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Devisenmarkt Politischer Rückenwind für den Dollar

15.06.2009 ·  Deutlich gibt der Euro am Montag gegenüber dem Dollar nach - und nicht nur der Euro. Vor allem politisch wird die Dollar-Erholung beflügelt, nachdem die BRIC-Staaten offenbar nicht näher über eine Umschichtung ihrer Dollar-Reserven nachdenken wollen.

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Standen schon in der vergangenen Woche die Zeichen für den Dollar auf Erholung, so hat sich diese Bewegung am Montag noch verstärkt. Um rund 1 Prozent gibt der Euro gegenüber dem Greenback auf 1,3853 Dollar nach. Anfang des Monats wurden für die Gemeinschaftswährung noch 1,4228 Dollar bezahlt.

Doch auch gegenüber anderen Währungen findet die amerikanische Vorzug. Knapp 1 Prozent verliert etwa der australische Dollar, der etwa den Analysten von Calyon Research als überkauft gilt.

Politischer Rückenwind

Händler meinen, der Dollar profitiere von seinem Ruf als Krisenwährung, nachdem Nordkorea am Samstag mit einem Ausbau des Plutonium-Programms gedroht hat und der Iran nach der Wahl nicht zur Ruhe kommt.

Außerdem habe es auf einem Treffen der G8-Finanzminister keine Aussagen gegeben, die den Ruf des Dollar als Reserve-Währung schwächen könnten, heißt es am Markt. Nach Ansicht der Analysten der UBS ist entscheidend, dass sich die Amerikaner auf dem G8-Gipfel den europäischen Standpunkt nicht zu eigen gemacht haben, die über Ausstiegsstrategien aus der lockeren Geldpolitik nachdenken wollten. Das werde als Signal gesehen, dass das Wachstum so schnell nicht zurückkehrt, was aufgrund der hohen Überschussliquidität Dollar-Abflüsse nach sich ziehen würde.

Staatsanleihen locken wieder

Besonders hilfreich waren auch Aussagen des russischen Regierungsberaters Sergej Prichodko, wonach beim bevorstehenden ersten Gipfel der größten Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China zwar über die geplante Reform der internationalen Finanzinstitutionen beraten werden soll, aber nicht über neue Reservewährungen gesprochen.

Finanzminister Alexej Kudrin hatte schon am Freitag erklärt, die Rolle des Dollar als weltweite Reservewährung werde sich in naher Zukunft nicht ändern. Das relativiert jüngste Aussagen der russischen Regierung, die unlängst eine größere Unabhängigkeit der internationalen Finanzsysteme vom Dollar gefordert und den russischen Rubel sowie den chinesischen Yuan als Reservewährungen ins Gespräch gebracht hatte.

Die Dollar-Stärke war indes von Devisenexperten erwartet worden. Die höheren Renditen amerikanischer Staatsanleihen lockten Investoren in diese Papiere. „Die Euro-Dollar-Rally der vergangenen Monate dürfte ins Stocken geraten. Wir rechnen kurzfristig mit einer gewissen Abwärtsbewegung“, erklärte David Woo, Chef-Devisenstratege bei Barclays.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: mho
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