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Sonntag, 19. Februar 2012
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Devisenmarkt Real überbewertet - Singapur-Dollar unterbewertet

16.03.2010 ·  Die Währungen rohstoffreicher Staaten und vieler Schwellenländer werteten in den vergangenen Monaten deutlich auf. Inzwischen sind sie vielfach überteuert, zeigt eine Studie von Goldman Sachs. Das heißt jedoch nicht, dass sie bald abwerten werden.

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Der brasilianische Real gehörte sowohl in den vergangenen Jahren als auch in den vergangenen Monaten der Erholung von der Krise zu den stärksten Währungen weltweit. Er wertete seit Beginn des vergangenen Jahres knapp 35 Prozent gegen den Euro auf und 32 Prozent gegen den sich etwas erholenden amerikanischen Dollar. Starke Kursgewinne verzeichneten ebenfalls der australische Dollar, der südafrikanische Rand, der chilenische Peso, der Neuseeland-Dollar und nicht zuletzt auch der kanadische Dollar und die norwegische Krone.

Diese Kombination zeigt, dass Anleger in jenen Ländern engagiert sein möchten, die vom allgemeinen Rohstoffboom profitieren konnten und können. Brasilien gilt als ideales Investitionsziel. Denn das Land verfügt sowohl über große Vorkommen an Bodenschätzen, ist gut mit ertragreichen Flächen in klimatisch vorteilhaften Zonen ausgestattet, hat eine vergleichsweise junge und gut gebildete Bevölkerung, hat seine Finanzposition in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und hat insgesamt die besten Voraussetzungen, sich bei vernünftiger Wirtschaftspolitik solide und robust entwickeln zu können.

Daran dürfte selbst die starke Währung nichts ändern, so lange die globale Nachfrage nach Energie und Rohstoffen so stark bleibt, wie die Finanzmärkte das im Rahmen des gegenwärtigen Wirtschaftsoptimismus erwarten.

Viele Rohstoff- und Schwellenländerwährungen sind deutlich überbewertet

Tatsächlich zeigt eine Analyse von Goldman Sachs, dass Währungen wie der Real, die türkische Lira, der Yen, der russische Rubel, der Neuseeland-Dollar und nicht zuletzt auch der Schweizer Franken, der Euro, der australische und der kanadische Dollar im Verhältnis zum amerikanischen Dollar um bis zu 40 Prozent zu teuer sind.

Dagegen sind die Währungen Singapurs, Taiwans, Chiles, Südafrikas, Norwegens und Schwedens zum Teil massiv unterbewertet. Während die Überbewertungen die Folge der allgemeinen Rohstoffeuphorie sind, gehen die Abwertungen teilweise auf systematische Strategien der entsprechenden Staaten zurück. Die Währung Taiwans wertet schon seit Jahren im Trend ab, obwohl das Land im Außenhandel stetige Überschüsse erzielt und obwohl es in den vergangenen Jahren im größere Währungsreserven angesammelt hat. Ende Februar lagen sie mit 353 Milliarden Dollar 20 Prozent über dem Vorjahr.

Schweden dagegen hat die Angewohnheit, bei Wirtschaftsschwäche regelmäßig die eigene Währung massiv abzuwerten. Das Land verschafft sich auf diese Weise immer wieder Wettbewerbsvorteile auf Kosten anderer. Es kann so auf billige Art realwirtschaftliche Anpassungen vermeiden, zu welchen Staaten wie Irland, Griechenland und andere gezwungen sind, nachdem sie im internationalen Wettbewerb zu stark ins Hintertreffen geraten sind.

Im Rahmen der anhaltenden Wachstumseuphorie gehen viele Anleger und Strategen davon aus, dass sich die Währungen der rohstoffreichen und der so genannten Bric-Staaten im laufenden Jahr positiv entwickeln und sogar noch teurer werden können. Langfristig sprächen das Wachstum der Staaten, die zunehmende Produktivität, die verbesserten Terms of Trade - das sind die realen Austauschverhältnis zwischen den exportierten und den importierten Gütern eines Landes - für die Währungen dieser Staaten. Sie sollten sich gemäß ihrer Kaufkraftparitäten entwickeln und aufwerten. Angesichts der hohen Überbewertung gelte das nur bedingt für den brasilianischen Real. Dagegen sei der chinesische Yuan entgegen vieler Behauptungen im Verhältnis zum Dollar inzwischen fair bewertet.

Solche Erwartungen mögen angesichts des Stimmungsumfeldes gerechtfertigt sein. Sollte die Stimmung allerdings drehen, dürften gerade bei den überbebewerteten Währungen deutliche Kurskorrekturen kaum überraschen. Die starken Kursschwankungen, die sich im Verlauf der jüngsten Krise zeigten, machen die mögliche Dimension deutlich.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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