20.04.2010 · Die schwedische Krone erholt sich von ihrer Rekordschwäche, nachdem in Schweden Zinserhöhungen immer konkreter werden. Die Zentralbank erklärte am Dienstag, sie werde den Leitzins in den kommenden Monaten langsam aber sicher „normalisieren“.
Flexible Wechselkurse wären ein idealer Mechanismus, um das Entstehen globaler Ungleichgewichte im Handel zu kontern. Allerdings kann dieser Mechanismus in Realität nicht funktionieren, da er durch staatliche Eingriffe gestört wird.
Viele asiatische Staaten halten ihre Währungen schwach, obwohl sie deutliche Überschüsse im Außenhandel erzielen. Genau das jedoch würde zu einer Aufwertung der entsprechenden Währungen führen und die jeweiligen Exportindustrien weniger wettbewerbsfähig machen, bis sich eine Gleichgewicht eingestellt hat.
Schwedische Krone holt nach massiver Abwertung auf
In diesem Sinne ist die Behinderung des freien Währungsmarktes beziehungsweise die künstliche Schwächung einer Währung plumper Protektionismus. Und man braucht gar nicht erst nach Asien zu gehen, um darauf zu stoßen. Denn die schwedische Zentralbank beispielsweise reagiert auf Wirtschaftskrisen regelmäßig mit extrem lockerer Geldpolitik und schwächt auf diese Weise die eigene Währung, um der eigenen Exportindustrie Wettbewerbsvorteile auf Kosten anderer zu verschaffen.
In den Jahren 2008 und 2009 hat das wunderbar funktioniert. Denn nach massiven Zinssenkungen ist der Kurs der schwedischen Krone gegen den Euro innerhalb kurzer Zeit von 9,3 auf bis zu 11,65 Kronen je Euro gestiegen. Das heißt, die schwedische Währung hat von August 2008 bis in den März 2009 um satte 20 Prozent gegen die Währung der europäischen Nachbarländer abgewertet.
Im Rahmen des in den vergangenen Monaten aufgekommenen Wirtschaftsoptimismus hat sie sich zwar auch aufgrund des hohen Risikoappetits der internationalen Anleger, die sich in Hoffung auf eine wirtschaftliche Erholung stark für die Aktien der hoch zyklischen schwedischen Exportunternehmen interessieren, wieder deutlich erholt. Inzwischen sind nur noch 9,65 schwedische Kronen nötig, um einen Euro erwerben zu können. Nach einer kurzen Konsolidierung stehen zumindest die charttechnischen Zeichen auf einer weiteren Erholung.
Zentralbank bestätigt „Normalisierungsabsichten“
Die schwedische Zentralbank scheint zwar die weitere Aufwertung bremsen zu wollen. Am Dienstag ließ sie den Leitzins unverändert auf einem Rekordtief von 0,25 Prozent, erklärte allerdings, sie werde den Leitzins langsam aber sicher „normalisieren“. Das führt an den Märkten zur Vermutung, sie werde den Leitzins spätestens im Juli zum ersten Mal erhöhen. Anfang des kommenden Jahres werde er über der Marke von einem Prozent liegen und ein Jahr später sogar bei knapp drei Prozent.
Diese Erwartung führt am Devisenmarkt zu sich intensivierenden Wetten auf eine weitere Aufwertung der schwedischen Währung und entsprechenden Käufen. Am Dienstag legt die Krone gegen den Euro um 0,3 Prozent und gegen den amerikanischen Dollar um 0,6 Prozent auf 7,145 Kronen je Dollar. Zumindest im Rahmen des allgemeinen Wirtschaftsoptimismus ist eine weitere Aufwertung wahrscheinlich.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |