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Devisenmarkt Schwacher Dollar - starke Rohstoffpreise

20.03.2009 ·  Aufgrund der extremen amerikanischen Geld- und Finanzpolitik hat der amerikanische Dollar in wenigen Tagen mehr als fünf Prozent gegen den Euro abgewertet. Dagegen legten die Energie- und Rohstoffpreise deutlich zu.

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„Der Dollar ist unsere Währung und euer Problem,“ nach diesem altbekannten Motto versuchen sich die Vereinigten Staaten wieder einmal aus der selbst verursachten Wirtschafts- und Finanzkrise zu mogeln.

Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank Fed am Mittwochabend, Staatsanleihen über 300 Milliarden Dollar sowie hypothekenbesicherte Wertpapiere über 750 Milliarden Dollar zu kaufen, hat die Kurse für Staatsanleihen deutlich steigen lassen, dagegen den Dollar stark fallen lassen.

Dollar wertet in wenigen Tagen mehr als fünf Prozent ab

Waren am Mittwochmorgen noch 1,2987 Dollar nötig gewesen, um einen Einheit der europäischen Einheitswährung Euro erwerben zu können, so waren am Freitag bis zu 1,3738 Dollar nötig. Das entspricht einer Abwertung von rund 5,5 Prozent in gerade einmal zwei Tagen.

Gegen den notorisch schwachen Yen sieht die Entwicklung ähnlich aus. Nach 98,85 Yen am Mittwoch sind am Freitag noch 94,69 Yen nötig, um im professionellen Handel einen amerikanischen Dollar erwerben zu können. Der Kursverlust beläuft sich auch etwas mehr als vier Prozent.

Die amerikanische Geld- du Finanzpolitik hat offensichtlich das Ziel, sich per Inflation aus der gegenwärtigen Krise herauszubewegen. Auf der anderen Seite erhöht der amerikanische Staate massiv seine Schulden, indem er beispielsweise Unmengen von Staatsanleihen auf den Markt wirft. Auf der anderen Seite hält die starke Nachfrage verunsicherter Anleger nach scheinbar sicheren Staatspapieren zusammen mit den über die Notenpresse finanzierten Wertpapierkäufen der amerikanischen Zentralbank die Zinsen tief. Auf diese Weise können sich die angeschlagenen amerikanischen Banken und Verbraucher sehr günstig refinanzieren.

Auf diese Weise soll der Überkonsum der vergangenen Jahr und der durch starke Überbestände und Preisverfall geprägte Immobilienmarkt wiederbelebt werden. Gleichzeitig wird auf diese Weise der Dollar geschwächt. Das soll einerseits die Importneigung dämpfen, während die Exportwirtschaft des Landes gefördert werden soll. Angesichts des globalen Abwertungswettlaufs und der industriellen Überkapazitäten weltweit stellt sich die Frage, wohin die amerikanischen Exporte gehen sollen, können doch schon die stark auf den Export ausgerichteten europäischen und asiatischen Staaten ihre Waren kaum noch am Weltmarkt unterbringen. Letztlich kann diese Konstellation im industriellen Bereich zu deflationären Tendenzen führen.

... dagegen legen die Rohstoffpreise deutlich zu

Anders dagegen sieht es im Energie- und Rohstoffbereich aus. Im Gegensatz zu früher besteht in diesem Bereich die Tendenz, auf fallende Nachfrage mit Angebotsbeschränkungen zu reagieren. Das zeigt sich alleine schon daran, dass die Opec ihre Förderung in den vergangenen Monaten nicht nur auf dem Papier gekürzt hat. Angesichts der internationalen Abwertungswettlaufs tendieren zudem die Anleger wieder dazu in Sachwerte zu investieren, um sich auf diese Weise gegen den Kaufkraftverlust der verschiedenen Währungen zu schützen. Aus diesen Gründen hat in den vergangenen sechs Tagen alleine der Ölpreis mehr als zehn Prozent zugelegt.

Sollte der aufgrund der extrem lockeren Geldpolitiken und der durch Schulden finanzierte Ausgabenprogramme ausgelösten Effekte weiter nach oben getrieben werden, dürften die inflationären Probleme, die in den vergangenen Monaten aufgrund von Basiseffekten scheinbar verschwunden waren, rasch wieder an Aktualität gewinnen. Es besteht das Risiko, dass die Preisentwicklung eine Eigendynamik entwickelt, die sich angesichts einseitig orientierter Geld- und Wirtschaftspolitiken nur schwerlich dürfte kontrollieren lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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