31.08.2010 · Die Währung der Eidgenossen ist derzeit einfach nicht zu stoppen. Die Notiz für einen Euro ist nicht nur erstmals unter die Marke von 1,30 Franken gefallen. Sondern am Nachmittag müssen sogar nur noch weniger als 1,29 Franken gezahlt werden.
Im Tief kostete ein Euro nur noch 1,287 Franken. Zur Erinnerung: Ende 2009 waren es noch 1,4835 Franken und im Hoch im Oktober 2007 sogar fast 1,68 Franken. In den vergangene Wochen hat der Franken zum Euro somit sogar stärker zugelegt als das beim Dollar und dem Yen der Fall gewesen ist (siehe Grafik).
Hauptantriebsfaktor für die Kursgewinne des Franken war dabei die Suche der Investoren nach sicheren Anlagehäfen. Händlern zufolge verstärkten speziell am Berichtstag aber auch technisch ausgelöste Verkäufe den Trend, nachdem der Euro unter 1,2920 Franken gefallen war. Der Dollar fiel im Übrigen bis auf 1,0149 (1,0256) Franken und war damit so günstig wie seit Anfang Dezember 2009 nicht mehr.
Aufwärtstrend momentan nur durch Interventionen gefährdet
Als Kursstütze für die Währung der Eidgenossen hat sich am Dienstag aber auch die Meldung erwiesen, wonach ein Konsumindex ein Zweijahreshoch erreicht hat. Diese positive Konjunkturnachricht minderte die Erwartung, dass die Schweizerische Nationalbank versuchen wird, dem Währungsanstieg entgegenzuwirken.
„Die jüngsten Daten waren gut und haben somit das Deflationsrisiko gemindert, deshalb dürfte die Notenbank einen Anstieg der Währung zulassen, solange dies nicht zu schnell geschieht“, sagte Adam Cole, Leiter der Devisenstragie bei der Royal Bank of Canada in London. Die Nachfrage nach sicheren Währungen zeige beim Franken wie üblich Wirkung.
Durch die anhaltende Stärke de Franken wird unter Händler natürlich immer wieder auch die Wahrscheinlichkeit von Interventionen von Seiten der Schweizer Notenbank zu Lasten des Franken spekuliert. Zumeist wird dies zum jetzigen Zeitpunkt allerdings für eher unwahrscheinlich gehalten. Dafür spricht auch, dass sich die Notenbank bei früheren Interventionen schon einen massiven Berg an Euros aufgehalst hat und sich dadurch die Bilanz der Nationalbank bereits massiv ausgeweitet hat.
Preisdaten und weitere Zinspolitik im Blick
Bleiben aber künstliche Markteingriffe aus, dann spricht momentan vieles für einen sogar noch weiter steigenden Franken. Das sieht auch Analystin Mildred Hager von der Erste Group so: „Wir denken, dass das Risiko einer weiteren Befestigung des Franken hoch ist, da Zuflüsse in jede Form von sicherem Hafen anhalten - und welcher Hafen könnte sicherer sein als die Schweiz, welche nach wie vor robustes Wachstum (die Exporte konnten im Juli erneut wachsen), eine geringe Staatsverschuldung und niedrige Arbeitslosigkeit und Inflation aufweist? Allerdings gibt sie gleichzeitig auch zu bedenken, dass zwar einerseits viele Gründe für anhaltenden Befestigungsdruck auf den Franken sprechen. Anderseits die Notierung aber auch auf historischen Höchstständen quotiere und es daher auch immer wieder zu Gegenbewegungen kommen könne.
Kurzfristig wird es nun mit entscheidend sein, wie am kommenden Freitag die Schweizer Verbraucherpreis ausfallen werden. Denn dadurch werden die Marktteilnehmer Rückschlüsse darauf zu ziehen versuchen, welchen Zinsbeschluss die Notenbank im September fassen wird. Die Verbraucherpreise sind auch deshalb von Bedeutung, weil die Notenbank in den vergangenen Monaten ihr Verständnis von einer übertriebenen Frankenaufwertung stets über das Ausmaß bestehender oder zu erwartender Deflationsgefahren definiert hat, wie es Armin Mekelburg von der UniCredit Bank formuliert.
Im Vorfeld dieser Preisdaten hält Ingo Jungwirth von Raiffeisen Research eine Rückkehr der Geldmarktzinsen zum Zielwert der Schweizerischen Nationalbank von 0,25 Prozent oder sogar eine Anhebung auf 0,50 Prozent für geld- und wirtschaftspolitisch angebracht. Sollte das so kommen, dürfte das aus seiner Sicht den Franken selbst bei einer Entspannung an den Aktienmärkten im vierten Quartal weiter unterstützen. Mit Blick auf Dezember geht er jedenfalls von weiterem Aufwertungspotenzial beim Franken aus.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |