21.06.2007 · Ähnlich wie schon die schwedische Krone am Mittwoch reagiert am Donnerstag der Taiwan-Dollar auf eine überraschend starke Anhebung des Leitzinses. Der Taiwan-Dollar setzt damit die Ende Mai etablierte Erholung gegen den Euro fort.
Ähnlich wie schon die schwedische Krone am Mittwoch reagiert am Donnerstag der Taiwan-Dollar positiv auf eine überraschend starke Anhebung des Diskontsatzes für zehntätige Gelder um 25 Basis- oder 0,25 Prozentpunkte auf zuletzt 3,125 Prozent. Das war nicht nur die zehnte Zinserhöhung in Folge, sondern gleichzeitig auch die stärkste und damit die überraschendste. Denn der Markt hatte nur mit einer Zinserhöhung um ein achtel Prozent gerechnet.
Der Taiwan-Dollar legt gegen den amerikanischen Dollar um 0,22 Prozent auf zuletzt 32,933 Taiwan-Dollar zu und gegen die europäische Einheitswährung sogar um 0,57 Prozent auf 44,062 Taiwan-Dollar je Euro. Damit setzt die Währung des asiatischen Landes die Ende April eingeleitete Erholungsbewegung gegen den Euro fort.
Taiwan-Dollar erholt sich weiter
Nach einer massiven Abwertungsbewegung in den Jahren 2000 bis ins Frühjahr des laufenden Jahres, die von 26,48 auf bis zu 45,48 Taiwan-Dollar je Euro am 30. April des laufenden Jahres geführt hatte, konnte sich die Währung gegen den Euro inzwischen immerhin um etwas mehr als drei Prozent erholen. Ob sie sich weiter wird erholen können, dürfte von der weiteren Strategie der Zentralbank abhängen.
Mit einiger Wahrscheinlichkeit dürfte sie zu weiteren Zinserhöhungen gezwungen sein. Denn erstens führen steigende Rohstoffkosten in Verbindung mit einer schwächelnden Währung zu Preisproblemen. Zweitens dürfte der Druck zunehmen, die Kapitalabflüsse aus dem Land und damit die Abwertung der Währung zu bremsen. Die Kapitalabflüsse fallen in den Rahmen der so genannten Carry Trades. So nennt man die Mittelflüsse, die in Ländern mit niedrigen Zinsen durch Anleger auf der Suche nach attraktiveren Anlagemöglichkeiten ausgelöst werden. Die Anleger kommen in der Regel sowohl aus dem Binnenmarkt, als auch aus dem Ausland. Denn was ist in einem Umfeld mit niedrigen Währungsvolatilitäten reizvoller, als sich in einem Land mit niedrigen Zinsen zu refinanzieren, um die eingenommene Liquidität in höher verzinslichen Regionen oder gar an den heiß laufenden Börsen zu investieren?
In der Vergangenheit dürften solche Strategien von verschiedenen asiatischen Staaten toleriert, wenn nicht sogar gefördert worden sein. Denn auf diese Weise konnten in einem deflationären Umfeld wenigstens die Exportwirtschaft stimulieren. Allerdings hat sich dieses Umfeld inzwischen verändert. Das zeigt sich daran, dass die taiwanesische Zentralbank im dritten Quartal des laufenden Jahres mit einer Inflationsrate von 1,9 und im vierten Quartal sogar mit einer Rate von zwei Prozent rechnet.
Stabilisieren auch andere Staaten der Region ihre Währungen?
Das ist jedoch nicht alles. Denn in Verbindung mit massiv steigenden Währungsreserven stoßen kompetitive Abwertungen, eine solche hat Taiwan mit Blick auf den langfristigen Trend des realen, effektiven Wechselkurs des Landes in den vergangenen Jahren zweifellos betrieben, auf immer mehr Widerstand. Die letzte Konsequenz wären protektionistische Maßnahmen in jenen Staaten, die bisher die Märkte der exportorientierten Staaten sind.
In diesem Sinne dürften die Zinserhöhungen in die richtige Richtung gehen, sofern sie die Währung des Landes tatsächlich stabilisieren und sogar aufwerten lassen würden. Immerhin ist der Taiwan-Dollar zusammen mit anderen Währungen der Region - zum Beispiel dem Yuan und dem Yen - vor allem gegen den Euro deutlich unterbewertet. Sowohl Japan und vor allem auch China dürften ähnliche Schritte vollziehen müssen. In diesen Sinne dürften die asiatischen Währungen für Anleger direkt oder indirekt - zum Beispiel über Aktienanlagen - interessant sein. Kurzfristig kann es allerdings immer wieder zu Gegenbewegungen kommen, da die Marktteilnehmer immer wieder geneigt sein dürften, die in der Vergangenheit so lukrativen Carry Trades immer wieder von neuem zu beleben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |