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Devisenmarkt Tschechische Krone im Gegenwind

13.06.2007 ·  Die Währung der tschechischen Republik kannte in den vergangenen Jahren sowohl gegen den Euro als auch gegen den Dollar die meiste Zeit nur eine Richtung: die nach oben. Inzwischen zeichnet sich die Konsolidierung ab.

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Die Währung der tschechischen Republik kannte in den vergangenen Jahren sowohl gegen den Euro als auch gegen den Dollar die meiste Zeit nur eine Richtung: die nach oben. Inzwischen deutet sich jedoch nicht nur gegen den Dollar so etwas wie eine „Hochbildung“ an, sondern gegen den Euro hat die Währung in den vergangenen Wochen den Aufwertungstrend gebrochen.

Ausgehend von einem Hoch beziehungsweise einem Kurstief bei 27,44 Kronen je Euro im Januar des laufenden Jahres ist die Krone inzwischen um vier Prozent hoch gelaufen auf zuletzt 28,54 Kronen je Euro. Gegen den Dollar fiel der Kursverlust der Krone sogar etwas ausgeprägter aus, auch wenn es auf dem Chartbild auf den ersten Blick nicht so aussehen mag.

Überhitzt die optimistische Stimmung in der Tschechischen Republik?

Hinter der Entwicklung dürfte die zunehmende Befürchtung stehen, die Stimmung und die Wirtschaft des Landes könnte überhitzen. Die Zentralbank des Landes warnte denn auch am Dienstag in ihrem Stabilitätsreport vor dem „exzessiven Konjunkturoptimismus“, der vom bis jetzt anhaltenden Wirtschaftswachstum ausgelöst zu zunehmendem Konsum, steigenden Immobilienpreisen und vor allem auch zu erhöhten Staatsausgaben geführt habe.

Ein Wirtschaftswachstum von mehr als sechs Prozent jährlich in den vergangenen beiden Jahren, die stärksten Kohnzuwächse seit dem Jahr 2004 und mit die geringsten Kreditzinsen weltweit hätten die Konsumentennachfrage und die Nachfrage nach Hypotheken angeheizt. Das wiederum habe die Immobilienpreise deutlich nach oben getrieben.

Während die Verschuldung der Haushalte im internationalen Vergleich noch kein Problem darstelle, deuteten die Preiszuwächse bei Immobilien auf eine Art von „Blase“ hin, so die Zentralbank. Denn die Einkommen könnten mit der Preisentwicklung nicht mithalten. Aus diesem Grund könnten sich nicht nur immer weniger Personen eine Immobilien leisten, sondern gleichzeitig habe auch die Rentabilität der Objekte gemessen an den Mieteinnahmen deutlich nachgelassen. Die Anzahl der Haushalte, die mit der Bedienung ihrer Verbindlichkeiten Schwierigkeiten hätten, nehme jedoch zu.

Zentralbank sorgt sich über den Immobilienmarkt und mögliche Lohnerhöhungen

Die Zentralbank sorgt sich darüber, dass sich der Optimismus nicht nur an den anhaltend hohen Wachstumserwartungen nährt, sondern auch aus den steigenden Preise von Immobilien und Aktien. Nicht nur die Hauspreise scheinen weit gelaufen zu sein, sondern auch die Aktien des Landes. Der Prague Stock Exchange Index hat seit dem September des Jahres 2001 knapp 500 Prozent zugelegt und hält sich auf hohem Niveau. Allerdings sind die Papiere mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis von knapp 19 auf Basis der abgelieferten Gewinne nicht mehr gerade günstig.

Vor allem dann nicht, wenn man eine Normalisierung der hohen Gewinnmargen unterstellte. Sie könnten nicht nur aufgrund der internationalen wirtschaftlichen Einbindung des Landes unter Druck geraten, sondern auch aufgrund der Binnenentwicklung. So sorgt sich die Zentralbank über möglicherweise zu hohe Lohnforderungen, exzessiven Konsum und über eine rasch zunehmende Verschuldung der Haushalte.

Gleichzeitig sind auch die Zinsen und Renditen in der Tschechischen Republik im internationalen Vergleich nicht sonderlich interessant. Der 3-Monats-Pribor, also der Interbankensatz, liegt gerade einmal bei 2,83 Prozent, die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen liegt bei 4,63 Prozent und damit exakt auf dem Niveau deutscher Staatspapiere.

Insgesamt scheint sowohl bei der Währung als auch am Aktienmarkt schon ein großes Maß an positiven Nachrichten „eingepreist“ zu sein. Aus diesem Grund dürften eine Konsolidierung der Währung oder gar Gewinnmitnahmen kaum überraschen, während das Aufwertungspotential vor allem in einem Umfeld zunehmender Unsicherheit begrenzt sein dürfte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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