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Devisenmarkt Tschechische Krone erreicht neue Rekorde

14.02.2008 ·  Die tschechische Landeswährung ist gemessen am Euro so teuer wie noch nie. Die Trends deuten auf eine weitere Aufwertung hin. Eine dynamische Inflationsentwicklung zwingt die Zentralbank zu Zinserhöhungen.

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Tschechien hat ein Inflationsproblem. Nach einem langjährigen Trend nach unten hat die Inflationsrate in den vergangenen Monaten nach oben gedreht und deutlich zugelegt .Im Januar lag die Inflationsrate auf Jahresbasis bei 7,5 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit knapp zehn Jahren.

Auch auf der Produktionsseite steigen die Preise. Alleine im Januar legten sie im Vergleich mit dem Vormonat um 1,9 Prozent zu. Die Produzentenpreise legten im Januar auf Jahresbasis um sechs Prozent zu. Das ist deutlich mehr als der Markt erwartet hatte. Die Preissteigerungen sind zwar zunächst auf die Anpassung regulierter Preise zurückzuführen, die üblicherweise im Januar vorgenommen werden. Allerdings sieht der längerfristige Trend nicht sonderlich ermutigend aus.

Zentralbank erhöht den Leitzins Schritt für Schritt

Auf dieser Basis dürfte kaum verwundern, dass die Zentralbank schon sei Monaten versucht gegenzusteuern. Seit Oktober des Jahres 2005 hat sie den Repo-Satz in sieben Schritten von einem Rekordtief von 1,75 Prozent auf zuletzt 3,75 Prozent angehoben. Die jüngste Zinserhöhung um einen Viertelbasispunkt fand am siebten Februar statt.

Auf Basis dieser Zinsentwicklung und der anhaltenden Zinserwartungen dürfte kaum verwundern, dass die Währung des Landes den langjährigen Aufwärtstrend gegen Euro und Dollar fortsetzt. Gegen den Euro hat die Aufwertungsdynamik in den vergangenen Wochen sogar zugenommen. Mit 25,268 Kronen je Euro und 17,2917 Kronen je Dollar befindet sich die tschechische Währungen gegen ihr europäisches und auch gegen ihr amerikanisches Pendant auf Höchstständen.

Die tschechische Zentralbank versuchte bei der jüngsten Zinserhöhung zwar, weitere Zinserhöhungserwartungen zu dämpfen. Sie zeigte sich optimistisch, der Inflationsdruck werde im laufenden Jahr aufgrund wegfallender Basiseffekte abnehmen und sogar Zinssenkungen möglich machen. Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Immerhin besteht das Risiko, dass aufgrund der gegenwärtigen Preisdynamik die Inflationserwartrungen außer Kontrolle geraten und zu Zweitrundeneffekten führen. Immerhin haben in den vergangenen Monaten vor allem die Energie- und die Nahrungsmittelpreise deutlich angezogen.

Tschechische Krone befindet sich in einem robusten Aufwertungstrend

Auf dieser Basis dürften die Zinsen in Tschechien nicht so bald sinken, auch wenn die Industrieproduktion im Dezember etwas schwächelte. Ihre Wachstumsrate lag bei 2,9 Prozent. Im Gesamtjahr 2007 lag das Wachstum jedoch bei 8,2 Prozent - und das kann sich sehen lassen. Das Konsumenten- und Unternehmensvertrauen hat im Januar des laufenden Jahres jedoch wieder zugenommen, nachdem es zuvor von seinen Höchstständen zurückgekommen war.

Insgesamt spricht vieles dafür, dass die tschechische Krone weiterhin zu einer gewissen Stärke tendieren wird. Immerhin hilft die Aufwertung der Zentralbank, die Inflation unter Kontrolle zu bekommen. Zudem haben so robuste Trends wie der der Krone ein starkes Beharrungsvermögen. Das Land ist zwar wirtschaftlich stark mit Westeuropa verbunden und dürfte aus diesem Grund eine wirtschaftliche Abschwächung in dieser Region spüren können. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob der überbewertet Euro nicht stärker abwerten würde als die Krone. Auch gegen den Dollar ist die Aufwertungsbewegung noch eindeutig. Die amerikanische Währung müsste schon deutlichen Rückenwind erhalten, um einen Trendwechsel gegen die Krone bewirken zu können.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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