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Devisenmarkt Skeptischer Blick auf osteuropäische Währungen

28.01.2009 ·  Mit osteuropäischen Währungen hatten Anleger in den vergangenen Monaten nicht viel Glück. Es sei denn, sie wetteten gegen sie. Mittelfristige Trends sprechen weiterhin gegen osteuropäische Währungen. Ebenso die fundamentale Lage.

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Mit osteuropäischen Währungen hatten Anleger in den vergangenen Monaten nicht viel Glück. Es sei denn, sie wetteten gegen sie. Denn sie werteten in im Rahmen der anhaltenden Turbulenzen gegen den Dollar, gegen den Euro und vor allem auch gegen den Yen und den Schweizer Franken deutlich ab.

Im Rahmen des zwischenzeitlich immer wieder einmal kurz auflebenden Risikoappetits der Anleger können sie zwar regelmäßig wieder etwas zulegen. Der Risikoappetit lässt sich auf der Währungsseite am Verhältnis zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro ablesen.

Mittelfristige Trends sprechen weiterhin gegen osteuropäische Währungen ...

Dieser Kurs lief in den vergangenen Tagen deutlich nach oben von 1,4705 auf zuletzt 1,5141 Franken je Euro. Kurzfristig legen auch der Zloty, die tschechische Krone, der ungarische Forint und auch der bulgarische Lev zumindest gegen den Dollar zu.

Auf der anderen Seite sprechen jedoch die mittelfristigen Trends gegen die osteuropäischen Währungen. Denn sie deuten zumindest aus technischer Sicht weitere Abwertungen an. Auch fundamental spricht einiges dafür: Hatten die osteuropäischen Staaten in den vergangenen Jahren zunächst von der Öffnung nach Westen und vom wirtschaftlichen Konvergenzprozess profitieren können, so spüren sie nun die Folgen der globalen Wirtschaftsschwäche.

Ein willkürlicher Blick über die jüngsten Daten macht das deutlich. So fiel die Industrieproduktion in Slowenien im November um 12 Prozent, in Lettland ging das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 4,6 Prozent zurück, in Bulgarien lag das Wachstum im Oktober bei minus 1,9 Prozent, in Rumänien ging die Industrieproduktion im Oktober drei Prozent zurück, in der Türkei lag die Industrieproduktion im Oktober bei minus 8,5 Prozent und in Polen schrumpfte die verkaufte Industrieproduktion im Dezember um 4,4 Prozent - alle Zahlen auf Jahresbasis.

Sie zeigen, dass der allgemeine Boom der vergangenen Jahre, der sich einerseits durch nachzuholende Investitions- und Konsumbedürfnisse zusammen einem zuvor ungenützten „Verschuldungspotenzial“ ableitete. Auf der anderen Seite spielte die Integration in den internationalen Wirtschaftskreislauf eine Rolle. So konnten sich viele osteuropäische Unternehmen im Westen neue Märkte erschließen. Dabei half ihnen die Tendenz westlicher Unternehmen, manche Tätigkeiten in den Osten auszulagern.

... ebenso die fundamentale Lage

Beide Prozesse führen inzwischen zu einem wirtschaftlichen Bumerang. Da die Wirtschaft im Westen - vor allem auch im Deutschland - immer schlechter läuft, gehen die Exportaufträge der osteuropäischen Unternehmen zurück. Das Wirtschaftswachstum wird so gedämpft, das Verbrauchervertrauen fällt und dämpft auch noch die Binnennachfrage. Die Konsumenten spüren die schwächeren Arbeitsmärkte und vor allem auch die Folgen der Kreditkrise. Immerhin sind viele der osteuropäischen Immobilien in tief verzinslichen Währungen wie dem Yen und dem Schweizer Franken finanziert. Ihre Aufwertung schlägt voll durch.

Dazu kommen wirtschaftspolitische Probleme. Viele der osteuropäischen Staaten waren trotz des Booms der vergangenen Jahre nicht in der Lage, ihre Strukturen zu reformieren. Aus diesem Grund haben einzelne Länder wie Ungarn oder Estland im internationalen Vergleich dramatisch an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Gleichzeitig werden sie mit starken Leistungsbilanzdefiziten und hoher Auslandsverschuldung konfrontiert.

Die Gesamtkonstellation der Fakten legt die Vermutung nahe, diese Staaten werden in den kommenden Monaten und Jahren nur noch unterdurchschnittlich wachsen können. Viele können sich keynesianische Ausgabenprogramme nicht leisten. Zinssenkungen sind zwar aufgrund der gefallenen Rohstoffpreise möglich, allerdings bringen sie die Währung über diese Schiene noch weiter unter Druck. In diesem Sinne dürften Anleger dazu tendieren, die osteuropäischen Währungen weiterhin kritisch zu betrachten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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