09.12.2008 · Ungeachtet schwacher wirtschaftlicher Nachrichten hat der Risikoappetit der Anleger kurzfristig etwas zugenommen. Das zeigt sich daran, dass der Schweizer Franken gegen den Euro abwertet. Dagegen bleibt der brasilianische Real schwach.
Anleger haben in den vergangenen Tagen zumindest kurzfristig wieder etwas Risikoappetit bekommen. In der vagen Hoffnung auf eine positive Wirkung von Zinssenkungen, Liquiditätsspritzen und Konjunkturprogrammen bauen sie an den meisten Börsen auf Kursgewinne, obwohl auf diese Weise die verheerende Politik der Kreditexpansion der vergangenen 30 Jahre fortgeführt wird.
Dabei hat genau sie zusammen mit dem hohen, jedoch völlig undifferenzierten Risikoappetit der Anleger zur gegenwärtigen Krise geführt. Sie zeigt sich nicht nur im mangelnden Vertrauen der Banken untereinander, sondern auch in der mangelhaften Bonität vieler Marktteilnehmer.
Hinweise auf zunehmenden Risikoappetit - zumindst kurzfristig
Trotz allem scheint eine technische Erholung denkbar zu sein. Denn erstens sind die Anleger inzwischen weitgehend an negative Nachrichten gewöhnt. Sie lassen sich nicht mehr so einfach „schocken“. So lässt sich erklären, wieso sich der ZEW-Index am Dienstag auf niedrigem Niveau etwas verbesserte. Zweitens können viele zu Käufen gezwungen werden, sobald die Kurse nach oben laufen. Wird ihr Erfolg am Index gemessen, so sähen sie schlecht aus, wenn sie uu stark hinter ihm zurückblieben. Das Risiko will kein Fondsmanager eingehen. Aus diesem Grund wird er sich bei steigenden Kursen in den Markt ziehen lassen - nicht zuletzt, um auch seine Bilanz auf das Jahresende hin optisch aufzupolieren.
Der Risikoappetit zeigt sich einerseits daran, dass die Volatilitäten sich in den vergangenen Wochen auf hohem Niveau stabilisiert haben und sich in der Tendenz eher zurückbilden, als weiter zunehmen. Immerhin ist der VDax New inzwischen unter den gleitenden 60-Tage-Durchschnitt gefallen. Andererseits lässt sich der Risikoappetit auch an der Entwicklung mancher Währungen ablesen.
Das gilt vor allem für das Verhältnis zwischen Schweizer Franken und Euro. Denn erstens gilt der Schweizer Franken gemeinhin als Krisenwährung. Aus diesem Grund wertete er vom August des vergangenen Jahres bis Ende Oktober des laufenden Jahres massiv auf. Seitdem befindet er sich allerdings wieder auf dem Rückzug. Nach 1,4490 Franken je Euro sind inzwischen wieder 1,5606 Franken nötig, um eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können. Das entspricht einer Aufwertung des Euro von 7,7 Prozent.
Franken wertet ab - brasilianischer Real in der Defensive
Der Kurstrend zeigt weiterhin nach oben. Er wird unterstützt von einer überaus lockeren Geldpolitik der Schweizer Nationalbank, die offensichtlich Wert auf eine schwächelnde Währung legt. Zum anderen ist der Finanzplatz Schweiz aufgrund der Bankenkrise deutlich geschwächt. Immerhin übersteigen die Garantien, die die Schweiz alleine schon für die UBS geben musste, das Finanzierungspotential des Landes bei weitem, sollten sie in Anspruch genommen werden. In positiven Börsenphasen fließen zudem Gelder aus der Schweiz ab, die an den europäischen Wertpapiermärkten investiert werden. Immerhin werden aus der Schweiz heraus große Geldvermögen aktiv verwaltet.
Allerdings wurden in den vergangenen Tagen nicht alle der aus den vergangenen Jahren bekannten Trends am Devisenmarkt wiederbelebt. So zeigte sich der brasilianische Real in den vergangenen Tagen ebenso schwach, wie der polnische Zloty. Die brasilianische Währung konnte sich zwar am Dienstag im Handelsverlauf etwas festigen, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal mit einem Plus von 6,8 Prozent auf Jahresbasis unerwartet stark ausgefallen war.
Allerdings gehen Analysten davon aus, dass diese Zahl noch nicht die Schwächen enthält, die sich in den vergangenen Wochen zeigten. Denn längst macht sich die Kreditkrise bemerkbar. Die Automobilbranche, die fünf Prozent zum Wachstum beiträgt, hat inzwischen Entlassungen verkündet und tausende Arbeitnehmer vorzeitig in den Urlaub geschickt. Gleichzeitig hält sich die Inflationsrate beharrlich auf hohem Niveau. Ende November lag sie bei 6,4 Prozent und befindet sich nach wie vor im Aufwärtstrend. Das macht die Währung ebenso anfällig für weitere Schwächeanfälle, wie die Aussicht auf eine deutliche wirtschaftliche Abkühlung. Sie geht sowohl vom Binnenmarkt aus, als auch von der schwächelnden Nachrfage nach Energie und Rohstoffen bei niedrigeren Preisen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09 % |
| Silber | 33,55 $ | −0,74 % |
| Platin | 1.648,00 $ | −1,02 % |
| Palladium | 702,00 $ | −1,68 % |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29 % |
| Gas | 0,59 £ | −1,60 % |
| Kaffee | 2,17 $ | +0,72 % |
| Zucker | 0,25 $ | +0,90 % |
| Orangensaft | 1,86 $ | −0,98 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.999,18 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |