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Devisenmarkt Schweizer Franken gibt gegen den Euro nach

 ·  Allgemeiner Optimismus, hoher Risikoappetit der Anleger und gedämpfte Zinserwartungen lassen den Schweizer Franken auf hohem Niveau gegen den Euro abwerten. Die Schweizer Zentralbank scheint Vermögenspreisblasen zu tolerieren, um das zu erreichen.

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Hoher Risikoappetit der Anleger führte in der Vergangenheit regelmäßig zu einer Abwertung des Schweizer Frankens gegen den Euro. Diese Tatsache hat sich in den vergangenen Wochen bestätigt, wenn auch auf einem in historischer Sicht noch extremen Niveau. Seit Anfang Juli hat der Franken gegen den Euro um knapp fünf Prozent abgewertet und dabei den gleitenden 90-Tagesdurchschnitt durchbrochen.

Nach 1,2864 sind waren am Donnerstag bis zu 1,3533 Franken nötig, um im professionellen Handel eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können. Der Kurs des Euro profitiert einerseits vom allgemeinen Konjunkturoptimismus in Kerneuropa, der sich unter anderem in Form einer positiven Aufnahme der Einkaufsmanagerindizes im Oktober zeigt.

Allgemeiner Konjunkturoptimismus lässt den Euro aufwerten

Die Erholung in der Euro-Zone sei zweigeteilt. Der Norden entwickle sich wirtschaftliche stark, während die südlichen Peripherieländer leiden unter den staatlichen Sparmaßnahmen litten. Das beeinträchtige den Dienstleistungssektor und werde sich auch so schnell nicht ändern, heißt es. Deutschland sei im Moment das Zugpferd der Euro-Zone. Da dort die Erholung weitergehen werde, seien positive Rückkopplungseffekte in den anderen Ländern zu erwarten, erklären beispielsweise die Volkswirte der Hamburger Bank M.M.Warburg.

Auf der anderen Seite zeigen Daten der Schweizer Nationalbank, dass die Investitionen in ausländische Wertpapier im zweiten Quartal deutlich zugenommen haben. Die Vergabe von Krediten aus der Schweiz an ausländische Banken ist stark angestiegen, vor allem im kurzfristigen Bereich. Dort haben sie um etwas mehr als 40 Milliarden Franken zugenommen. Zudem wurden netto knapp neun Milliarden Franken in ausländische Zins- und Aktienpapiere investiert.

Das hat zur relativen Abwertung des Frankens gegen den Euro ebenso beigetragen, wie eine Inflationsprognose der Schweizerischen Nationalbank. Sie hatte im September ihre Inflationsprognose bis ins Jahr 2013 gesenkt und auf diese Weise impliziert, sie werde entgegen der vorher weit verbreiteten Erwartungen die Zinsen nicht allzu bald erhöhen. Das Dämpfen der Zinserwartungen habe in einem deutlich optimistischer und weniger „krisengeil“ gewordenen Umfeld nach Einschätzung von Experten mehr gebracht, als sich mittels Interventionen gegen die Aufwertung des Frankens zu stellen.

Die Schweizer Zentralbank nimmt Vermögenspreisblasen in Kauf

Tatsächlich hat die Schweizer Nationalbank nach jüngsten Angaben die Aufwertung des Euro gegen den Franken genutzt, um ihre hohen Eurobestände abzubauen. Sie hielt Ende September nur noch 91 Milliarden Euro in ihren Beständen, nachdem es im zweiten Quartal des laufenden Jahres noch knapp 121 Milliarden gewesen waren. Dagegen haben die Bestände an Dollar, Yen, kanadischen Dollar und Pfund deutlich zugenommen.

Die Handelsbilanz der Schweiz erzielte im September zwar einen unerwartet hohen Überschuss von knapp 1,7 Milliarden Franken. Allerdings gingen Importe um vier und Exporte um 3,8 Prozent zurück im Vergleich mit dem Vormonat. Die Erwartungskomponente des Credit Suisse ZEW Umfrage-Indikators fiel deutlich zurück auf minus 27,5. Marktteilnehmer rechnen also mit einem Rückgang der konjunkturellen Dynamik in der Schweiz.

Das mag die Zentralbank tatsächlich dazu veranlassen, nicht zu früh die Zinsen zu erhöhen, obwohl der Immobilienpreisindex für Einfamilienhäuser im September im Vergleich mit dem Vorjahr auf sehr hohem Niveau um fünf Prozent angezogen hat und absolut betrachtet auf Allzeithoch liegt. Auch die Aktien des Landes sind nicht allzu günstig, während die Renditen der Schweizer Zinspapiere weltweit zu den tiefsten gehören. Die Schweizer Zentralbank scheint Vermögenspreisblasen zu tolerieren, um die Währung trotz der chronischen Außenhandelsüberschüsse nicht weiter aufwerten zu lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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