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Devisenmarkt Schweizer Nationalbank lockert Währungspolitik

28.12.2009 ·  Der Schweizer Franken hat in den Tagen des dünnen Feiertagshandels gegen den Euro aufgewertet und der Euro ist unter der „magischen Marke“ von 1,50 Franken gerutscht. Das heißt jedoch nicht, dass ihn die Zentralbank aufwerten lassen wird.

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Der Schweizer Franken hat in den vergangenen Tagen des dünnen Feiertagshandels gegen den Euro aufgewertet. Das mag zunächst etwas überraschen.

Immerhin war die Schweizer Zentralbank im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise mit massiven Interventionen gegen den ebenso massiven Aufwertungsdruck vorgegangen, der einerseits das Resultat der Suche nach sicheren Anlagemöglichkeiten und andererseits der massiven Franken-Finanzierungen - sie führten im Rahmen der Liquiditätskrise zu einer entsprechenden Devisennachfrage- gewesen war, die sie selbst im Rahmen der Kredit getriebenen Booms der Vorkrisenzeit mit tiefen Zinsen provoziert hatte.

Euro unter der „magischen Marke“ von 1,50 Franken

Kurz vor Weihnachten fiel der Wechselkurs zwischen Euro und Franken zum ersten Mal seit Beginn der Devisenmarktintervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unter die Mark von 1,50 Franken je Euro. Seit Mitte März des Jahres 2009 hatte die SNB mehrfach in die Marktgeschehnisse eingegriffen, um eine Aufwertung des Schweizer Frankens abzuwehren. Zwar hatte die SNB nie ein explizites Kursziel geäußert, doch kam sie immer dann in den Markt, sobald der Franken gegen den Euro unter diese Marke zu sinken drohte. Letztlich hatte sie sich als „psychologisch wichtige Marke“ herauskristallisiert, erklären die Analysten der Bank Sarasin.

Nun scheine sie ihre Politik der Währungsintervention jedoch etwas gelockert zu haben, erklären sie weiter. Tatsächlich bringt das Eingreifen im Währungsmarkt verschiedene Risiken mit sich. Erstens können Interventionen in dem Sinne missverstanden werden, dass die Sicherung der Preisstabilität nicht das primäre Ziel der Zentralbank sei. Zudem sind sie ordnungspolitisch umstritten. Denn eine protektionistische Bevorteilung der Schweizer Exportindustrien kann international zu unliebsamen Gegenreaktionen führen, sollte sie überzogen werde. Alleine schon aus solche Gründen werde die SNB die „außerordentliche Maßnahme“ nicht unnötig lange beibehalten, so die Analysten.

Schweizer Nationalbank hat in den vergangenen Jahren immer wieder interveniert

Auf der anderen Seite werden sich Anleger angesichts der vergangenen Interventionen vorerst wohl davon hüten, trotz der stetigen Handelsbilanzüberschüsse der Schweiz auf eine zu rasche Aufwertung des Frankens zu setzen. Denn die Zentralbank des Landes wird - gemessen an den Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre - immer dann in den Markt einschreiten, wenn die Aufwertung zu stark oder die Volatilität zu groß werden wird. Selbst wenn die „Stärke“ des Frankens auf eine relative Schwäche des Euro zurückzuführen ist, wie das im Moment der Fall zu sein scheint.

Generell sind viele Kursbewegungen an den Finanzmärkten während der „Feiertagssaison“ mit einer gewissen Vorsicht zu genießene. Denn sie können auf außerordentliche Transaktionen bei dünnen Handelsvolumina und mit Blick auf das buchtechnische Jahresende zurückzuführen sein. Kommen jedoch zu Beginn des neuen Jahres die maßgeblichen Akteure wieder in den Markt, werden sie schnell zur Makulatur.

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