19.04.2004 · Im Zuge des Euro-Beitritts der EU-Beitrittsländer könnte es zu spekulativen Attacken auf deren Währungen kommen. Auf diese Gefahr weist der international sehr renommierte Finanzfachmann George Soros hin.
Der milliardenschwere Investor George Soros hat die Währungen der osteuropäischen EU-Beitrittsländer in der Phase, in der sie sich auf den Euro-Beitritt vorbereiten werden, als anfällig für spekulative Attacken bezeichnet. Und wenn es um Spekulationen am Devisenmarkt geht, weiß Soros wovon er spricht. Schließlich hat er 1992 maßgeblich zum Ausscheren des britischen Pfund aus dem Europäischen Wechselkurssystem beigetragen und dabei über eine Milliarde Dollar verdient.
Um die Risiken möglichst gering zu halten, rät Soros den betroffenen Ländern dazu, die Probephase, in der sie sich auf die endgültige Euro-Einführung vorbereiten und in der ihre Währungen aus einem vorgegebenen Kursband von plus/minus 15 Prozent nicht ausbrechen dürfen, möglichst kurz zu halten. Bekanntlich treten am ersten Mai zehn Neulinge der Europäischen Union bei und einige von ihnen wollen schon bald den Euro als alleiniges Zahlungsmittel einführen.
Baltikum-Staaten sehen keine großen Probleme
„Es besteht die Gefahr, daß die Kursbänder verletzt werden“, sagte Soros beim Jahrestreffen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. „Es handelt sich um eine relativ unstabile Ausgangslage, da viele dieser Währungen sehr offen sind und die Regierungen mit relativ begrenzten Mitteln ausgestattet sind, um die Wechselkurse zu verteidigen.“
Unter den Beitrittskandidaten werden Litauen, Lettland, Estland und Slowenien als die ersten Länder gehandelt, die den Euro einführen könnten. Zum Beitritt zum Europäischen Wechselkurssystem könnte es in diesen Fällen schon Ende 2004 kommen.
Mit der Warnung von Soros gehen manche Betroffenen dabei derzeit noch recht gelassen um. „Wir sind wegen spekulativer Angriffe auf unsere Währung nicht sehr besorgt, da die litauische Währung bereits an den Euro angebunden ist“, erklärt beispielsweise Nerijus Eidukevicius, stellvertretender Wirtschaftsminister in Litauen. Auch in Estland und Lettland hatten Regierungsvertreter schon zu früheren Anläßen betont, daß sie keine Probleme mit der Euro-Einführung erwarten und sie spätestens im Jahr 2007 mit einer Umsetzung rechnen.
Haushaltsdefizite mit das größte Hindernis
Mit Blick auf Länder wie Ungarn, die unter hohen Haushaltsdefiziten leiden, ergänzte Soros, der betonte, nicht selbst mit osteuropäischen Währungen zu spekulieren: „Der Beitritt zum Europäischen Wechselkurssystem wird allgemein zu einer höheren Kursstabilität führen. Aber nicht bei Länder, deren Politik zu stark von der EU-Norm abweicht.“ Und mit Blick auf Polen und Tschechien hat der amerikanische Finanzdienstleister bereits festgestellt, daß beide Länder wegen ihrer hohen Haushaltslöcher nicht vor 2010 reif sein dürften für einen Euro-Beitritt.
Vertreter der EU haben ebenfalls schon mehrfach darauf hingewiesen, daß Euro-Neulinge zunächst die Maastricht-Kritierien erfüllen müßten und bei fehlender Qualifikation einen Beitritt besser nicht überstürzen sollten. Ansonsten halten nämlich auch sie spekulative Attacken nicht für ausgeschlossen. Wie Elemer Tertak, Staatssekretär im ungarischen Finanzministerium bestätigt, ist sein Land angehalten worden, nichts zu übereilen, sondern die Euro-Anstrengungen erst dann zu forcieren, wenn dafür die richtige Zeit gekommen ist.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |