07.05.2010 · In den vergangenen beiden turbulenten Tagen war der Yen eindeutig die stärkste Währung weltweit. Anleger haben weniger Risikoappetit und gleichen ihre Währungskonti aus. Sie werden von den Turbulenzen am europäischen Rentenmarkt verschreckt.
Der Yen profitiert von der Krise. In den vergangenen beiden turbulenten Tagen war er eindeutig die stärkste Währung weltweit. Gegen zuvor so starke Währungen wie den brasilianischen Real und den polnischen Zloty wertete er um bis zu 13 Prozent auf. Seit Jahresbeginn legte er gegen den Euro um knapp 14 Prozent zu, während er gegen den Dollar leicht abwertete.
Am Freitag kommt es zwar mit Blick auf die positiv interpretierten amerikanischen Arbeitsmarktzahlen zu einer Gegenbewegung. Allerdings wird sie zumindest nach Einschätzung der Marktstrategen von BNP Paribas nicht allzu weit tragen.
Anleger haben weniger Risikoappetit - gleichen Währungskonti aus
Sie machen für die Aufwertung der japanischen Währung in erster Linie die hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten verantwortlich. Anleger reduzierten ihre zuvor in Yen finanzierten Wertpapierpositionen und glichen in diesem Rahmen auch ihre Positionen an den Devisenmärkten aus.
Während in Europa die Diskussionen über die Finanzsituation in den verschiedenen Staaten andauere und die globale Liquidität knapper werde, lasse der Risikoappetit der Anleger nach. Das führe regelmäßig zu einer zyklischen Aufwertung der japanischen Währung. Ihr Kurs könne im Verhältnis zum Euro in diesem Rahmen auf bis 108 Yen fallen.
Zudem werden internationalen Anleger abgeschreckt von den Verhältnissen an den europäischen Rentenmärkten, heißt es. Die bildeten keinen homogenen Block mehr und hätten aus diesem Grund an Attraktivität verloren. Im vergangenen Jahr seien die Mittelzuflüsse in die Märkte europäischer Staatsanleihen von 285 auf weniger als 20 Milliarden Euro zurückgegangen.
Institutionelle Anleger werden von Turbulenzen am europäischen Rentenmarkt verschreckt
Gerade auch institutionelle Kunden, die in den vergangenen Jahren stetig in den Euro diversifiziert hatten und die auf der Suche nach attraktiven, soliden Renditen in diesem Rahmen europäische Regierungspapiere erwarben, seien verschwunden. Dazu zählen auch japanische Anleger, die wegen der tiefen Zinsen und Renditen im Binnenmarkt praktisch im Ausland investieren müssen. Führt dieser Drang unter normalen Umständen zur Abwertung des Yen, so kehrt sich das in risikoaversen Phasen wie jetzt regelmäßig um.
Die japanische Zentralbank hat auf die Aufwertung reagiert. Sie pumpte am Freitag 2 Billionen Yen in den Markt, um die Sorge vor möglichen Liquiditätsengpässen zu dämpfen. Damit hat die sie erstmals seit Dezember 2009 wieder massiv Mittel in den kurzfristigen Geldmarkt gegeben. Zuvor hatte die Angst vor einem Übergreifen der griechischen Schuldenkrise auf andere Länder im Euroraum zu einer starken Yen-Aufwertung beigetragen und die Aktienkurse in Tokio belastet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |