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Devisenmarkt Schwaches G7-Statement - schwacher Yen

12.02.2007 ·  Es kommt wie es kommen musste: Die G7-Vertreter kniffen anlässlich ihres jüngsten Treffens vor einem klaren Statement über die Schwäche des Yen - und prompt reagiert der Markt und treibt Euro-Yen auf ein neues Rekordhoch.

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Es kommt wie es kommen musste: Die Wirtschafts- und Finanzminister der G7 sowie die relevanten Zentralbanker kniffen anlässlich ihres jüngsten Treffens vor einem klaren Statement über die Schwäche des Yen - und prompt reagiert der Markt. Denn mit Kursen von bis zu 158,99 Yen je Euro erreicht die japanische Währung am Montag ihren schwächsten Stand seit der Einführung der europäischen Einheitswährung.

Damit setzt die japanische Währung entgegen der fundamentalen Logik ihren langfristigen Abwertungstrend gegen den Euro fort, obwohl dieser nach Maßstäben von Gleichgewichtsmodellen à la Kaufkraftparität dramatisch überbewertet ist. Auf diese Weise geraten nicht nur die europäischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb gegen japanische Konkurrenten immer mehr ins Hintertreffen. Ebenso werden die Gewinne japanischer Unternehmen geschönt. Schon in den kommenden Wochen dürften die international tätigen Unternehmen des Landes schöne Umrechungsgewinne in ihren Bilanzen ausweisen können. Von einer Verzerrung weiterer Bewertungsrelationen erst gar nicht zu reden.

Märkte „spielen“ die Zinsdifferenz

Die japanische Währung wird weiterhin getrieben von den internationalen Zinsdifferenzen. Das extrem niedrige japanische Zinsniveau - ob es angesichts der Gewinndynamik der japanischen Unternehmen ökonomisch gerechtfertigt ist, dürfte sich hinterfragen lassen - treibt sowohl das Kapital japanischer Investoren auf der Suche nach renditestärkeren Anlagemöglichkeiten ins Ausland und bringt auf diese Weise den Wechselkurs unter Druck. Gleichzeitig ermuntern die niedrigen Sätze Unternehmen und Anleger zur Verschuldung in Yen, um die aufgenommenen Gelder ebenfalls in Übersee ertragreich zu investieren.

In der Vergangenheit war dieses „Spiel“ nicht nur lukrativ, sondern auch relativ sicher. Immerhin intervenierte Japan lange Zeit, um die eigene Währung schwach zu halten. In den vergangenen Monaten war das nicht mehr nötig, da die Konzentration der Märkte auf die Zinsdifferenz auch so zum gewünschten Resultat führte und führt. Kein Wunder also, dass der Yen gegen den schon schwachen Dollar schwächelt und sich gegen den Euro im anhaltenden Abwertungstrend befindet.

Allerdings müssen solche Trends nicht ewig anhalten. Deutliche Korrekturen sind jederzeit möglich. Das zeigte sich beispielsweise im Jahr 1998, als der Yen gegen den Dollar innerhalb weniger Tage mehr als 20 Prozent verlor. Große, aggressive Hedge-Fonds gerieten damals in die Krise. Eine Wiederholung eines solchen Szenarios dürfte nicht ausgeschlossen werden können. Denn sollten Marktteilnehmer zur Überzeugung gelangen, die Währung könnte gegen die eigene Strategie laufen und beispielsweise auf- statt abwerten, dann müssten sie ihre Yen-Positionen rasch abbauen und absichern. Beides zusammen könnte zu einer sich selbst verstärkenden Dynamik und damit zu deutlichen Turbulenzen an den Kapitalmärkten führen.

Risiken einseitiger Wetten

Immerhin scheint diese Möglichkeit inzwischen nach langer Zeit auch zu den G7-Teilnehmern durchgedrungen zu sein. Bei dem Tagesordnungspunkt der Erörterung weltwirtschaftlicher Fragen sei beim Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G7 in Essen auch über Währungsfragen gesprochen worden, sagte der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück am Samstag nach dem unter deutschem Vorsitz stattfindenden Treffen.

„Wir wollen uns strikt an eine Sprachregelung halten“, hob er hervor. „Es ist die gemeinsame Überzeugung der Finanzminister und Notenbankpräsidenten, dass wir wollen, dass sich die Märkte hier der Risiken einseitiger Wetten bewusst sind, besonders auf den Devisenmärkten - Klammer auf: dahinter steht die Problematik insbesondere von Carry- Trades“, hieß es - wenn auch nicht im offiziellen Abschlussstatement.

Die japanischen Vertreter bei dem Treffen hätten außerdem „sehr deutlich gemacht, ... dass die japanische Wirtschaft sich auf einem Pfad der Erholung befindet, und dass Wechselkurse diese wirtschaftlichen Fundamentaldaten ... widerspiegeln sollten“. Das lässt Raum für eine gewisse Interpretation. Immerhin ist es unlogisch, einerseits „eine Bewegung beim effektiven Wechselkurs des chinesischen Yuan“ - sprich: eine schnellere Aufwertung als bisher - offiziell zu verlangen, die Schwäche des Yen jedoch nicht zu erwähnen oder nichts dagegen zu tun. In diesem Sinne kann wohl nur eine Überraschung - zum Beispiel in Form von Interventionen - die Märkte davon abhalten, auf die Fortsetzung der bisherigen Trends zu setzen. Und der Trend in Euro-Yen zeigt bisher eindeutig nach oben: Es werden immer mehr Yen nötig, um einen Euro zu erwerben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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