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Donnerstag, 23. Februar 2012
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Devisenmarkt Südamerikanische Währungen sind robust

20.07.2009 ·  Die Kurs- und Wertentwicklung an den internationalen Finanzmärkten bleibt zwar wetterwendisch, die Nervosität hat sich in den vergangenen Wochen jedoch deutlich zurückgebildet. Die südamerikanische Währungen zählen zu den robustesten.

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Die Kurs- und Wertentwicklung an den internationalen Finanzmärkten bleibt zwar wetterwendisch, die Nervosität hat sich in den vergangenen Wochen jedoch deutlich zurückgebildet. Denn die Volatilitäten an den Börsen und am Devisenmarkt haben sich deutlich zurückgebildet und befinden sich inzwischen auf vergleichsweise normalem Niveau.

Nach einer Zwischenkorrektur ist in den vergangenen Tagen im Rahmen überaus positiv interpretierter Konjunktur- und Unternehmensdaten der Risikoappetit der Anleger rasch und deutlich zurückgekehrt. Das sei „Optimismus aus dem Nichts“, hieß es von Seiten jener Analysten, die die Entwicklung ihrer Stimmung verfolgen.

Südamerikanische Währungen zählen zu den robustesten

Auch wenn sich die Volatilitäten zurückbildeten, so ließen sich in den vergangenen Wochen zumindest am Devisenmarkt nur wenige eindeutige Trends etablieren oder halten. Was auffiel war kurzfristig lediglich eine gewisse Schwäche des amerikanischen Dollars und dessen Satelliten, während auf der anderen Seite der kanadische Dollar, der polnische Zloty und vor allem die südamerikanischen Währungen Brasiliens, Chiles und Kolumbiens eine gewisse Stärken zeigten.

Alleine sie setzen die Korrektur- und damit Aufwertungstrends mit einer gewissen Verlässlichkeit fort, die nach der massiven Abwertungsbewegung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zum folgenden Jahresende hin etabliert werden konnten. Tatsächlich lässt sich die Kursentwicklung einerseits mit der Erwartung begründen, dass die Rohstoffpreise künftig eher nach oben als nach unten laufen werden, dass sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten rasch und deutlich von ihrer Schwäche wird erholen können und dass die südamerikanischen Unternehmen in diesem Rahmen ihre Gewinne deutlich werden steigern können.

Staaten wie Chile und Brasilien würden überproportional von hohen Energie- und Rohstoffpreisen im Rahmen einer auflebenden Nachfrage profitieren können. Denn diese Staaten verfügen über hohe Vorkommen, konnten in den vergangenen Jahren mit entsprechenden Exporten hohe Einnahmen generieren und damit ihre Bilanzen sanieren. Das versetzte sie in die Lage, aktiv und expansiv auf die Krise zu reagieren.

Trends halten vorerst an - Risiken nicht zu verkennen

Die chilenische Zentralbank hat den Leitzins von 8,25 Prozent noch im Januar des laufenden Jahres in nie zuvor gesehener Geschwindigkeit und Massivität auf inzwischen gerade noch 0,5 Prozent gesenkt und eine längere Zinspause angekündigt. Die Wirtschaft schrumpfte im Mai um 4,4 Prozent auf Jahresbasis, die Inflationsrate des Landes war im Juni auf 1,9 Prozent gefallen, nachdem sie noch im Oktober des vergangenen Jahres ein Zehnjahreshoch von 9,9 Prozent erreicht hatte. Die Zentralbank des Landes strebt eine Inflationsrate von drei Prozent an.

Die brasilianische Zentralbank hat ihren Leitzins von 13,75 auf zuletzt 9,25 Prozent heruntergeschleust. Experten gehen davon aus, dass noch mindestens eine Zinssenkung auf dann 8,75 Prozent kommen wird, nachdem das Land in die erste Rezession seit dem Jahr 2003 gerutscht ist. Allerdings fiel sie mit einem Minus von 0,6 Prozent im ersten Quartal nach minus 3,6 Prozent im vierten Quartal des vergangenen Jahres schon relativ milde aus.

Die Zinssenkungen haben zusammen mit Wetten auf eine rasche wirtschaftliche Erholung sowohl die Rentenpapiere als auch die Aktien in beiden Ländern nach oben getrieben. Europäische Anleger konnten seit Jahresbeginn mit brasilianischen Aktien 68 Prozent Rendite erzielen, 41 Prozent mit Kursgewinnen in lokaler Währung und den Rest mit Währungsgewinnen. Mit Blick auf Chile sehen die Verhältnisse vergleichbar aus.

Diese Trends mögen vorerst anhalten. Allerdings sollte nicht verkannt werden, dass in Chile die Zinssenkungsphantasie vorständig erschöpft ist, während in Brasilien die Inflationserwartungen mit 4,5 Prozent vergleichsweise hoch und zuletzt gestiegen sind.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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