21.08.2007 · Die Kreditkrise zieht immer weitere Kreise. Neuerdings auch in Großbritannien. Die Vermutung, die britische Zentralbank könnte weitere Zinserhöhungen aussetzen, bringen das Pfund leicht in die Defensive.
In den vergangenen Tagen haben sich die internationalen Börsen zwar etwas von den vorhergehenden Turbulenzen erholt, allerdings dürfte die Kreditkrise noch längst nicht ausgestanden sein.
Immerhin kommen beinahe täglich neue Nachrichten über Schwierigkeiten von Marktteilnehmern auf den Markt, die aufgrund von Wertverlusten im Kreditbereich entstanden sind und die sie zur „Verflüssigung“ von Vermögenswerten zwingen. So musste Thornburg Mortgage Incorproated Forderungen von nominal 20,5 Milliarden Dollar mit einem Verlust von 930 Millionen Dollar verkaufen, um kurzfristig die eigene Liquidität zu gewährleisten. Auch Luminent Mortgage Capital gab einen Notverkauf bekannt.
Sorgen dehnen sich auf Großbritannien aus
Neuerdings scheinen sich die Sorgen auf Großbritannien auszudehnen. Das britische Pfund befand sich am Dienstag zumindest eine gewisse Zeit in der Defensive, nachdem Odey Asset Management, ein Hedge-Fonds, mitgeteilt hatte, der Gewinn werde zurückgehen. Mit Solent Capital Partners hatte ein weiterer Fonds mitgeteilt, er könnte zu Notverkäufen gezwungen werden, nachdem er sich am Montag nicht im Commercial-Paper-Markt nicht hatte refinanzieren können.
Zusammen mit einem Bericht, nach welchem sich eine Geschäftsbank bei der Bank of England einen Kredit in Höhe von 314 Millionen Pfund zu einem Zinssatz von 6,75 Prozent geholt habe, verstärken die Vermutung, die britische Zentralbank könnte die demnächst erwartete Zinserhöhung aufschieben. Aus diesem Grund geht der britischen Währung zumindest kurzfristig die Zinsphantasie aus, die sie noch kurz vor den Turbulenzen auf Kurse von bis zu 2,0621 Dollar getrieben hatten.
Deutlich entfernt vom Mehrjahreshoch
Gegenwärtig liegt die britische Währung deutlich tiefer bei 1,9833 Dollar. Sie hatte im Rahmen der deutlichen Korrektur in den vergangenen Tagen den im vergangenen Jahr etablierten Aufwertungstrend gegen den amerikanischen durchbrochen. Gegen den Euro dagegen setzt sie die längerfristige Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre zwischen 65,5 und knapp 71 Pence je Euro fort. Nach deutlichen Kursgewinnen noch Anfang des Jahres befindet sie sich gegenwärtig in der Mitte der Bandbreite.
Grundsätzlich dürfte die weitere Entwicklung an den Devisenmärkten davon abhängen, ob sich der Optimismus der Anleger und vor allem auch der Risikoappetit der vergangenen Jahre wieder herstellen lässt oder nicht. Möglichweise kommt das Vertrauen wieder zurück, mit dem Risikoappetit dürfte das jedoch eine andere Sache sein. Immerhin sind die dafür notwendigen Kredite nicht mehr so leicht verfügbar, wie in den vergangenen Jahren.
In diesem Sinne mögen zwar die Carry Trades aufgrund der staatlichen Interventionen und des damit verbundenen „Recyclings“ der Währungsreserven wieder reaktiviert werden können. Allerdings wohl kaum in dem Ausmaß, das sich in der Vergangenheit beobachten ließ.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |