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Devisenmarkt Trichet stärkt mit Zinssignal den Euro

03.03.2011 ·  Mit Kursgewinnen von bis zu einem Prozent in wenigen Sekunden reagiert der Kurs des Euro gegen den Dollar auf Äußerungen von Jean-Claude Trichet, die europäische Zentralbank könne vielleicht schon im April den Leitzins erhöhen.

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Mit Kursgewinnen von bis zu einem Prozent innerhalb von Sekundenbruchteilen reagiert am Donnerstag der Kurs des Euro gegen den Dollar auf Äußerungen von Jean-Claude Trichet, die europäische Zentralbank (EZB) könne möglicherweise sogar schon im April den Leitzins erhöhen.

Der Kurs stieg von 1,3840 auf bis zu 1,3950 Dollar. Gegen den Yen und gegen den Schweizer Franken fielen die Kursgewinne noch deutlicher aus.

Risiken steigender Inflation

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verwies am Donnerstag auf die Risiken steigender Inflation. „Mit Blick auf die Eindämmung von Risiken für die Preisstabilität ist starke Wachsamkeit geboten,“ sagte er. Damit verstärkte der EZB-Chef seine ohnehin schon „deutliche“ Rhetorik. Mit ähnlichen Formulierungen hatte Trichet bereits in der Vergangenheit Zinserhöhungen signalisiert. Trichet wies außerdem einmal mehr darauf hin, die Zentralbank werde die Zinspolitik von sonstigen Hilfsmaßnahmen für Banken oder Staaten separieren.

„Die Anti-Inflations-Rhethorik von EZB-Chef Jean-Claude Trichet ist ziemlich scharf“, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. „Er sendet Signale, dass die Inflation als Problem wahrgenommen wird, und er bereitet die Märkte damit offenbar auf eine frühere Zinserhöhung vor.“ Derzeit liegt der Schlüsselzins in der Euro-Zone auf dem Rekordtief von einem Prozent.

Trotz der anhaltenden Finanzierungssorgen europäischer Randstaaten wie Griechenland, Irland, Portugal und anderen hatte der Euro in den vergangenen acht Monaten gegen den amerikanischen Dollar um bis zu 19 Prozent aufgewertet. Mit den jüngsten Gewinnen liegt der Kurs nur knapp unter dem im November des vergangenen Jahres erreichten Zwischenhoch von 1,4192 Dollar je Euro. Angesichts des allgemeinen Wachstumsoptimismus, des hohen Risikoappetits der Anleger und angesichts des Eindrucks der amerikanischen Zentralbank, den amerikanischen Leitzins nicht bald zu erhöhen, rechnen viele Marktteilnehmer auf Sicht mit einem relativ hohen Kurs des Euro gegen den Dollar.

Die amerikanische Zentralbank bleibt zögerlich

Ben Bernanke, der Chef der Federal Reserve, hatte am Mittwoch eine weitere Runde von Anleihenaufkäufen durch die amerikanische Notenbank nicht ausgeschlossen. Dahinter stehe das Ziel, die Konjunktur weiter zu beleben. Er wolle nicht, dass die Wirtschaft wieder in eine Rezession zurückfalle. Bei einer Anhörung vor dem amerikanischen Repräsentantenhaus war Bernanke am Mittwoch gefragt worden, welche Ereignisse eine dritte Runde so genannter quantitativer Lockerung rechtfertigen würden. Daraufhin erklärte er, die Fed wolle eine „nachhaltige Erholung“ sehen. Es gelte, einen „Double-Dip“ oder einen Stillstand der Konjunktur zu verhindern.

Derzeit läuft die zweite Runde quantitativer Lockerung in den Vereinigten Staaten, in deren Rahmen bis Juni Staatsanleihen im Volumen von insgesamt rund 600 Milliarden Dollar durch die Notenbank aufgekauft werden sollen. Die Aussagen von Bernanke legen den Schluss nahe, die Fed wolle bei diesem Plan bleiben. Genau diese Strategie jedoch führt zusammen mit der extremen Ausgabenpolitik der amerikanischen Regierung zu einem gewissen Misstrauen in die Solidität der amerikanischen Währung. Skeptiker leiten unter anderem daraus stark steigende Energie- und Rohstoffpreise ab. Sie stellten eine Flucht aus schwachen Papierwährungen in physische Werte dar, erklären sie.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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