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Devisenmarkt Starker Franken belastet Osteuropa

28.06.2010 ·  Die Wirtschaftteilnehmer Polens, Ungarns, Rumäniens und Bulgariens erhalten Gegenwind von der massiven Aufwertung des Schweizer Frankens. Der frühere Vorteil von Fremdwährungskrediten hat sich inzwischen in einen Nachteil verwandelt.

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Die wirtschaftliche Entwicklung der osteuropäischen Staaten lässt sich nach dem großen Einbruch der vergangenen Jahre zwar nicht über einen Kamm scheren.

Während sie sich in Polen mit einem Zuwachs der Industrieproduktion im Mai mit einem Plus von 14 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr vergleichsweise robust entwickelt und selbst Ungarn statistisch von Basiseffekten profitieren kann, sieht sie in Rumänien und Bulgarien deutlich verhaltener aus.

Vorteil von Fremdwährungskrediten ...

Auf der Währungsseite profitieren die Wirtschaftteilnehmer Polens, Ungarns und Rumäniens von einer leichten Abwertung ihrer Währungen gegen den Euro in den vergangenen Wochen. Dagegen erhalten sie jedoch Gegenwind von der massiven Aufwertung des Schweizer Frankens. Tatsächlich hat der bulgarische Lew gegen die Schweizer Währung seit August des vergangenen Jahres etwas mehr als zwölf Prozent abgewertet, der rumänische Leu knapp 15 Prozent, der ungarische Forint knapp 18 Prozent und der polnische Zloty hat seit März knapp 14 Prozent verloren, nachdem er sich etwas vom 42 Prozent-Verlust des Jahres 2008 erholt hatte.

Diese Kursentwicklungen sind wichtig. Denn in den vergangenen Jahren führte die allgemeine und undifferenzierte Europa-Konvergenzeuphorie nicht nur zu unwahrscheinlich tiefen Renditen in den südeuropäischen Randstaaten, sondern auch in Osteuropa. Dort konnten sich in diesem Rahmen nicht nur die Staaten immer günstiger refinanzieren, sondern Unternehmen und Privathaushalte nahmen viele Kredite in ausländischer Währung auf. Vor allem in Schweizer Franken, da in der Schweiz das Zinsniveau außerordentlich tief ist und war.

... hat sich inzwischen in einen Nachteil verwandelt

In Staaten wie Ungarn und Rumänien wurden zwischen 60 und 70 Prozent aller Privatkredite in fremden Währungen aufgenommen. Auch in Polen und Bulgarien ist und war der Fremdwährungsanteil hoch, wenn auch nicht so ausgeprägt wie in den beiden anderen Staaten oder wie in Österreich. Tiefe Zinsen im Ausland sind allerdings nur dann interessant, wenn der Wechselkurs zwischen dem In- und Ausland stabil bleibt oder wenn die heimische Währung sogar aufwertet. Verzerrte Risikowahrnehmungen, einseitige Positionierungen der Anleger und die auf diese Weise entstehenden Trends führten vor der Finanzkrise in Osteuropa zu einer äußerst vorteilhaften Kombination zwischen aufwertenden Währungen und sehr tiefen Auslandszinsen.

Die Finanzkrise hat diese Entwicklung nicht nur gestört, sondern sie geradezu ins Gegenteil verkehrt. Da der Schweizer Franken aufwertet, Schweizer Banken ihre Risiken reduzieren und gleichzeitig Bilanzen schrumpfen wollen oder müssen, werden Franken-Kredite für ausländische Anleger immer teurer und zwingen sie direkt oder indirekt zu Absicherungsstrategien. Das verstärkt bis auf Weiteres die Eigendynamik der Kursentwicklung der Schweizer Währung, nachdem die Schweizer Notenbank vorerst Bemühungen aufgegeben hat, die Aufwertung mit Interventionen zu stoppen. Dieser Effekt kann die wirtschaftliche Entwicklung in Osteuropa bremsen, da die Refinanzierungskosten steigen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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