16.12.2009 · Der Devisenmarkt wird von Wetten auf die allgemeine wirtschaftliche Erholung, eine robuste Entwicklung der Nachfrage nach Energie und Rohstoffen und demzufolge auf vergleichsweise nachhaltiges Wachstum der Rohstoffstaaten bestimmt.
Der Devisenmarkt wurde in den vergangenen Monaten eindeutig von Wetten auf die allgemeine wirtschaftliche Erholung, auf eine robuste Entwicklung der Nachfrage nach Energie und Rohstoffen und demzufolge auf vergleichsweise nachhaltiges Wachstum in Staaten mit großen Vorkommen beziehungsweise mit guter Lage bestimmt.
Auf diese Weise erklärt sich die starke Entwicklung des brasilianischen Real, der seit Ende des vergangenen Jahres gegen den Euro knapp 27 Prozent, gegen den Yen knapp 31 Prozent und gegen den amerikanischen Dollar sogar mehr als 32 Prozent zugelegt hat. Längst hat die Währung des südamerikanischen Landes die Kursverluste, die sie im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise hatte hinnehmen müssen, gegen Euro und Dollar aufgeholt, gegen den Yen dagegen nur die Hälfte.
Brasilien versucht die Aufwertung zu bremsen
Die Währung ist allgemein wieder so stark geworden, dass sich die Regierung des Landes genötigt sah, den Zufluss von Mitteln aus dem Ausland durch die Erhebung einer Kapitalverkehrssteuer zu bremsen. Diese Maßnahmen scheinen gewirkt zu haben, denn die Aufwertungsdynamik hat in den vergangenen Monaten nachgelassen. Tatsächlich mag dazu jedoch auf die Sorge beigetragen haben, dass eine starke Währung die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft Brasiliens im internationalen Handel beeinträchtige.
Brasilien hat grundsätzlich ideale Grundvoraussetzungen, um sich bei Vermeidung grober wirtschaftspolitischer Fehler solide entwickeln zu können. Das Land verfügt über große Bodenschätze, riesige landwirtschaftliche Flächen in klimatisch idealen Regionen und nicht zuletzt auch über eine vergleichsweise moderne Industrie. Diese Kombination ist besonders positiv in einem Umfeld, welches sich durch steigende oder anhaltend hohe Energie- und Rohstoffpreise auszeichnet. Genau diese Phantasie hat in den vergangenen Monaten zusammen mit allgemeinem Wirtschaftsoptimismus zu einem rasanten Kursaufschwung an der Börse des Landes beigetragen.
Ähnliches gilt für Chile und Australien, deren Währungen sich in den vergangenen Monaten beinahe gleich stark entwickelt haben wie die Brasiliens. Chile profitiert vor allem vom hohen Kupferpreis. Starke Vorkommen und Exporte wirken stimulierend und tragen rund ein Drittel zu den gesamten Einnahmen des Landes bei. Die Wirtschaft brach wegen der Krise zwar rasch und deutlich ein, scheint sich nun aber wieder zu erholen. Immerhin hat die Zentralbank den Leitzins massiv gesenkt und die Kupferexporte nehmen wieder deutlich zu.
Wirtschafts- und finanzpolitische Misswirtschaft schwächen Jamaika-Dollar und andere
Kritischer sieht es dagegen in Südafrika aus, obwohl die Währung des Landes im laufenden Jahr die viert stärkste weltweit ist. Denn die Leistungsbilanz ist mit einem Minus von 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich negativ, die Inflationsrate ist mit knapp sechs Prozent noch hoch, der Binnenkonsum bleibt schwach und auch die Industrie erholt sich nur zögerlich. Mittel- und langfristig bereitet die Arbeitsmarktpolitik des Landes gewisse Sorgen. Kurzfristig sorgen dagegen der hohen Goldpreis und die anstehende Fußballweltmeisterschaft für einen gewissen Optimismus.
Die Liste der robusten „Rohstoffwährungen wird durch den Neuseeland-Dollar, die norwegische Krone und nicht zuletzt den Kanada-Dollar ergänzt. Dagegen sind die statistischen Stärken des britischen Pfunds und der schwedischen Krone relativ. Denn Wetten auf eine globale wirtschaftliche Erholung führen dazu, dass sich solche Währungen von den massiven Rückschlägen der vergangenen Monate erholen. Angesichts der schwachen Wirtschaftsstruktur Großbritanniens stellt sich allerdings die Frage, wie weit sie gehen kann.
Die Schwäche des Jamaika-Dollars dagegen lässt sich ebenso mit wirtschaft- und finanzpolitischer Misswirtschaft erklären, wie die des argentinischen Peso, des vietnamesischen Dongs, der isländischen Krone und nicht zuletzt auch des russischen Rubels. Russland und Argentinien wären grundsätzlich reiche Länder, werden politisch allerdings fehlgesteuert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |