27.08.2007 · Die polnische Währung zeigte sich von den Turbulenzen an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen wenig beeindruckt. Er setzt den Aufwertungstrend gegen den Dollar fort und zeigt sich gegen den Euro robust. Grund: Wirtschaftswachstum.
Hatten die Turbulenzen der vergangenen Tage an der Finanzmärkten auch bei manchen Währungen zu deutlichen Kursbewegungen geführt, so galt das nicht für alle. So zeigte sich der polnische Zloty sowohl gegen den Dollar als auch den Euro vergleichsweise robust und bewegte sich allenfalls im Rahmen üblicher Marktbewegungen.
Das heißt, das längerfristige Chartbild bleibt intakt: Gegen den Dollar befindet sich die polnische Währung weiterhin in einem robusten Aufwertungstrend. Gegen den Euro zeigt sich die Währung anhaltend stabil, nachdem der Aufwertungstrend der Jahre 2003 und 2004 in den vergangenen Monaten deutlich an Dynamik verloren hat.
Zloty profitiert einerseits von der allgemeinen Dollarschwäche ...
Grundsätzlich sehen die Chancen für eine weitere Aufwertung der polnischen Währungen gegen den Dollar und eventuell auch gegen den Euro nicht schlecht. Denn erstens ist die allgemeine Schwäche des Dollars in einem normalen Umfeld kaum zu übersehen. Sie ist das Resultat des großen Leistungsbilanzdefizits, der relativen Kapitalflucht auf der Suche nach interessanten Anlagemöglichkeiten im Ausland und nicht zuletzt der Zinssenkungserwartungen. Letztere werden durch den schwachen Häusermarkt und die anhaltende Kreditkrise alimentiert.
Daneben gibt es jedoch auch Argumente, die für den Zloty sprechen. Dazu zählt unter anderem eine gewisse Zinsphantasie, die vom boomenden Einzelhandel in Polen ausgelöst wird. So haben die Einzelhandelsumsätze in Polen im Juli im Jahresvergleich um 17,1 Prozent und im Vergleich mit dem Vormonat um 1,7 Prozent zugelegt. Besonders gefragt waren Möbel und Haushaltsgüter, die Umsatzzuwächse von etwas mehr als 30 und 24 Prozent auf Jahresbasis verzeichnen konnten.
Diese Entwicklung dürfte auch auf die vorteilhafte Entwicklung am polnischen Arbeitsmarkt zurückzuführen sein: Die Arbeitslosenrate ist im Juli auf 12,2 Prozent von 12,4 Prozent im Vormonat oder von 15,7 Prozent im Vorjahr gefallen. Nicht nur die Anzahl der Stellen hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, sondern auch die Löhne haben zum Teil angezogen. Im Juli lagen die Bruttolohnsteigerungen bei 9,3 Prozent auf Jahresbasis. Das mag zunächst gut sein für den Konsum, allerdings führt die Entwicklung zu einer steigenden Inflationsrate. Sie lag im Juli bei 2,3 Prozent per annum. Genau die zwingt die Zentralbank zu Zinserhöhungen.
... und von der boomenden Wirtschaft in Polen
Immer mehr Marktteilnehmer gehen inzwischen davon aus, dass die Zentralbank aus diesem Grund in den kommenden Tagen den Leitzins zum dritten Mal im Laufe das Jahres dann auf 4,5 Prozent erhöhen wird. Auf dieser Basis dürfte die polnische Währung vor allem gegen den Dollar gute Argumente haben und sich anhaltend robust entwickeln können. Das dürfte auch dann gelten, wenn es zu weiteren Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und zu weiteren politischen Verwerfungen - mögliche Regierungskrise - in Polen kommen sollte. Immerhin ist es der bisherigen Regierung gelungen, die Finanzverhältnisse deutlich zu verbessern. Allerdings spielte ihr dazu die boomende Industrieproduktion in die Hände, die über ein Wachstum von 10,4 Prozent im Juli auf Jahresbasis dazu beitragen dürfte, dass der Einnahmeboom des ersten Halbjahres auch in der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt werden kann.
Das heißt, die angedeutete Konsolidierung findet bisher nicht über die Ausgabe-, sondern über die Einnahmeseite statt. Das Land profitiert stark vom gegenwärtig noch anhaltenden Wachstum in Deutschland, ohne wirtschaftspolitisch sonderlich viel dafür zu tun.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |