02.05.2007 · Der Schweizer Franken bewegt sich gegenüber dem Euro eindeutig in einem Abwärtstrend. Für viele Schweizer ist das angesichts robuster Konjunkturdaten nicht nachvollziehbar. Doch es gibt auch Gründe, die die Schwäche erklären.
Seit gut vier Jahren befindet sich der Schweizer Franken im Verhältnis zum Euro nun schon auf dem absteigenden Ast. Das trifft die Schweizer, waren sie doch immer sehr stolz auf ihre harte Landeswährung. Der Blick auf den langfristigen Chart gestaltet sich fast schon etwas dramatisch, hat sich doch ein steiler Abwärtstrend gebildet.
Berücksichtigt man allerdings beim aktuellen Kurs von 1,6530 Schweizer Franken für einen Euro die prozentuale Veränderung, besteht noch lange kein Grund zur Panik. Denn über die vier Jahre hinweg gemessen beträgt der Wertverlust des Franken grob gesprochen nur etwas mehr als zwölf Prozent. Und gemäß der exportgewichteten Kalkulation der Schweizerischen Notenbank bewegt sich die Abwertung des Franken insgesamt in ganz geringen Bahnen, wenn auch noch andere Weltwährungen in die Berechnung mit einbezogen werden.
Konjunktur gibt keinen Anlass für einen sinkenden Franken
Doch für die stolzen Schweizer reicht auch das prozentual überschaubare Minus im Verhältnis zum Euro aus, um derzeit hitzig über die Gründe für die ungewohnten Kursverluste ihrer Heimatwährung zu debattieren. Oft wird in den Diskussionen Unverständnis über die Kursentwicklung geäußert. Und in der Tat fällt es beim reinen Blick auf die Fundamentaldaten schwer, die passenden Argumente für die Schwäche des Franken zu finden. Denn die Schweizer Wirtschaft läuft rund und präsentiert sich insgesamt in einer sehr guten Verfassung.
Neben einem robusten Wachstum (das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2006 immerhin um 2,7 Prozent) ist die Arbeitslosigkeit sehr niedrig, die Inflation ist mit einer seit 1994 konstant unter zwei Prozent liegenden Teuerungsrate praktisch kein Thema (nach Einschätzung der österreichischen Raiffeisenbank wird 2007 mit 0,4 Prozent die tiefste Inflationsrate sei 1998 erreicht werden), und das Land kann mit einer der höchsten Ertragsbilanzüberschüsse gemessen am Bruttoinlandprodukt in der industrialisierten Welt aufwarten.
Intakter Abwärtstrend spricht für einen zunächst weiter fallenden Franken
Allerdings hat auch in der Euro-Zone zuletzt die konjunkturelle Dynamik zugenommen. Ähnlich wie in der Schweiz muss auch damit gerechnet werden, dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen von derzeit noch 3,75 Prozent weiter erhöhen wird. Die Zinsschere (in der Schweiz bewegt sich der Zielwert für den als Leitzins fungierenden 3M-Libor bei 2,25 Prozent) wird sich deshalb vermutlich nicht so bald verringern, so dass Carry Trades interessant bleiben dürften. Diese Zinsdifferenzgeschäfte, die sich die Zinsunterschiede in verschiedenen Ländern zu Nutze machen, dürften einer der wichtigsten Gründe sein, warum der Franken zum Euro Schwäche zeigt. Zumindest gilt der Franken neben dem Yen wegen eines tiefen Leitzinsniveaus als beliebte Währung für Carry Trades.
Schwächen dürfte den Franken derzeit außerdem der Umstand machen, dass die Weltwirtschaft allgemein gut läuft. Das macht den Franken als traditionellen Hort der Stabilität und sicherer Hafen weniger gefragt. Außerdem ist es dem Euro gleichzeitig gelungen, sich eine Stellung als Reservewährung zu erarbeiten. So gesehen finden sich auch einige Gründe, die für einen anhaltend schwachen Franken im Verhältnis zum Euro sprechen. Der Chart lässt das ohnehin erwarten, besteht doch eindeutig ein langfristiger Abwärtstrend zu Lasten des Euro. Ein weiter fallender Franken ist so gesehen wahrscheinlicher als ein plötzlicher Trendwechsel zu Gunsten der Schweizer Landeswährung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |