07.09.2007 · Während die Fed und die EZB unter dem Druck stehen, die Zinsen zu senken, gehen andere Notenbanken andere Wege. So hat die schwedische Riksbank wie erwartet die Zinsen am Freitag erhöht, was der Krone schon die Woche über Auftrieb verliehen hatte.
Für die schwedische Krone war diese Woche sicherlich eine gute. Zwar kam die skandinavische Währung am Freitag nach den schwachen Arbeitsmarktdaten aus Amerika wieder etwas unter Druck, doch beendete sie die Woche mit einem Plus gegenüber dem Euro von 0,5 Prozent bei 9,3494 Kronen. Gegen den Dollar sah diese Bilanz aufgrund dessen Schwäche noch besser aus, die Krone legt über ein Prozent auf 6,7934 Kronen je Dollar zu.
Der Währung kam dabei die erwartete Erhöhung des Leitzinssatz durch die Zentralbank um einen Viertelprozentpunkt auf 3,75 Prozent zugute, die die Riksbank am Freitag bekannt gab. Unbeeindruckt von den weltweiten Forderungen nach niedrigeren Zinsen konzentrieren sich die schwedischen Notenbanker auf die binnenwirtschaftliche Lage und die Inflationsbekämpfung.
Immobilienpreise steigen
Nach der neunten Zinserhöhung seit Januar 2006 sind die Zinsen in dem skandinavischen Land auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. Die Bank hielt dabei an ihrer im Juni vorgelegten Ankündigung fest, die Zinsen bis zum Jahresende auf etwa vier Prozent zu erhöhen. „Die Wirtschaftsentwicklung in Schweden verläuft etwas dynamischer als im Juni prognostiziert und der Kostendruck ist gestiegen. Die Situation am Arbeitsmarkt ist angespannter als im Juni erwartet. Kreditvolumen und Immobilienpreise sind rasch gestiegen“, schrieb die Riksbank in ihrer Stellungnahme.
Mit der Erhöhung folgt die Riksbank dem Beispiel der Zentralbanken in Norwegen, Polen und der Tschechischen Republik. Die drei Notenbanken haben in den vergangenen vier Wochen die Leitzinsen angehoben, weil sie aufgrund einer kräftigen Binnenkonjunktur steigende Preise befürchten.
„Die Riksbank hat die inländische Wirtschaftsentwicklung im Blick. Das rechtfertigt die Zinserhöhung. Die Falken behalten die Oberhand“, sagte Henrik Mitelman, Chefanalyst bei SEB Merchant Banking in Stockholm.
Neue Chancen
Die schwedische Regierung erwartet für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent, angetrieben von Konsumausgaben und steigenden Investitionen. Die Arbeitslosenquote ist im Juli auf fünf Prozent gefallen, während sie ein Jahr zuvor noch bei
sechs Prozent lag.
Das regierungsnahe Nationale Wirtschaftsforschungsinstitut hatte im August prognostiziert, dass die Löhne im laufenden Jahr voraussichtlich um 4,3 Prozent steigen und im kommenden Jahr um 4,7 Prozent zulegen werden. Die Arbeitslosenrate werde bis 2009 auf 3,6 Prozent sinken. Das Institut rechnet außerdem damit, dass die schwedische Zentralbank die Leitzinsen im kommenden Jahr auf 4,75 Prozent erhöhen muss, um die Inflation zu bekämpfen.
Dies begünstigt natürlich auch die Wechselkurserwartungen und somit Anlagen in schwedischen Kronen, wenngleich sich dies für Euro-Anleger bislang noch nicht so stark bemerkbar gemacht hat. De facto schwank die Krone gegen den Euro seit Februar in einem Band zwischen 9,15 und 9,44 Kronen.
Sollte indes die EZB tatsächlich auf eine moderatere Zinspolitik einschwenken, könnte die Krone längerfristig davon profitieren und womöglich wieder auf Kurse unter neun Kronen je Euro zusteuern, die sie zuletzt kurze Zeit Ende des vergangen Jahres gesehen hat, aber nie lange verteidigen konnte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |