22.08.2008 · Schwache Wachstums- und Konsumdaten lassen das britische Pfund wieder schwächeln. Die britische Zentralbank ist gefangen in der Zwickmühle zwischen Preisauftrieb und der konjunkturellen Schwäche.
Das britische Pfund hat am Devisenmarkt auch nach den massiven Kursverlusten von Juli des vergangenen bis in den April des laufenden Jahres einen schweren Stand. Gegen den Euro kann es sich nicht von seinem rekordschwachen Niveau erholen und droht immer wieder auf der schwächeren Seite auszureißen, gegen den Dollar ist es in den vergangenen Wochen augrund der Dollarerholung unter Druck geraten.
Am Freitag läuft der Kurs gegen die europäische Einheitswährung um 0,46 Prozent nach oben auf 79,7 Pence je Euro und gegen die amerikanische Währung geht es sogar um 0,82 Prozent nach unten auf 1,8590 Dollar je Einheit der britischen Währung. Der handelsgewichtete Kurs, der das Pfund mit einem Währungskorb der wichtigsten Handelspartner Großbritanniens vergleicht, fiel sogar auf den tiefsten Stand seit 1996. Das heißt, das Pfund neigt wieder einmal zur Schwäche.
Schwächeanfall aufgrund schwacher Konjunkturdaten
Der aktuelle Auslöser für den Schwächeanfall lässt sich in überraschend schwachen britischen Konjunkturdaten finden. Das Office for National Statistics Großbritanniens hatte bekanntgegeben, dass das britische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal zum Stillstand gekommen sei. Analysten hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent zum Vorquartal gerechnet. Auf Jahresbasis lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 1,4 Prozent und auch damit unter den Erwartungen.
Die schwierige wirtschaftliche Lage im Lande, die unter anderem auf die Kreditkrise, die Preiskorrektur am britischen Immobilienmarkt und die starke Verschuldung des Staates sowie der Verbraucher zurückzuführen ist, zeigt sich unter anderem an dem im zweiten Quartal um 0,1 Prozent gefallenen Konsum, an den trotz der schwachen Währung um 0,5 Prozent zurückgehenden Exporten und an einer Bruttokapitalbildung, die um 5,3 Prozent schrumpfte. Alle diese Zahlen liegen unter den Erwartungen des offensichtlich noch zu optimistischen Marktes.
Das Pfund bleibt wahrscheinlich schwach
„Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Konjunktur in Europa abschwächt“, heißt es nun doch von Seiten der Analysten. Und „es werden noch schlechtere Nachrichten kommen. Wir müssen bis ins Frühjahr des kommenden Jahres warten, bis die Bank of England aufgrund des Preisauftriebs mit Zinssenkungen auf die wirtschaftliche Schwäche wird reagieren können,“ erklärte Volkswirt Ross Walker von der Royal Bank of Scotland in einem Interview von Bloomberg TV. In den vergangenen Tagen hatten schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung genährt.
In der Vergangenheit entwickelte sich das Konsumwachstum in Großbritannien in etwa parallel zu den Preisänderungen am Immobilienmarkt. Da dort die Preise in den vergangenen Monaten stärker zurückgegangen sind, als der Verbrauch, scheint in diesem Bereich ein weiterer Einbruch wahrscheinlich zu sein. Das dürfte die Zinssenkungsspekulationen in Großbritannien noch verstärken und das Pfund in der Defensive halten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |