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Devisenmarkt Schwedische Krone beflügelt vom Wahlsieg der Konservativen

18.09.2006 ·  Mit Kursgewinnen reagieren in Schweden Aktien und Währung auf den Wahlsieg der konservativen Opposition. Hintergrund sind Überlegungen, eine neue Regierung werde wirtschaftsfreundlicher sein als die bisherige.

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Mit Kursgewinnen reagieren in Schweden die Aktien und auch die Währung des Landes auf den Wahlsieg der konservativen Opposition bei den Parlamentswahlen am Wochenende und den nachfolgenden Rücktritt des bisherigen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Goeran Persson.

Der OMX Stockholm 30 Index liegt am Montag im Vormittagshandel mit einem Plus von einem Prozent bei 1.036 Punkten, die schwedische Krone gegen den Euro mit einem Minus von 272 Stellen auf 9,18 Kronen je Euro auf dem „stärksten Stand“ seit zwei Monaten. Noch vor wenigen Tagen hatte sie den Aufwertungstrend gegen den Euro durchbrochen, den sie im November des vergangenen Jahres nach einer mehrmonatigen Schwächephase etabliert hatte. Nun sieht es so aus, als ob der Kurs gegen den Euro weiter nach unten laufen würde.

Neue Regierung - wirtschaftsfreundlichere Politik?

Hintergrund dieser Kursbewegung scheint die Überlegung zu sein, daß eine neue Regierung unter dem bisherigen Oppositionsführer Fredrik Reinfeldt wirtschafts- und damit kapitalmarktsfreundlicher sein werde als das die schwedischen Sozialdemokraten waren, die in den vergangenen zwölf Jahren regiert hatten. Gerade vor den Wahlen hatten sie noch mit aller Gewalt versucht, sich das Wirtschaftswachstum des Landes auf die eigenen Fahnen zu schreiben. Die Lage am Arbeitsmarkt wurde unter anderem durch die Schaffung von vielen Stellen im öffentlichen Dienst geschönt.

Nun wird sich erst noch zeigen müssen, ob die neue Regierung diesen Erwartungen gerecht werden kann. Immerhin hatte Reinfeldt den Sozialdemokraten einerseits vorgeworfen, in den vergangenen Jahren nicht genug für die Wirtschaft und neue Arbeitsplätze getan zu haben. Er will nun Steuern senken, Arbeitslosen- und Krankengelder kürzen und Anteile an öffentlichen Unternehmen verkaufen, um Schulden abzubauen.

Auf der anderen hat er jedoch auch versprochen, einen großen Teil der üppigen sozialen Leistungen im Lande beizubehalten. Ob und wie das zusammengehen kann, wird sich erst noch zeigen müssen. Ähnlich wie in Deutschland auch führt der Verkauf des staatlichen Tafelsilbers nur zu einmaligen Einnahmen, die bei ausbleibenden Kostensenkungen struktureller Art schnell aufgezehrt sein werden. Dann sind die Vermögenswerte aus der Staatsbilanz verschwunden, die Probleme jedoch bleiben.

Beleben Privatisierungen Markt für Übernahmen und Verschmelzungen?

Die Börse scheint vor allem auf die versprochenen Privatisierungen abzustellen. Sie könnten den Markt für Übernahmen und Verschmelzungen beleben, heißt es. Bei einem Verkauf der Nordea-Bank sei beispielsweise ein Zusammengehen mit der SEB-Bank denkbar, so Experten. Die Aktie der Nordea-Bank ist am Montag mit einem Kursgewinn von 3,69 Prozent auf 95,50 Kronen denn auch die beste Aktie im OMX 30. Auch die Aktien von Telia-Sonera, an dem die Regierung einen größeren Anteil hält, legt etwas mehr als zwei Prozent zu. Deutliche Kursgewinne können auch die Papiere von Alfa Laval, Investor, SKF, Sandvik, SEB, der Swedbank, Eniro und ABB verbuchen.

Die schwedische Zentralbank hatte in den Jahren 2002 bis noch ins vergangene Jahr hinein die Wirtschaft mit kräftigen Zinssenkungen stimuliert. Der Leitzins wurde von 4,25 Prozent im November des Jahres 2002 bis auf gerade noch 1,5 Prozent im Juni des vergangenen Jahres gesenkt, bevor er im laufenden Jahr wieder in bisher vier Schritten auf zuletzt 2,5 Prozent angehoben wurde. Weitere Zinserhöhungen noch im laufenden Jahr werden erwartet.

Das dürfte kaum verwundern. Denn die Wirtschaft des Landes wuchs im zweiten Quartal um 1,4 Prozent oder um 5,5 Prozent auf Jahresbasis. Das ist das stärkste Wachstum seit sechs Jahren. Es wird vor allem von den Exporten angetrieben. Auch auf dieser Basis dürften Börse und Währung des Landes noch etwas Phantasie bieten, die durch eine wirtschaftsfreundliche Politik noch verstärkt werden könnte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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