09.09.2008 · Das britische Pfund kann sich kurzfristig zwar etwas von der Schwäche der vergangenen Wochen erholen. Schwache Wachstumsdaten und ein schwacher Häusermarkt sorgen bei Devisenhändlern jedoch weiterhin für eine gewisse Skepsis.
Das britische Pfund hat am Devisenmarkt weiterhin einen schweren Stand. Am Dienstag kann es gegen den Dollar und den Euro zwar leicht zulegen, allerdings befindet es sich nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Wochen und Monate weiterhin auf einem tiefen Wertniveau.
Gegen den Dollar geht der Kurs um 0,41 Prozent nach oben auf 1,7615 Dollar je Pfund, gegen den Euro geht er um 0,22 Prozent nach unten auf 80,325 Pence je Euro. Für die geringe Erholung ist eher die nach der Verstaatlichung der amerikanischen Hypothekarriesen Fannie Mae und Freddie Mac positiver gewordene Stimmung verantwortlich, als die wirtschaftliche Lage in Großbritannien.
Schwacher Häusermarkt - schwache Industrieproduktion
Dort hat sich im August zwar die so genannte RICS England & Wales Housing Market Survey Price Balance, also das Verhältnis zwischen dem Anteil steigender minus dem Anteil fallender Hauspreisreporte, leicht gebessert. Richtig gut ist das Verhältnis jedoch noch lange nicht gut: Es befindet sich auf dem tiefsten Niveau seit Jahrzehnten.
Dagegen ging die Industrieproduktion im Juli mit einem Minus von 1,9 Prozent auf Jahresbasis stärker zurück als erwartet. Es war der fünfte Rückgang in Folge. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe fiel um 1,4 Prozent. Das sind keine sonderlich guten Nachrichten. Immer mehr Analysten gehen davon aus, dass sich die britische Wirtschaft entweder in einer Rezession befindet oder bald in eine solche geraten wird.
Die Regierung versucht inzwischen zwar, über Steueranreize den Häusermarkt und indirekt den Konsum zu stabilisieren. Ob das allerdings gelingen kann, ist zweifelhaft. Denn aufgrund der starken Verschuldung des Staates und auch der Konsumenten sind ihr die Hände ebenso gewunden, wie der Zentralbank. Sie kann der Leitzins nicht beliebig senken, da der Preisauftrieb im Land weiterhin persistent ist. Im August lag der Preisauftrieb auf der Inputseite des Produzentenbereichs bei 26 Prozent.
Manche Devisenstrategen halten das Pfund immer noch für überbewertet
Damit lag er zwar unter den Erwartungen, allerdings befindet er sich immer noch auf dem höchsten Niveau seit 30 Jahren. Die korrigierenden Preise im Rohstoffsektor lassen zwar darauf schließen, dass der Preisauftrieb künftig abflauen kann. Allerdings wird sich erst noch zeigen müssen, ob solche Erwartungen gerechtfertigt sind. Selbst wenn die Preisveränderungsraten zurückgehen, so heißt das noch lange nicht, dass auch die Preise fallen. Diese Konstellation kann die Hände der britischen Zentralbank trotz der wirtschaftlichen Schwäche unerwartet lange binden, nachdem sie den Leitzins schon sei fünf Monaten unverändert bei fünf Prozent beließ.
Der Devisenmarkt jedoch wettet unbeirrt auf fallende Zinsen in Großbritannien. Manche Devisenstrategen halten das Pfund Sterling noch immer für massiv überbewertet. Der gegenwärtige Kurs zum Dollar sei rund ein Fünftel zu hoch, warnte der weltgrößte Devisen-Hedgefonds, Foreign Exchange Concepts jüngst.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |