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Devisenmarkt Sorgen um finanzschwache Staaten drücken Euro

17.12.2009 ·  Die stark steigenden Schulden finanzschwacher Euro-Länder wie Irland und Griechenland haben auch den Euro unter Verkaufsdruck gesetzt. Am Mittwoch wurde er mit gut 1,45 Dollar gehandelt, rund 6 Cent unter dem Jahreshoch.

Von Stefan Ruhkamp
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Die stark steigenden Schulden finanzschwacher Euro-Länder wie Irland und Griechenland haben auch den Euro unter Verkaufsdruck gesetzt. Am Mittwoch wurde er mit gut 1,45 Dollar gehandelt, rund 6 Cent unter dem Jahreshoch, das die Gemeinschaftwährung vor zwei Wochen erreicht hatte. Seitdem haben Herabstufungen und kritische Berichte der Ratingagenturen über die Finanzen einiger Euro-Staaten auch die Skepsis gegenüber dem Euro wiederbelebt.

Ein weiterer Grund für die Abwärtsbewegung des Euro sei, das in der gleichen Phase die Aussichten für die amerikanische Wirtschaft wieder optimistischer eingeschätzt werden, berichten Devisenhändler und Analysten der Banken. Auslöser der Umorientierung seien die unerwartet erfreulichen Arbeitsmarktdaten in den Vereinigten Staaten gewesen.

Gründe für die Euro-Abwertung lassen sich finden

Offenbar hat sich der Abbau der Arbeitsplätze stark verlangsamt und ist nahezu gestoppt. Zudem stärkten auch die jüngsten Einzelhandelsumsätze den amerikanischen Optimismus. Zugleich verdichtet sich die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) frühestens in der zweiten Jahreshälfte den Leitzins erhöhen wird. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny, Österreichs Notenbank-Präsident, betonte am Mittwoch, dass es für die nahe Zukunft keine Inflationsrisiken gebe.

"Beide auf dem Markt gehandelten Gründe für die Euro-Abwertung - die Sorge um Europas Finanzen und die Besserung in Amerika - scheinen plausibel", sagt Dorothea Huttanus, Devisen-Analystin der DZ Bank. Doch beide würden überbewertet und führten nun zu einer so kraftvollen Korrektur, deren Stärke zudem dadurch begünstigt sei, dass so kurz vor dem Jahresende die Umsätze traditionell gering seien. Das könne noch eine Weile so weitergehen, erwartet Huttanus. Doch mittelfristig sei wieder mit einem Wechselkurs in der Größenordnung von 1,55 Dollar je Euro zu rechnen.

Das entspricht auch der Prognose von Thomas Stolper, Devisen-Fachmann der Investmentbank Goldman Sachs. "Langfristig mögen die Staatsschulden ein Risiko für den Euro sein, doch auf kurze Sicht ist das eine gewagte Spekulation. Dafür ist Griechenland einfach zu klein", sagt Stolper. Auch die optimistische Sicht auf die amerikanische Konjunktur hält er für verfrüht. Die stabilisierenden Staatsausgaben erreichten nun ihren Höhepunkt. Bald werde die Wirkung nachlassen, und dann sei auch mit einer Abwertung des Dollar zu rechnen.

Leichte Entspannung an den Rentenmärkten

Auf dem Anleihemarkt wurden die Risiken für die europäischen Staatsfinanzen in den vergangenen Tagen allerdings etwas weniger entspannt bewertet. Die Risikoprämien für die Absicherung von Forderungen gegen den griechischen Staat sind auf den höchsten Stand seit März dieses Jahres gestiegen. Damals war die Rekordprämie von jährlich 3 Prozent der versicherten Forderung gefordert und gezahlt worden. Heute liegt dieser Wert schon wieder bei rund 2,4 Prozent. Angesichts der Schwierigkeiten auf dem Anleihemarkt wich die griechische Regierung am Mittwoch aus. Statt neue Anleihen öffentlich zu begeben, verkaufte sie auf dem Wege der Privatplazierung Zinstitel im Wert von 2 Milliarden Euro bei fünf Banken, davon vier griechischen Instituten. Die griechischen Banken nutzen die günstigen Finanzierungsgeschäfte der EZB seit Monaten, um sich Geld zu 1 Prozent zu leihen und damit die deutlich höher verzinsten Anleihen des griechischen Staates zu kaufen. Kürzlich mahnte die griechische Notenbank bereits, die Banken sollten sich nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umsehen. Denn die EZB bereitet die Rückführung der umfangreichen Liquiditätshilfen vor.

Selbst die Rettung der Hypo Alpe Adria, einer Tochtergesellschaft der Bayern LB, durch den österreichischen Staat hat in den vergangenen Tagen zu Verwerfungen geführt. Die Risikoprämie für die Absicherung von Forderungen gegen Österreich verteuerten sich von 0,7 auf mehr als 0,8 Prozent der versicherten Summe.

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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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