Ho. Zumal das Leistungsbilanzdefizit auch mit einem Haushaltsdefizit von geschätzten fast 10 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt für 2010 einhergeht.

Für die Experten von VinaSecurities ist vor diesem Hintergrund der jetzigen Abwertungsschritt mit 2 Prozent zu gering ausgefallen. „Das dürfte nicht ausreichen, um die nötige Anpassungseffekte zu bewirken. Aber immerhin handelt es sich um ein wichtiges Signal, dass die Notenbank konkrete Schritte zur Stabilisierung des Wechselkurses unternimmt.“ Ähnlich äußerte sich auch Tamara Henderson von der Australia & New Zealand Banking Group: „Die zweiprozentige Abwertung kam früher als erwartet, aber sie war auch geringer als erwartet.“

Für den Hintergrund: Am 11. Februar hatte die Notenbank den Kurs um 3,3 Prozent gesenkt und zuvor am 25. November 2009 schon um 5,0 Prozent. Damals wurde auch das Wechselkursband von 5 auf 3 Prozent verringert. „Nach der Abwertung vom Februar war fünf Monate lang Ruhe. Wenn sich die Geschichte wiederholt, könnte die Notiz non stabil bleiben bis Ende 2010“, spekulieren die Analysten bei VinaSecurities. 5 von Bloomberg News befragte Volkswirte sehen die Notiz am Jahresende bei 19.800 Dong und Mitte 2011 bei 20.000 Dong.

Anhaltende Abwertungen könnten Investorenvertrauen beschädigen

Dass es Handlungsbedarf in Sachen Leistungsbilanzdefizit gibt, machte spätestens die Ende Juli von der Ratingagentur Moody´s getroffene Entscheidung klar, die Kreditwürdigkeitsnote von BB- auf B+ zu senken. Das ist vier Stufen unter Investmentgrad. Zur Begründung würde damals neben Bedenken bezüglich der Zahl der notleidenden Kredite im Bankensektor auf das Leistungsbilanzdefizit sowie auf die geringen Devisenreserven verwiesen. Letztere reichen nach Schätzungen von Goldman Sachs nur für 7 Wochen zur Deckung der Importe aus, was ein sehr geringer Wert ist.

Es gibt somit gleich mehrere Baustellen, welche die Verantwortlichen angehen müssen. Erschwert wird diese Aufgabe nach Einschätzung von Helen Qiao von Goldman Sachs noch dadurch, dass man bei zu vielen Abwertungen Gefahr läuft, dass Investoren und Einheimische völlig das Vertrauen in die heimische Währung verlieren. Das von Premierminister Nguyen Tan Dung für die Zeit von 2011 bis 2020 angestrebte durchschnittliche jährliche Wachstum von 7 bis 8 Prozent klingt zwar gut, aber zur Zielerreichung müssen noch etliche Hausaufgaben erledigt werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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