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Devisenmarkt Südafrikanischer Rand - noch relativ schwach

24.09.2007 ·  Der südafrikanische Rand befindet sich seit Monaten in der Defensive gegen den Euro. Grundsätzlich bietet jedoch das Zinsniveau des Landes ebenso starke Reize, wie der Aufwärtstrend der fair bewerteten Aktien und des Goldpreises.

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Nach einer beachtlichen Aufwertungsbewegung in den Jahren 2001 bis Anfang des Jahres 2006 brach der südafrikanische Rand durch den Aufwertungstrend gegen den Euro und befindet sich seitdem in der Defensive.

Waren im Februar 7,17 Rand nötig gewesen, um einen Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können, so sind dafür inzwischen 9,8172 Rand nötig. Der mittelfristige Trend zeigt weiterhin nach oben und deutet auf diese Weise zumindest aus technischer Sicht auf einer weitere Abwertung hin.

Südafrikanische Börse läuft im Trend fir bewertet nach oben

Hintergrund der Abwertungsbewegung war einerseits das Leistungsbilanzdefizit Südafrikas, das zusammen mit der Zinserhöhungspolitik der Zentralbank des Landes - sie reagierte damit auf eine hoch laufende Inflationsrate von zuletzt 6,5 Prozent - und dem zwischenzeitlich reduzierten Risikoappetit der internationalen Anleger zumindest die Anleihen des Landes in die Defensive geraten ließ.

Auf der anderen Seite lief und läuft die südafrikanische Börse im Trend nach oben. Der FTSE/JSE Africa All Shares Index liegt am Montag mit einem Stand von 29.709 Zählern nur knapp unter dem noch im Juli erreichten Allzeithoch von 29.961 Zählern. Das dürfte kaum verwundern, denn die Papiere sind mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis von etwas mehr als 13 und einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,6 Prozent vergleichsweise vernünftig bewertet.

Auf dieser Basis scheint die relative Schwäche der südafrikanischen Währung etwas seltsam anzumuten. Im Gegensatz zum kanadischen Dollar, der sich gegenwärtig durch eine ausprägte Stärkephase auszeichnet, scheint der Rand bisher nicht von der relativen Stärke der Rohstoffpreise zu profitieren. Dabei ist in den vergangenen Tagen nach der überraschend starken amerikanischen Leitzinssenkung der Goldpreis deutlich nach oben gelaufen.

Davon sollte der Rand zumindest in einem Umfeld mit wieder zunehmendem Risikoappetit profitieren können. Immerhin scheint sich auch das Leistungsbilanzdefizit bei etwa 6,5 Prozent des Sozialproduktes zu stabilisieren. Gleichzeitig dürften sich zunehmende Direktinvestitionen ebenso bemerkbar machen, die im Hinblick auf die im Jahr 2010 anstehende Fußballweltmeisterschaft getätigt werden, wie mögliche Übernahmen.

Deutlicher Zinsvorteil der südafrikanischen Währung

Das Wirtschaftswachstum Südafrikas lag im zweiten Quartal des laufenden Jahres bei fünf Prozent auf Jahresbasis. Das ist zwar etwas weniger als im ersten Quartal. Angesichts des zuletzt auf zehn Prozent erhöhten Leitzinses allerdings zeigt sich das Wachstum relativ robust. Einerseits wirken sich die Zinserhöhungen dämpfend auf den Konsum aus. Das ist beabsichtig, um die Inflationsentwicklung unter Kontrolle zu halten. Auf der anderen Seite machen sich Infrastrukturinvestitionen positiv bemerkbar. Sie werden nach optimistischen Regierungsprognosen dafür sorgen, dass das Wachstum in den kommenden drei Jahren auf bis zu sechs Prozent und die Arbeitslosenquote von gegenwärtig 25,5 Prozent nach unten bringen wird.

Die Bausausgaben legten im vergangenen Quartal um 14,4 Prozent zu, nachdem sie im ersten Quartal noch um 21 Prozent zugenommen hatten. Während der Minenbereich in den vergangenen Monaten einen schwachen Beitrag zum Wachstum leistete, profitierte der Agrarbereich von den hohen Preisen für Mais, Weizen und anderen Agrargütern.

Angesichts des Zinsvorteils - der südafrikanische Ein-Monatszins liegt bei 10,2 Prozent, die zehnjährigen Staatsanleihen in lokaler Währung rentieren mit 8,4 Prozent -, des Wachstums, der mittelfristigen Perspektive und nicht zuletzt auch der fairen Bewertung der Aktien des Landes dürfte auch die Währung gewisse Reize bieten. Die Risiken sind allerdings bekannt: Sie liegen vor allem in der sich abzeichnenden Schwäche der amerikanischen Konjunktur, restriktiverer Kreditvergaben und der dadurch möglicherweise ausgelösten Korrekturbewegungen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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