11.02.2010 · Alle Welt redet von Euroschwäche. Dabei nähert sich dessen Kurs einem vernünftigen Niveau. Auch gegen die schwedische Krone. Die erholt sich von ihrer Rekordschwäche, nachdem in Schweden früher als erwartet Zinserhöhungen möglich erscheinen.
Alle Welt redet im Rahmen der aufgehetzten Stimmung gegen die schwache kompetitive und finanzpolitische Lage in den Staaten der europäischen Peripherie von Euroschwäche. Dabei hat die europäische Einheitswährung in den vergangenen Monaten nicht einmal zehn Prozent gegen den amerikanischen Dollar verloren.
Das ist nicht mehr als der Beginn des Aubbaus der Überbewertung, die in den Jahren bis 2008 das Resultat massiver Interventionen Chinas, Japans und anderer vor allem asiatischer Staaten gewesen war. Sie halten trotz zum Teil massiver Überschüsse im Außenhandel ihre Währungen künstlich schwach. Auf der anderen Seite verzerren sie die internationalen Kapitalmärkte, indem sie mit den immer größer werdenden Währungsreserven, die das Resultat der merkantilistischen Interventionen sind, alle möglichen Wertpapiere und physischen Gegenwerte kaufen.
Der Euro ist nicht schwach, sondern nähert sich einem vernünftigen Wechselkurs
Die Staaten versuchten, in diesem Rahmen vom Dollar wegzukommen. Das führte automatisch zu einer Aufwertung der europäischen Währung, da die Summen so groß sind und waren, dass für Diversifikationsbestrebungen dieser Art andere Währungen nur am Rande in Frage kommen. Diese Korrektur in Richtung einer fairen Bewertung von etwas 1,20 Dollar je Euro ist nicht nur vernünftig, sondern für Europa auch eine Erleichterung. Sie führt dazu, dass der Wettbewerbsdruck auf die europäischen Industrien etwas nachlässt.
Das gilt auch mit Blick auf Schweden. Das skandinavische Land, das wirtschaftlich außerordentlich stark von seiner Exportwirtschaft abhängig ist, hatte im Rahmen der Krise seinen Leitzins sehr stark gesenkt. Das führte zusammen mit anderen Maßnahmen zu einer ausgeprägten kompetitiven Abwertung der schwedischen Krone. Sie fiel von Mai des Jahres 2008 bis in den Mai des Jahres 2009 gegen den Euro um 21 Prozent. Der Kurs stieg von 9,30 auf bis zu 11,66 Kronen je Euro, Gegen den Dollar legte er in dieser Phase sogar knapp 60 Prozent zu.
Im Rahmen der relativen Normalisierung an den internationalen Finanzmärkten kam es allerdings zu einer Gegenbewegung. Der Kurs der schwedischen Krone ist inzwischen wieder um knapp 15 Prozent gefallen auf zuletzt 9,96 Kronen je Euro und damit auf den tiefsten Stand seit November des Jahres 2008. Gerade in den vergangenen Tagen hat die erholende Aufwertungsbewegung der schwedischen Währung zumindest gegen den Euro frische Dynamik erhalten, nachdem sie starke charttechnische Widerstände überwunden hat.
Kurs der schwedischen Krone entwickelt kurzfristig relative Stärke
Die schwedische Krone legt alleine am Donnerstag 0,7 Prozent zum Euro zu, nachdem sie in den vergangenen Tagen der laufenden Woche schon ähnliche Kursgewinne verzeichnen konnte. Der Grund ist leicht auszumachen, denn die Zinserwartungen des Marktes haben sich verändert. Schwedens Reichsbank ließ den Leitzins am Donnerstag zwar unverändert auf dem sehr tiefen Niveau von 0,25 Prozent. Allerdings künditgen die Währungshüter an, ihn „im Sommer oder dem frühen Herbst“ heraufzusetzen. Das ist früher als bisher angenommen wurde.
„Die Riksbank hat einen strafferen Ausblick für die Geldpolitik signalisiert als erwartet“, hieß es von Analystenseite. „Wir werden wohl im August oder September eine Zinserhöhung bekommen. Damit würde sie nur geringfügig eher kommen, doch der Krone wird dies Schub geben,“ heißt es weiter. Kurzfristig dürfte die Krone also zumindest bei andauerndem Wirtschaftsoptimismus weiter zulegen können. Denn hat ein Wechselkurs erst einmal eine gewisse Dynamik entfaltet, springen Marktteilnehmer auf und verstärken sie.
Mittelfristig jedoch sind die Aufwertungserwartungen begrenzt. Denn der Blick auf die langfristige Entwicklung des effektiven Wechselkurses zeigt, dass die schwedische Zentralbank ihre Währung systematisch im Trend real abwertet und auf diese Weise die Wirtschaft des Landes merkantilistisch unterstützt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |