12.12.2007 · Die Währungsreserven vieler asiatischer Staaten haben wirtschaftlich vernünftige Maße vielfach weit überschritten und sorgen für immer mehr Probleme. Auch aus politischer Sicht dürfte der Aufwertungsdruck zunehmen.
Für die Dollarabwertung in den vergangenen Jahren und Monaten gibt es viele Gründe. Dazu zählen die Zinssenkungserwartungen ebenso, wie die schwache Finanz- und Handelsbilanz und nicht zuletzt auch die so genannte „Abkoppelungstheorie“. Sie besagt, Europa und die Schwellenländer könnten sich von der amerikanischen Wachstumsschwäche abkoppeln.
Entsprechend attraktiv waren und sind sie zumindest optisch noch für die internationalen Anleger. Aus diesem Grund investieren sie stark in diesen Regionen. Alleine schon aus diesem Grund müssten die entsprechenden Währungen eigentlich deutlich aufwerten, von den zum Teil deutlich wachsenden Handelsbilanzüberschüssen in Ländern wie China gar nicht erst zu reden.
Währungsreserven haben vernünftige Maße vielfach weit überschritten
Bislang hielten jedoch viele dieser Staaten ihre Währungen entweder über tiefe Zinsen oder durch direkte Interventionen tief. Das führte einerseits dazu, dass sich die Dollarabwertung vor allem gegen die ohne größere Restriktionen handelbaren Währungen wie den Euro vollzog. So dürfte kaum verwundern, dass dieser inzwischen längst deutlich überbewertet ist. Zum anderen schwollen die Währungsreserven der entsprechenden Staaten deutlich an.
Setzt man die Bestände ins Verhältnis zu der wirtschaftlichen Leistungskraft, so wird deutlich, dass sie das vernünftige Maß inzwischen längst überschritten haben. In Singapur beispielsweise beträgt die Quote inzwischen mehr als hundert Prozent, Taiwan und Hongkong kommen auf Kennzahlen von mehr als 70 Prozent und selbst China hat inzwischen mit Währungsreserven von 1,43 Billionen Dollar bei einem nominellen Bruttoinlandsprodukt von 3,2 Billionen Dollar eine Quote von 44 Prozent.
Die Reserven führen direkt und indirekt nicht nur zu inflationären Entwicklungen in den jeweiligen Staaten, sondern da sie zu einem großen Teil noch in Dollar gehalten werden, nehmen mit zunehmender Volatilität an den Finanzmärkten und anhaltend wachsenden Währungsbeständen, die sinnvoll investiert werden sollten, auch die Kursrisiken immer weiter zu. Je mehr dieser Mittel an westlichen Kapitalmärkten investiert werden, desto größer werden sie.
Auch aus politischer Sicht dürften die Friktionen zunehmen
Nicht nur von wirtschaftlicher Seite mehren sich die Gründe, die für eine raschere und deutlichere Aufwertung der asiatischen Währungen sprechen. Sondern die Asymmetrie in der Kursentwicklung der vergangenen Jahre sorgt auch für zunehmenden politischen Druck aus Europa. Das dürfte kaum verwundern. Denn die direkte oder indirekte Koppelung der asiatischen Währungen an den Dollar hat dazu geführt, dass sie mit dem Verfall des Dollars gegen den Euro sogar abgewertet haben, obwohl die Handelsbilanzüberschüsse mit Europa immer größer geworden sind.
Diese Entwicklung lässt sich längerfristig nicht fortsetzen, da sich auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen deutlich verschlechtert. Mittel- und langfristig wird diese Konstellation die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und damit auch die Importnachfrage bremsen. Wohin aber wollen dann die asiatischen Produktionsplattformen exportieren?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |