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Devisenmarkt Tschechische Krone zeigt weiterhin ihre Stärke

07.12.2007 ·  Die tschechische Landeswährung ist gemessen am Euro so teuer wie noch nie. Die Trends deuten zwar auf eine weitere Aufwertung hin, allerdings werden die monetären Bedingungen restriktiver und der Konsum scheint sich zu beruhigen.

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Die tschechische Krone zählte in den vergangenen Jahren zu den stärksten Währungen weltweit. Der reale effektive Wechselkurs, so wie der von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel berechnet wird, hat seit dem Jahr 2000 um rund 40 Prozent aufgewertet.

Gegen den schwachen Dollar befindet sich die Währungen in einem eindrucksvollen Aufwertungstrend, der von 41,46 Kronen im Oktober des Jahres 2000 auf zuletzt gerade noch 17,83 Kronen je Dollar geführt hat. Das entspricht einem Minus von knapp 57 Prozent und damit einer massiven Aufwertung der tschechischen Währung gegen den amerikanischen Dollar.

Krone legte selbst gegen den starken Euro zu

Selbst gegen den starken Euro hat die Krone in den vergangenen Jahren im Trend aufgewertet. Waren im März des Jahres 1999 im professionellen Handel 38,54 Kronen nötig gewesen, um eine Einheit der damals erst virtuell handelbaren europäischen Einheitswährung erwerben zu können, so sind dafür am Freitag noch 26,125 Kronen nötig. Das entspricht immerhin noch einem Minus von 32,2 Prozent in siebeneinhalb Jahren.

In den vergangenen Wochen zeigte die Aufwertungsbewegung der tschechischen Währung vor allem gegen den Euro eine besondere Dynamik. Das dürfte angesichts der konjunkturellen Entwicklung im mitteleuropäischen Lande kaum verwundern. Denn die Wirtschaft entwickelte sich in den vergangenen Jahren aufgrund einer lebhaften Konsumnachfrage robust. Das Wachstum lag nach den neusten Zahlen im dritten Quartal des laufenden Jahres bei sechs Prozent.

Das ist zwar die „geringste“ Wachstumsrate seit zweieinhalb Jahren, allerdings lag die Wachstumsrate nicht nur über den skeptischen Schätzungen von Volkswirten, sondern sie hält sich insgesamt schon seit mehr als zehn Quartale in Folge über der Sechs-Prozentmarke. Inzwischen stellt sich allerdings die Frage, ob das Nachholpotenzial des Landes, das sich ähnlich wie bei andern Staaten der Region nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und mit der Hinbewegung auf die Europäische Union aufgetan hatte, ausgereizt ist.

Monetäre Bedingungen werden restriktiver

Immerhin ist das Verbrauchervertrauen in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen und lag zuletzt bei minus 10,9. Außerdem hat die tschechische Zentralbank in den vergangenen Monaten den Leitzins von 1,75 Prozent im Jahr 2005 auf zuletzt 3,5 Prozent angehoben. Gleichzeitig sorgte auch die starke Währung für restriktivere monetäre Bedingungen, da auf diese Weise zumindest die Exportwirtschaft an Wettbewerbsfähigkeit und damit an Dynamik verloren hat. Konsum und Investitionen trugen 2,6 Prozentpunkte zum Wachstum im dritten Quartal bei, während der Export für 0,8 Prozentpunkte stand.

Gleichzeitig befinden sich die Einzelhandelsumsätze auf dem Rückzug. Das Ausgabewachstum der Haushalte lag im dritten Quartal bei 5,6 Prozent, nach sechs Prozent im Vorquartal und die Einzelhandelsumsätze lagen bei 6,8 Prozent nach 7,8 Prozent im Quartal davor. Im kommenden Jahr dürften eine höhere Mehrwertsteuer und nachlassende Staatsausgaben zu einer weiteren Beruhigung der Wirtschaftsentwicklung führen können.

Auf dieser Basis dürfte eine Beruhigung der Aufwertungsbewegung der tschechischen Krone oder gar eine Korrektur denkbar werden, auch wenn die Fundamentaldaten des Landes weiterhin robust sind.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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